Steinbach Black Wings 1992: Was für ein Comeback der Linzer – Sieg im Penalty Shootout!

Heroisch kämpfende Stahlstädter erzwingen knapp vor Spielende den Ausgleich und siegen am Ende mit 5:4 nach Penalty Shootout.

Wie schon im letzten Spiel in Innsbruck ist das Duell zwischen den Steinbach Black Wings 1992 und den Innsbrucker Haien von Emotionen und körperlicher Härte geprägt. Insgesamt sprechen die Referees 44 Strafminuten aus. Nach einem 2:2 im Startdrittel agieren die Tiroler etwas schlauer und ziehen im zweiten Abschnitt auf 4:2 davon. Erst in den letzten drei Minuten der Partie fighten sich die Stahlstadt-Männer zurück und stellen den Ausgleich her. Nach einer dramatischen Over Time behält Kapitän Lebler die Nerven und trifft als einziger Akteur zum 5:4-Sieg der Oberösterreicher.

Trefferreicher Beginn

Die Haie starten energisch in die Partie und finden sogleich die erste Topchance vor. Verteidiger Saucermann kommt völlig freistehend im Slot zum Abschluss, doch Kickert verhindert mit einem starken Save den frühen Rückstand. Nach drei Minuten klopfen die Black Wings erstmals beim HCI an. Leilers Schuss prallt von der Innenstange zurück auf das Eis – Pech für die Linzer in dieser Situation. Im Anschluss kassieren die Tiroler die erste Strafe. Kurz nach Ablauf des Powerplays klingelt es erstmals in Kickerts Kasten. Nach einem Abwehrfehler trifft Paulweber im Nachsetzen. Doch der Keeper dürfte behindert worden sein und so erkennen die Referees das Tor nicht an. In der neunten Minute gehen die Haie dann doch in Führung. Girard kurvt um das Tor und findet schließlich Herr, der im Slot lauernd zum 1:0 einnetzt.

Keine zwei Minuten später muss Leiler wegen Behinderung vom Eis. Nach nur neun Sekunden in Unterzahl gelingt den Oberösterreichern der Shorthander. Hytönen mit dem Schuss, McCollum lässt die Scheibe prallen und Roach staubt ohne Mühe zum Ausgleich ab. In der 17. Minute folgt schon der nächste Treffer. Diesmal ist es der lettische Flügelstürmer Meija, der von einem Rebound profitiert und das 2:1 besorgt. Doch 24 Sekunden vor der Pausensirene fangen sich die Black Wings das 2:2 ein. Sideroff wird von der Linzer Defense übersehen und verwertet das Zuspiel von Lattner sehenswert in den rechten Winkel.

30 Strafminuten im Mittelabschnitt

Eine halbe Minute nach Wiederbeginn trifft Gerlach zum 3:2 für Innsbruck. Der Angreifer findet viel Platz und Zeit und verwertet vom rechten Bullykreis ins linke Eck. Wieder hat die Linzer Defensive in dieser Situation nicht gut ausgesehen. Nach dem Gegentor regiert für einige Minuten die pure Härte.

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Innerhalb von fünf Minuten werden von den Unparteiischen drei Strafen gegen die Black Wings und zwei gegen die Tiroler ausgesprochen. Dann haben die Linzer erneut Glück, denn zum zweiten Mal an diesem Abend wird ein Tor des HCI nicht anerkannt.

Beide Teams sind mit viel Emotion bei der Sache. In der 33. Minute schenkt Meija Innsbrucks Mader ordentlich ein und streckt diesen zu Boden. Die Streithähne erhalten fünf Minuten Strafe, der Linzer zusätzlich noch zwei Minuten wegen übertriebener Härte. Drei Minuten vor Drittelende kommen die Black Wings nach langer Zeit wieder zu einer Torchance. Zusevics luchst einem Innsbrucker die Scheibe ab, zieht mit viel Geschwindigkeit in Richtung Tor und scheitert an McCollum – auch der Nachschuss von Bretschneider bleibt am HCI-Keeper hängen. Im Gegenzug erhöhen die Gäste auf 4:2. Ludin schießt die freiliegende Scheibe vom linken Bullykreis unhaltbar ins rechte Eck. Somit laufen die Hausherren im Schlussdrittel einem Rückstand von zwei Toren hinterher.

Dramatische Schlussphase

Für die letzten 20 Minuten nimmt Head Coach Ceman einen Torhüterwechsel vor. Gracnar ersetzt Kickert im Linzer Kasten. Die Black Wings brauchen etwas Zeit, um wieder mehr Intensität auf das Eis zu bringen. Erst ab der 49. Minute ergeben sich die ersten gefährlichen Torraumszenen. Beaudoin, Brucker und Meija versuchen ihr Glück, McCollum ist aber stets am Posten. In der 53. Minute kassiert Ludin eine Strafe wegen übertriebener Härte. Noch einmal schöpfen die Linzer Hoffnung über das Powerplay zurück ins Spiel zu kommen. Doch die Haie verteidigen geschickt und erzielen durch Ciampini beinahe einen Shorthander zum 5:2 – Gracnar rettet mit einem Big Save.

In den Schlussminuten drücken die Black Wings auf den Anschlusstreffer. Erst fälscht Innsbrucks Lattner den Puck an die eigene Stange, nur kurz darauf stochert Karppinen den Puck über die Linie. Wieder beraten sich die Referees – nachdem Trainer Ceman den Videobeweis einfordert, wird der Treffer schließlich gegeben. Die Stahlstädter werfen nun alles nach vorne, Gracnar hat seinen Kasten längst verlassen. Und 77 Sekunden vor dem Ende trifft Hytönen tatsächlich zum umjubelten 4:4-Ausgleich. Nach einer schnell gespielten Traumkombination über Umicevic und Pelletier schießt der Finne aus kurzer Distanz ein.

Die Partie wird nun mit 3 gegen 3 in der Overtime fortgesetzt. Beide Teams finden hochkarätige Chancen vor, um das Spiel zu entscheiden. Gracnar hält mit zwei absoluten Mega-Saves die Black Wings am Leben. Roach scheitert mit einem Schuss an der Querlatte. Dann kassieren die Hausherren noch eine Strafe, da sich zu viele Spieler auf dem Eis befinden. Dramatik pur in der Linz AG Eisarena, doch irgendwie schaffen es die heroisch kämpfenden Gastgeber

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über die Zeit und somit in das Penalty Shootout. Dort vergibt im ersten Versuch Innsbrucks Gerlach. Für die Linzer übernimmt Kapitän Lebler die Verantwortung, fährt auf McCollum zu, wartet lange und donnert dann die Scheibe ins linke Eck. Da Gracnar auch die Versuche von Ciampini und Christoffer entschärft, siegen die Black Wings nach fast drei Stunden mit 5:4 nach Penalty Shootout.

Rennen um Play Off Plätze bleibt spannend

Was für ein Comeback der Linzer Mannschaft, die mit dem Rücken zur Wand doch noch das Spiel zu ihren Gunsten dreht und enorm wichtige Punkte für die Qualification Round holt. Es ist ein Sieg der Moral, der für die kommenden Entscheidungsspiele für zusätzlichen Auftrieb sorgen wird. In der Tabelle bleibt es weiterhin extrem knapp. Die Black Wings liegen weiterhin auf Rang fünf, der Abstand zu Spitzenreiter Dornbirn beträgt allerdings nur vier Punkte. Auf Platz drei, der zur Teilnahme am Play Off berechtigt, fehlen zwei Punkte auf die Graz 99ers. Der nächste Krimi steht bereits am Sonntag an, wenn die Ceman-Truppe auf die zweitplatzierten Bratislava Capitals trifft.

Ergebnis

Steinbach Black Wings 1992 – HC Innsbruck 5:4 SO (2:2, 0:2, 2:0, 0:0)

Torschützen: 0:1 Herr (9.), 1:1 Roach (11./SH1), 2:1 Meija (17.), 2:2 Sideroff (20.), 2:3 Gerlach (21.), 2:4 Ludin (37.) 3:4 Karppinen (57.), 4:4 Hytönen (59.), 5:4 Lebler – Tor im Penalty Shootout;

Strafminuten: 21 bzw 23
Torschüsse: 35 bzw 39
Referees: Piragic, Sternat, Kontschieder, Seewald; Linz AG Eisarena

Tormann Luca Gracnar (Steinbach Black Wings 1992), Colton Jay Saucerman (HC Tiwag Innsbruck – Die Haie) Steinbach Black Wings 1992 vs HC TWK Innsbruck, Qualifikationsrunde, Eishockey, Bet at Home ICE Hockey League; Copyrightvermerk: Black Wings Linz/Eisenbauer

Tabelle

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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