Arbeit für Oberösterreich – Historisch größter „Pakt für Arbeit & Qualifizierung“ für OÖ unterzeichnet

Heuer fast 100 Mio. Euro mehr Förderbudget für Arbeitsmarkt-Maßnahmen – 102.000 Menschen in Oberösterreich werden von den 342 Mio. Euro Gesamtinvestition profitieren

„Schwierige Zeiten erfordern auch besondere Anstrengungen: Daher wird der heurige ‚Pakt für Arbeit & Qualifizierung‘ für Oberösterreich mit fast 100 Mio. Euro mehr Budget als im Vorjahr auch die bisher höchste Fördersumme aufweisen“, betonen Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer und Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner gemeinsam mit den anderen Paktpartnern Landeshauptmann-Stellvertreterin Mag.a Christine Haberlander, Landesrätin Birgit Gerstorfer, Landesrat Stefan Kaineder, AMS-Landesgeschäftsführer Gerhard Straßer und Sozialministerium-Landesstellenleiterin Mag.a Brigitte Deu sowie Wirtschaftskammer-OÖ-Präsidentin Mag.a Doris Hummer, Arbeiterkammer-OÖ-Präsident Dr. Johann Kalliauer, Industriellenvereinigung-OÖ-Präsident Dr. Axel Greiner und ÖGB-Landessekretär Stefan Guggenberger. Der „OÖ. Pakt für Arbeit & Qualifizierung 2021″ umfasst Arbeitsmarkt-Initiativen für unser Bundesland in Höhe von 342 Mio. Euro, im Vorjahr waren es 247 Mio. Euro. Von diesen Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen werden insgesamt rund 102.000 Menschen in Oberösterreich profitieren – insbesondere in den Zielgruppen Jugendliche, Frauen, Ältere, Menschen mit Integrationshintergrund und Menschen mit Beeinträchtigungen.

„Oberösterreich hat zwar die niedrigste Arbeitslosigkeit aller Bundesländer, aber trotzdem gilt für uns mehr denn je: Jeder arbeitslose Mensch ist einer zu viel. Denn am Arbeitsmarkt geht es nicht um Statistiken, sondern um einzelne Schicksale. Daher investieren wir in den ‚Pakt für Arbeit & Qualifizierung‘ auch so viel wie noch nie zuvor. Dieser Pakt ist gemeinsam mit dem Oberösterreich-Plan, der 1,2 Milliarden Euro zusätzliche Investitionen vorsieht, eine zentrale Maßnahme, um Oberösterreich wieder stark zu machen“, erklärt Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer.

„Auch wenn Oberösterreich bisher auf dem Arbeitsmarkt besser durch die Krise gekommen ist als andere Bundesländer, gilt für uns weiterhin: Wir wollen möglichst viele Menschen in Beschäftigung halten oder rasch wieder in Beschäftigung bringen. Ein zentraler Hebel dafür ist die Qualifizierung – Aus- und Weiterbildung erhöht nicht nur die Arbeitsplatzsicherheit, sondern auch die Chancen, einen Job zu finden. Daher gilt: ‚Krisenzeit ist Qualifizierungszeit‘. Mit dem ‚Pakt für Arbeit & Qualifizierung‘ haben wir dafür ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Verfügung. Darüber hinaus haben wir auch bereits eine eigene Taskforce gestartet, um Maßnahmen zu erarbeiten, mit denen wir auch Langzeitarbeitslose wieder in Beschäftigung zu bringen. Hier werden wir in absehbarer Zeit schon erste Ergebnisse präsentieren können“, unterstreicht Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner.

„Der Weg zu einem erfolgreichen Wirtschaftsstandort beginnt bei der Bildung und Qualifizierung unserer Jüngsten. Deshalb denken wir Bildung nicht in starren Systemen, sondern in vitalen Chancen. Wir sind offen für moderne pädagogische Konzepte und sehen in Schulen nicht nur Lernanstalten, sondern Erfahrungs- und Erkenntnisräume. Zudem setzen wir in Oberösterreich alles daran, den Menschen bestmögliche Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten zu bieten und das unabhängig von ihrem Alter. Der ‚Pakt für Arbeit & Qualifizierung‘ ist ein wesentlicher Schritt, um die Arbeitsplatzsuche auf die Mitarbeitersuche abzustimmen und die nötigen Weiterbildungen zu ermöglichen“, betont Bildungsreferentin LH-Stellvertreterin Mag.a Christine Haberlander.

„Das Sozialressort legt im heurigen ‚Pakt für Arbeit & Qualifizierung‘ die Schwerpunkte auf die Gewinnung zusätzlicher Fachkräfte in der Altenbetreuung- und Pflege sowie auf arbeitsmarktpolitische Programme, die speziell Menschen mit Vermittlungshemmnissen den Wiedereinstieg in das Berufsleben erleichtern. Gerade die Covid-19-Krise und die damit verbundenen Verwerfungen in der Wirtschaft und am Arbeitsmarkt machen Investitionen in Arbeit und Beschäftigung notwendiger denn je. Der ‚Pakt für Arbeit & Qualifizierung‘ ist dabei ein wichtiger Mosaikstein – kann aber sicher nicht die einzige Maßnahme sein, um den derzeitigen Herausforderungen gerecht zu werden“, betont Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer, die sich für eine zusätzliche Joboffensive des Landes insbesondere für langzeitarbeitslose Personen stark macht.

„Ziel des ‚Paktes für Arbeit & Qualifizierung‘ ist es, Menschen, die Arbeit suchen, durch Qualifikation zu unterstützen und schlussendlich zu Fachkräften auszubilden, die in Oberösterreich dringend gesucht werden. Der Schwerpunkt aus dem Klima- und Umweltressort zeigt mit den ReVital Shops und dem Techno Team Wels, dass in der klugen Kombination Umwelt und Wirtschaft enormes Potential liegt und damit zugleich ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz geleistet wird. Gerade mit ‚ReVital‘ ist es in Oberösterreich gelungen, neue Arbeitsplätze für die regionale Wirtschaft zu schaffen und ein wichtiges Projekt im Sinne der Kreislaufwirtschaft zu etablieren“, sagt Klima-Landesrat Stefan Kaineder.

„Netzwerke werden geknüpft, weil man gemeinsam stärker und effektiver ist als ein Einzelkämpfer. Der ‚Pakt für Arbeit & Qualifizierung‘ bündelt seit Jahren die Aktivitäten auf dem oberösterreichischen Arbeitsmarkt, um Arbeitslosen, Beschäftigten und Unternehmen Jobs, Weiterbildungsmöglichkeiten und passendes Personal zu bieten – und damit den Wirtschaftsstandort OÖ zu stärken. In der aktuellen Krise setzt das AMS OÖ die Rekordsumme von 199,2 Mio. Euro ein. Das Geld ist gut investiert, weil es vielen Menschen neue Perspektiven bietet – insbesondere jenen, die in Folge des Wirtschaftsabschwungs ihren Job verloren haben. In der Krise Geld in die Hand zu nehmen bedeutet auch, an die Besserung zu glauben. Jetzt ist die beste Zeit, in Bildung zu investieren, denn qualifizierte Arbeitskräfte mit Ausbildungen auf dem letzten Stand sind immer gefragt“, stellt Gerhard Straßer, Landesgeschäftsführer AMS OÖ, fest.

„Das Sozialministeriumservice Landesstelle OÖ beteiligt sich auch im Jahr 2021 mit steigendem Budget am ‚Pakt für Arbeit & Qualifizierung‘. Der diesjährige Pakt steht unter besonders herausfordernden Vorzeichen. Aufgrund der Covid-19-Pandemie sehen sich, vor allem auch Menschen mit Behinderungen bzw. ausgrenzungsgefährdete Jugendliche, am Arbeitsmarkt mit noch größeren Hürden konfrontiert. Es ist daher unerlässlich, den geänderten Rahmenbedingungen Rechnung zu tragen und die Erwerbsbeteiligung von Jugendlichen, sowie von Personen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen sicherzustellen und zu fördern. Durch die erhöhten Fördermittel werden im Jahr 2021 über 21.000 Jugendliche bzw. Menschen mit Behinderung erreicht und damit der Einstieg ins bzw. der Verbleib im Arbeitsleben ermöglicht“, erläutert Sozialministerium-Landesstellenleiterin Mag.a Brigitte Deu.

„Die Auswirkungen der Pandemie auf den oö. Arbeitsmarkt sind unübersehbar: Rund 20 Prozent mehr Menschen als im Vorjahr sind beim AMS als arbeitssuchend gemeldet und auch die Langzeitarbeitslosigkeit ist deutlich gestiegen. Gleichzeitig sucht aber nach wie vor jedes zweite oö. Unternehmen – oft vergeblich – nach Arbeits- und Fachkräften. Um Angebot und Nachfrage am Arbeitsmarkt besser zu koordinieren bzw. besonders betroffene Gruppen gezielt zu fördern, braucht es neue und zusätzliche arbeitsmarktpolitische Instrumente. Genau hier setzt der ‚Pakt für Arbeit & Qualifizierung 2021′ mit seinen punktgenauen Maßnahmen an und ist deshalb bestens geeignet, gefährdete Arbeitsplätze nachhaltig zu sichern sowie Arbeitssuchende rasch wieder in Beschäftigung zu bringen“, erklärt die Präsidentin der Wirtschaftskammer OÖ, Mag.a Doris Hummer.

„Aus Sicht der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist vor allem die von den Sozialpartnern initiierte und mitfinanzierte Arbeitsstiftung ein Meilenstein. Damit haben wir in Oberösterreich ein neues Instrument geschaffen, das Menschen, die coronabedingt ihren Job verlieren, bei der beruflichen Neuorientierung unterstützt. Wir haben für 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer vorgesorgt und rechnen mit regem Interesse. Für jene, die aufgrund einer Insolvenz ihren Arbeitsplatz verlieren, gibt es ein ähnliches Angebot. Handlungsbedarf sehen wir noch beim Kampf gegen die steigende Langzeitarbeitslosigkeit. Mit Jahresende waren 12.800 Menschen in Oberösterreich schon länger als ein Jahr auf Jobsuche. Für diese Menschen brauchen wir rasch zusätzliche geförderte Beschäftigungsmöglichkeiten im öffentlichen bzw. gemeinnützigen Bereich. Bund, Land und Gemeinden müssen dabei intensiv zusammenarbeiten“, sagt Dr. Johann Kalliauer, Präsident der Arbeiterkammer OÖ.

„Die Corona-Krise brachte für den Arbeitsmarkt eine noch nie dagewesene Herausforderung. Der hohen Arbeitslosigkeit steht aber weiterhin ein Mangel an Fachkräften gegenüber, weil die Qualifikationen der Arbeitssuchenden nicht zu den Anforderungen der offenen Stellen passen. Umschulungen und Neuqualifizierungen rücken damit in den Mittelpunkt und müssen in enger Abstimmung mit den Betrieben stattfinden. Arbeitsplatznahe Qualifizierungsprogramme und auch die Arbeitskräftemobilität müssen forciert werden. Dazu braucht es ein modernes, zukunftsgerichtetes Angebot, das der massiv beschleunigten Digitalisierung gerecht wird. Die Nachfrage an Personen mit MINT-Ausbildungen, besonders mit IT- und Programmierkenntnissen, ist ungebrochen hoch. Es muss noch mehr getan werden, um Arbeitssuchende für eine Qualifizierung im technischen Bereich zu gewinnen und jenes Potenzial zu heben, das in der Gruppe von arbeitssuchenden Frauen liegt“, sagt Dr. Axel Greiner, Präsident der Industriellenvereinigung OÖ.

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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