DAS MÄRCHEN VON UMHAUSEN: THOMAS KAMMERLANDER GEWINNT WM-GOLD; Goiserin Unterberger im Team-Bewerb WM-Zweite

Krönender Abschluss der 23. FIL Weltmeisterschaften im Rennrodeln auf Naturbahn in Umhausen (AUT). Genau zehn Jahre nach seinem Bruder hat Thomas Kammerlander (AUT) am Sonntag auf seiner Heimstrecke erstmals den WM-Titel im Einsitzer der Herren geholt. Der entthronte Titelverteidiger Alex Gruber (ITA) folgt auf Rang zwei, vor seinem Landsmann Patrick Pigneter (ITA).

In Umhausen wurde seit zwei Jahren auf diesen Tag hingearbeitet. Die 955 Meter lange „Grantau-Bahn“ wurde für die 23. FIL Weltmeisterschaften im Rennrodeln auf Naturbahn modernisiert. Lokalmatador Thomas Kammerlander richtete seit zwei Jahren seinen Fokus auf diese WM und setzte sich gleich im ersten Durchgang an die Spitze, vor Alex Gruber und Patrick Pigneter. Im entscheidenden zweiten Lauf konnten sowohl Pigneter als auch Gruber ihre Positionen behaupten. Als letzter Läufer ging Thomas Kammerlander in den Finallauf, baute seinen Vorsprung mit einer makellosen Fahrt kontinuierlich aus und kürte sich im Ziel mit einer Gesamtzeit von 2.24,82 Minuten zum Weltmeister 2021. Alex Gruber (+0,64 Sekunden) gewann die Silbermedaille, Bronze ging an Patrick Pigneter (+0,90 Sekunden). Bei der letzten WM in Umhausen 2011 kürte sich sein Bruder Gerald Kammerlander auf „Grantau-Bahn“ zum Weltmeister, heute ist er Sportdirektor für den Bereich Naturbahn beim Österreichischen Rodelverband. Für Thomas Kammerlander, der am Freitag 31 Jahre alt geworden ist, ist es die zweite WM-Goldmedaille. 2017 in Vatra Dornei (ROU) gewann er im Teambewerb mit Österreich den WM-Titel. 

Im abschließenden Teambewerb, der erstmals bei einer Weltmeisterschaft ohne Doppelsitzer ausgetragen wurde, konnte Italien seinen Titel erfolgreich verteidigen. Weltmeisterin Evelin Lanthaler und Alex Gruber setzten sich in 2.29,71 Minuten klar gegen die Gastgeber aus Österreich Tina Unterberger und Thomas Kammerlander (+2,00 Sekunden) durch. Bronze ging mit Ekaterina Lavrenteva/Aleksandr Egorov (+3,10 Sekunden) an den Russischen Rodelverband.

(v.l.) Unterberger/Kammerlander (AUT), Gruber/Lanthaler (ITA) und Lavrenteva/Egorov (RLF)

Mit den Weltmeisterschaften ist die Saison für die Rennrodler auf Naturbahn zu Ende gegangen. Wo die 24. FIL Weltmeisterschaften im Rennrodeln auf Naturbahn ausgetragen werden steht noch nicht fest.

Das sagen die Medaillengewinner:
Thomas Kammerlander (AUT/Gold): „Dieses Gold ist eine Riesenerleichterung. Ich habe zwei Jahre auf dieses eine Ziel hingearbeitet. Durch die Verschiebung musste ich den enormen Druck, der auch von außen immer größer wurde, noch länger aushalten. Aber jetzt habe ich es geschafft und bin unheimlich froh und dankbar. Ob ich jetzt meine Karriere beende? Das kann ich heute sicher nicht beantworten. Jetzt genieße ich den Weltmeistertitel und nach dem Sommer werde ich entscheiden, ob ich noch ein Jahr dranhänge.“ 

Alex Gruber (ITA/Silber): „Ich bin mit der Silbermedaille sehr zufrieden. Wir haben versucht Thomas (Kammerlander) im ersten Durchgang unter Druck zu setzen. Aber er war nicht zu schlagen, Glückwunsch an ihn für dieses herausragende Rennen auf seiner Heimbahn.“

Patrick Pigneter (ITA/Bronze): „Natürlich möchte man immer gewinnen. Aber Gold im Doppelsitzer, jetzt auch noch Bronze im Einsitzer – ganz ehrlich, ich bin super zufrieden. Ich freue mich für Thomas (Kammerlander), dass er es geschafft hat, denn ich weiß, wie groß der Druck bei einer Heim-WM ist. Komplimente an die Umhauser für diese perfekte WM – das war ein ganz wichtiger Schritt in Hinblick auf eine mögliche Aufnahme ins Olympische Programm.“

Der Medaillenspiegel der 23. FIL Weltmeisterschaften im Rennrodeln auf Naturbahn:
1. Italien: 3 Gold/2 Silber/1 Bronze
2. Österreich: 1 Gold/1 Silber/1 Bronze
3. Russischer Rodelverband: 0 Gold/1 Silber/1 Bronze

Titelbild:ÖRV/Miriam Jennewein

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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