LR Klinger: Unnötige Risiken gefährden nicht nur Schitourengeher selbst, sondern auch Rettungskräfte

Die aktuelle Lawinensituation verlangt besondere Vorsicht im alpinen Gelände

Der prognostizierte Trend hin zu Schitouren hat sich mit einem Anstieg bei den Tourengeherinnen und Tourengehern von 25% bis 30% bewahrheitet. Vielen Wintersportlerinnen und Wintersportlern fehlt es am notwendigen Wissen um die Gefahr von Lawinenabgängen und um die richtige Einschätzung der Situation.

Schneefall, Sturm und Regen der letzten Tage haben zu einer erheblichen und in manchen Regionen zu einer großen Lawinengefahr geführt. Vor allem in Kammlagen, in steilen Mulden und Rinnen ist es zu umfangreichen Verfrachtungen gekommen. Älterer sowie frischer Triebschnee ist bereits bei geringer Zusatzbelastung auslösbar. Daneben ist in den höheren Lagen das Altschneeproblem auch noch zu beachten. Durch Regen bis in die mittleren Lagen ist in einigen Bereichen mit verschieden großen spontanen Nassschneelawinen zu rechnen. In steilen Hochlagen sind je nach Neu- bzw. Triebschneesituation mittlere bis große spontane Lawinen möglich.

Durch die wiederholten Schneefälle mit Wind gibt es umfangreiche störanfällige Triebschneeablagerungen, die Schwachschichten enthalten und mit der Altschneedecke schlecht binden. Regen bis in die mittleren Lagen durchfeuchtet die Schneedecke, die ihre Festigkeit verliert und somit instabil ist. Der Triebschnee und die Schneedecke sind unregelmäßig verteilt und das Schneedeckenfundament enthält in den Hochlagen teils noch relevante Schwachschichten.

„Ich warne eindringlich davor, die Situation zu unterschätzen. Schon bei Lawinenwarnstufe 3, also erheblicher Lawinengefahr, braucht man viel Erfahrung und Fachwissen, um sich sicher im alpinen Gelände, oder abseits der Pisten bewegen zu können. In den südlichen Hochlagen ist die Lawinengefahr sogar als ´groß` einzustufen, also eine Situation, in der man eigentlich besser auf eine Schitour verzichten sollte. Wer dennoch bei solchen Bedingungen im freien Gelände unterwegs ist, sollte  sich jedenfalls sehr genau mit dem Lawinenbericht auseinandersetzen und nicht auf die Sicherheitsausrüstung vergessen. Wenn sich jemand nicht sicher ist, ob er eine Tour in Angriff nehmen sollte, so ist jetzt sicherlich der beste Zeitpunkt, lieber einmal auf das Bergerlebnis zu verzichten. Unnötige Risiken einzugehen stellt nicht nur eine individuelle Gefahr dar, sondern gefährdet auch die Bergretterinnen und Bergretter, die natürlich ausrücken, wenn etwas passiert,“ appelliert LR Klinger an die Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher Vorsicht walten zu lassen.

Den aktuellen Lawinenbericht finden Sie unter:

https://oberoesterreich.avalanche-warnings.eu/

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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