„Regional statt global. Richtungswahl für unsere heimischen Landwirte.“

PRESSEKONFERENZ
mit
Landeshauptmann-Stv. Dr. Manfred Haimbuchner
FPÖ-Landesparteiobmann
Landtagsabgeordneter KR Ing. Franz Graf
Obmann der Freiheitlichen Bauernschaft OÖ

Die Landwirtschaftskammerwahl in Oberösterreich am 24. Jänner – Freiheitliche Landwirtschaftspolitik macht die heimische kleinstrukturierte Landwirtschaft zukunftsfähig.

Grundsätze freiheitlicher Landwirtschaftspolitik:

Das Schicksal unserer Heimat ist eng mit unserer Landwirtschaft verbunden. Österreich kann nur frei sein, wenn seine Landwirtschaft imstande ist, die Bevölkerung mit einem Selbstversorgungsgrad von 100 Prozent mit gesunden Lebensmitteln zu versorgen. Die FPÖ und die Freiheitliche Bauernschaft bekennen sich zu einer bäuerlichen und dezentral strukturierten Landwirtschaft abseits von Agrarfabriken.

Ein freier und leistungsfähiger Bauernstand ist Voraussetzung für den Erhalt der natürlichen Existenzgrundlagen unserer Heimat. Eine flächengebundene land- und forstwirtschaftliche Produktion nimmt auf das kleinräumige natürliche Gleichgewicht Rücksicht, schont die natürlichen Ressourcen und schafft die für Österreich typische bäuerliche Kultur- und Erholungslandschaft. Abgesehen von der land- und forstwirtschaftlichen Produktion hat der Bauernstand eine besondere volkswirtschaftliche Bedeutung für die Erhaltung der Kulturlandschaft, den Schutz der alpinen Siedlungsräume, für die Eigenversorgung mit gesunden Lebensmitteln, für die Krisenversorgung und für die Erhaltung der Landeskultur. Der Arbeitsplatz Bauernhof ist ein hohes Gut. Die Struktur der bäuerlichen Familienbetriebe als Vollerwerbsbetriebe ist vor den Verzerrungen der europäischen Agrarförderpolitik zu schützen.

Unsere österreichische Landwirtschaft steht seit Jahren unter Druck. Seit dem EU-Beitritt 1995 hat sich die Zahl der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe österreichweit um 32 Prozent verringert (seit 1960 sind es 60 Prozent weniger Betriebe). Bis zum Jahr 2025 prognostiziert die Landwirtschaftskammer Österreich einen Rückgang der landwirtschaftlichen Betriebe um ein weiteres Drittel.

Die falsche Agrarpolitik der EU, der Druck des Weltmarktes und der zunehmend unattraktiv werdende Beruf des Landwirtes sorgen – neben vielen weiteren Gründen – für immer mehr Betriebsschließungen. Die stagnierenden oder sogar gesunkenen Deckungsbeiträge aus den Produktionen und der steigende Aufwand für Betriebsmittel sprechen ebenfalls für eine dringende Entlastung der landwirtschaftlichen Betriebe und einer Erhöhung der Wertschätzung für die wichtige Arbeit unserer Bauern.

Um diesen politischen Zielen gerecht zu werden, sieht die Freiheitliche Bauernschaft OÖ folgende Forderungen als vorrangige Maßnahmen, um die heimische Landwirtschaft zu unterstützen:

  1. Durchgängige Herkunftskennzeichnung

Jeder Konsument soll sich selbst frei entscheiden, ob er Nahrungsmittel kauft, die über tausende Kilometer transportiert wurden oder Lebensmittel, die von heimischen Landwirten stammen. Diese Entscheidungsfreiheit setzt jedoch ebenso eine durchgängige Kennzeichnung von Lebensmitteln voraus. Der Vielfalt und Unübersichtlichkeit hinsichtlich vermeintlicher Qualitäts- und Gütezeichen ist durch eine klare, ehrliche, durchgängige, verbindliche und für den Verbraucher überschaubare Lebensmittelkennzeichnung – auch und vor allem für verarbeitete Produkte – zu begegnen. Damit kann der Konsument entscheiden, ob er heimische Produkte kauft, deren Qualitätsstandards garantiert hoch sind und daher einen fairen Preis verdienen.

Mit jedem heimischen landwirtschaftlichen Betrieb, der schließen muss, steigt der Import von ausländischen Produkten. Es kann nicht immer sichergestellt werden, dass die eingeführten Waren unseren hohen qualitativen Anforderungen entsprechen, etwa weil sie unsere Tier- und Umweltschutzstandards nicht erfüllen oder weil sehr weite Transportwege zurückgelegt werden müssen. Durch diese gefährliche Entwicklung wird die eigene landwirtschaftliche Produktion reduziert bzw. verlagert, um dann aus Ländern mit niedrigeren Umwelt- und Arbeitsstandards zu importieren.

2. Regionalität

Viele der in Österreich zum Verkauf angebotenen Lebensmittel haben eine lange Reise hinter sich. So legt etwa Orangensaft aus Brasilien 13.000 km zurück, bevor man ihn in die Regale österreichischer Supermärkte schlichtet. Bevor holländischer Käse bei uns ist, wird er zunächst auch einmal über eine Strecke von etwa 1.000 km befördert. Für Grillkohle wird oftmals Tropenholz verwendet, anstatt heimisches Brennholz zu verarbeiten. Für den Import eines Kilogramms Kiwi aus Neuseeland benötigt man etwa die gleiche Energiemenge wie für den Transport von sechs Tonnen österreichischer Äpfel bis ins Handelsregal.Das sind nur wenige Beispiele für unsinnig lange Transportwege und fragwürdige Produktinhalte.

Regionalität im Zusammenhang mit der landwirtschaftlichen Produktion ist eng verbunden mit dem Begriff der „Ernährungssicherheit“. Es geht dabei um die Verfügbarkeit von Nahrung und den Zugang zu Nahrung. Bei lokaler Betrachtung wird zunächst nur die lokale Produktion berücksichtigt und zum lokalen Bedarf in Beziehung gesetzt. Dabei sind regionale Produkte nicht zwingend mit einem festen Kilometerradius zu identifizieren. Ein regionales Produkt soll nämlich auch dort entstehen, wo es kulturell verwurzelt ist, wo geeignete klimatische Bedingungen vorherrschen. Es handelt sich bei einem Konzept, das authentisch Regionalität umsetzen will, um ein Kreislaufsystem zwischen vielen Wirtschafts- und Versorgungsbereichen, nicht nur der Landwirtschaft. So wünschen sich viele Österreicher generell mehr Investitionen in ihrer eigenen Region.

Gleichzeitig garantieren nur regionale Produkte einen geringeren Transportaufwand und sorgen dafür, dass die Wertschöpfung innerhalb der Region erhalten bleiben kann – und somit lokalen Produzenten zugute kommt. Regionale Produkte für sich allein stellen nicht zwingend eine ökologisch bessere Alternative zu nicht regionalen Produkten dar. Nur im Zusammenhang etwa mit Saisonalität kann regionale Ware ihr volles ökologisches Potenzial ausschöpfen.

Zudem soll auch der regionale Konsum weiter attraktiviert werden, etwa indem die gesetzlichen Bedingungen für die Direktvermarktung verbessert werden, beispielsweise durch Erleichterungen bei der Registrierkasse und praxistauglichere Hygienevorschriften für bäuerliche Direktvermarkter.

3. Bauern wirksam unterstützen

Eine finanzielle Entlastung der Bauern, sowie eine Entbürokratisierung in der Landwirtschaft müssen der freiheitlichen Politik ein dringendes Anliegen sein. Es gilt zu vermeiden, dass Landwirte durch neue Verordnungen und Vorschriften – sei es beispielweise im Umwelt- oder Tierschutz – noch mehr belastet werden. Ein Großteil der Arbeitszeit unserer Bauern fällt für bürokratische Tätigkeiten an. Bei angespannter wirtschaftlicher Situation muss umfassend in den Betrieb investiert werden, um den ständig neuen, teuren Auflagen gerecht zu werden. Gleiches gilt auch für andere finanzielle Belastungen der Betriebe, etwa durch die Erhöhung der SV-Beiträge oder der teilweise ungerechten Feststellung der landwirtschaftlichen Einheitswerte.

Alle unsere landwirtschaftlichen Betriebe müssen durch die verschiedensten Maßnahmen gestärkt werden. Die Freiheitliche Bauernschaft OÖ tritt dafür ein, dass die heimische Landwirtschaft umfassend und auf verschiedenen Ebenen entlastet wird. Dazu zählen bürokratische Entlastungen u. a. bei Verordnungen und Gesetzen, aber auch andere finanzielle und steuerliche Maßnahmen, etwa eine Verdoppelung der Ausgleichszahlung für die ersten 20 ha. Hier ist zu einem nicht geringen Anteil auch die Politik gefordert, wenn es darum geht, unsere landwirtschaftlichen Betriebe wirksam zu unterstützen. Außerdem müssen wir uns endlich von der Illusion freimachen, dass unsere Landwirtschaft ernsthaft als Konkurrent am Weltmarkt auftreten könnte. Das ist eine gefährliche Vorstellung, der seit Jahrzehnten viele unserer Betriebe zum Opfer gefallen sind. Das Motto „Wachse oder weiche“ ist das Todesurteil für unsere familiäre und kleinstrukturierte Landwirtschaft. Wir müssten also unseren Binnenmarkt vor qualitativ minderwertigen Produkten schützen und gleichzeitig unsere Bauern wertschätzen und schützen.

Ausblick:

„Unsere Landwirtschaft erzeugt hochwertige und gesunde Lebensmittel und stellt die Versorgung der Bevölkerung auch in Krisenzeiten sicher“, betont Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Manfred Haimbuchner die Wichtigkeit der Landwirtschaftspolitik. „Unsere Heimat Österreich ist durch eine bäuerliche Kulturlandschaft geprägt, die Generationen von Bauern geformt und gepflegt haben. Traditionen und Brauchtum sind im bäuerlichen Alltag und Jahreskreis entstanden und bilden einen unverzichtbaren Teil unserer Identität“, sind für Haimbuchner aber auch abseits der wirtschaftlichen Bedeutung der Landwirtschaft noch weitere Gründe ausschlaggebend.

„Die Freiheitlichen Bauern stehen für den Erhalt unserer landwirtschaftlich geprägten Kulturlandschaft. Oberösterreichs Bauern wirtschaften auf sehr hohem Niveau und gestalten so auch Lebensräume und unsere Heimat. Wir brauchen aber auch eine Wende in der Agrarpolitik, weg von leeren Versprechungen, hin zu fairen Preisen für regionale Produkte“, unterstreicht der Spitzenkandidat für die Landwirtschaftskammerwahl, LAbg. Ing. Franz Graf.

Eine Wende in der Landwirtschaftspolitik hin zu fairen Preisen für regionale Produkte ist notwendig. Das Jahr 2021 soll das Wendejahr für unsere Bauern und unsere kleinstrukturierte und familiär geführte Landwirtschaft werden. Landwirtschaftspolitik hat in der freiheitlichen Gesinnungsgemeinschaft einen hohen Stellenwert, daher haben unsere Forderungen auch gute Chancen auf Umsetzung, je stärker die freiheitliche Vertretung auf allen politischen Ebenen ist. Bei der Landwirtschaftskammerwahl am 24. Jänner 2021 können Oberösterreichs Bauern ein starkes Zeichen setzen. Nur die Freiheitliche Bauernschaft ist eine echte Alternative für unsere Bauern!

Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

error: (c) by salzTV