Heide nach Brexit: Kulturelle Arbeitserlaubnis ermöglichen!

Auftritte britischer Künstler werden sonst auch im Salzkammergut erschwert

Bisher war es selbstverständlich und ohne Probleme möglich, dass britische Musikerinnen und Musiker in Bad Ischl auftreten konnten. BBC-Moderator Jools Holland, Ben Waters, Stones-Drummer Charlie Watts oder Folk-Musiker im Rahmen des Scottish Colours-Festival waren regelmäßig zu Gast, „Der Brexit und das gerade noch verhandelte EU-UK-Handelsabkommen haben auch einschneidende Auswirkungen auf den Kultur- und Bildungsaustausch zwischen der EU und Großbritannien“, erklärt SPÖ-EU-Abgeordneter Hannes Heide, warum solche Auftritte in Zukunft weniger oft stattfinden werden könnten.

„Das Vereinigte Königreich scheidet endgültig aus den erfolgreichen Austauschprogrammen im Bildungs- und Kultursektor ‚Erasmus+‘ und ‚Creative Europe‘ aus. Bereits genehmigte Projekte, die den aktuellen Programmzeitraum betreffen, werden noch bis zum geplanten Ende durchgeführt. Eine für 2023 vorgesehene Kulturhauptstadt aus Großbritannien fällt jedoch ersatzlos aus, Drittstaaten sind von einer Teilnahme ausgenommen.“

„Ungeklärt ist die Situation jedoch für Künstlerinnen und Künstler im Tourneebetrieb“, beklagt Heide. „Britische Künstler auf Europatour müssten in Zukunft für jeden einzelnen der 27 Mitgliedstaaten ein Visum beantragen. Dasselbe gilt für Künstlerinnen und Künstler aus der EU in Großbritannien. Auch das Carnet – ein Zolldokument für Instrumente und technisches Equipment – steht vor seiner Rückkehr. Das ist eine weitere Hiobsbotschaft für eine durch die Pandemie ohnehin schwer gebeutelte Branche.“ Hannes Heide greift deshalb die Forderung britischer KünstlerInnen nach einer kulturellen Arbeitserlaubnis auf: „Wir brauchen eine einfache und unbürokratische Lösung für den Tourneebetrieb zwischen der EU und Großbritannien. Das Ziel einer kulturellen Arbeitserlaubnis wäre es, dass Musikschaffende, Bands, TV- und Sportstars ohne Visum in die EU bzw. in das Vereinigte Königreich einreisen und sich dort künstlerisch betätigen dürfen. Das muss auch eine Zoll-Ausnahme für Tourenausrüstung beinhalten, die den Import und Export durch Künstlerinnen und Künstler ermöglicht, ohne dass Steuern oder Abgaben bezahlt werden müssen. Die EU und Großbritannien müssen schnell eine Verhandlungslösung für den schwer getroffenen Kulturbetrieb finden.“

Foto:
Hannes Heide
Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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