Oberösterreichs Handel blickt optimistisch auf die weiteren Weihnachtseinkaufstage

Wiesinger: „Bisher verspürt der Handel noch das Fehlen
der Gastronomie und Weihnachtsmärkte“

„Das Weihnachtsgeschäft 2020 hat im stationären Einzelhandel in fast allen Branchen – nach Ablauf des zweiten Lockdowns – erst diese Woche begonnen und das noch etwas verhalten. Der Montag war nach Rückfrage bei zahlreichen Händlern relativ gut, der Dienstag, 8. Dezember, lag etwas unter den Erwartungen“, hofft Ernst Wiesinger, Obmann der Sparte Handel, auf einen für den Handel guten eigentlich ersten Weihnachtseinkaufssamstag 2020.

Laut KMU Forschung Austria lagen die Umsätze am Montag beispielsweise um rund 20 Prozent über dem Niveau vom Dienstag, 8. Dezember. „Aufgrund der Corona-Pandemie und der besonderen Betroffenheit des Einzelhandels muss allerdings deutlich darauf hingewiesen werden, dass das heurige Weihnachtsgeschäft nur schwer mit jenem der Vorjahre zu vergleichen ist, auch gerade deswegen, weil dem Handel in den Innenstädten aber auch den Einkaufszentren die Frequenzen durch die fehlende Gastronomie und die Weihnachtsmärkte abgeht. Gezeigt hat sich jedenfalls bisher, dass der Handel bezüglich Sicherheitsmaßnahmen gut vorbereitet war und der Einkauf für die Kunden derzeit sehr besonnen und stresslos abläuft. In vielen Branchen hoffen die Händler, auf einen kommenden guten Verlauf und auf Schadensbegrenzung bezüglich bisher verlorener Umsätze“, ist Wiesinger optimistisch und hofft, für viele Branchen noch auf umsatzstarke aber disziplinierte Tage.

Eine Branche, die es bisher besonders getroffen hat, ist die jener, der Gastronomie-Zulieferer, für welche die Schließung der Gastronomie und Hotellerie existenzbedrohend ist. „Für die direkten und indirekten Gastronomie-Zulieferbetriebe – von Lebensmittelgroßhändlern über Weinhändler bis hin zu Obst- und Gemüsehändlern – ist der Wegfall des gesamten Weihnachtsgeschäfts eine wirtschaftliche Katastrophe. Die Bundesregierung ist jetzt dringend gefordert, das von ihr bereits versprochene Umsatzersatzmodell für direkte und indirekte Zulieferbetriebe zügig vorzulegen und den betroffenen Betrieben damit Rechtssicherheit und eine wirtschaftliche Überlebenschance zu geben“, fordert Wiesinger.

Aktuelle Renner im Weihnachtsgeschäft
Im Buchhandel beispielsweise sind aktuell Kochbücher und Bücher österreichischer Autoren sowie Kinder- und Jugendbücher stark im Trend. Im Parfümeriewarenhandel gilt natürlich wie jedes Jahr: ein Duft, Pflege- oder Wohlfühlprodukt geht immer. Hier werden aber die letzten Tage unmittelbar vor Weihnachten noch entscheidend sein, da es meist klassische Last-Minute-Geschenke sind. Der Papierhandel verspürt eine verstärkte Nachfrage nach Billets und Karten, hier gilt das Motto Weihnachtskarten statt Besuche. Im Bereich Spielwaren liegen die Trends derzeit bei Spielen wie „Exit“-Spiele, Puzzles, Lego (aber schon teilweise ausverkauft), sowie Schleich-Figuren. Im Sportartikelhandel sind bisher Tourenskier und Schuhe sowie Bekleidung, Schneeschuhe, Langlaufausrütung oder Funktionsbekleidung stark nachgefragt. Verkaufsstärkste Warengruppen im Textilhandel sind aktuell für Herren Hybridjacken (raffinierter Mix aus Hemd und Jacke), Taschen oder funktionelle Accessoires, für Damen Edelstrick, Lammfell und flauschige Materialien, sei es bei Mänteln oder Accessoires wie Hauben, Schals und Fäustlinge. Bei den Schuhen wird auf feminin, robuste Kombination mit Fellfütterung gesetzt, bei den Taschen auf einen Mix aus Leder und Fell, sowie sportlichen Varianten im Vintagestyle. Im Bereich Schmuck gewinnen Emotions- und Liebesgeschenke immer mehr an Bedeutung. Klassischer Solitaire Schmuck, blaue Farbedelsteine, Gold, Diamanten und edle Uhren erfreuen sich großer Beliebtheit.

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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