Das European Heritage Project plant ein Krippenmuseum in Lauffen

an der Traun zum Erhalt des kulturellen Erbes im Salzkammergut. Erste historische Familienkrippe aus dem 18. Jahrhundert wird restauriert.

  • Neues Krippenmuseum im Ortskern von Lauffen in Oberösterreich soll zum 1. Advent in 2021 eröffnet werden
  • Das European Heritage Project lässt eine der größten historischen Familienkrippen für das geplante Museum umfassend restaurieren, weitere bedeutende Krippen werden folgenMünchen, 11. Dezember 2020 – Das European Heritage Project (EHP), eine Initiative des Unternehmers Prof. Dr. Dr. Peter Löw, plant ab dem kommenden Jahr in der historischen Salzstadt Lauffen an der Traun ein Krippenmuseum für Einwohner und Touristen zu etablieren. Das Museum soll in das ehemalige Haus „Lauffen 15“ der Kaiserin-Elisabeth-Spitalstiftung am Marktplatz integriert werden, das von der Stadt an das EHP verkauft worden war. Es steht unweit der berühmten Pfarr- und Wallfahrtskirche „Maria im Schatten“. Das sogenannte Salzfertigerhaus aus dem 16. Jahrhundert stand Jahrzehnte lang leer, und wird nun vom European Heritage Project komplett neben zwei weiteren historischen Gebäuden im Ortskern saniert. „Der große Zuspruch der Lauffner Bürger zur Wiederbelebung ihres historischen Marktplatzes, als Teil eines umfassenden Ortsentwicklungskonzeptes, bewegte uns dazu, ein zu der Geschichte Lauffens und den Ambitionen seiner Einwohner passendes Krippenmuseum zu planen. Dieses wird voraussichtlich zum 1. Advent in 2021 offiziell eröffnet werden. Wir möchten hiermit einen Beitrag leisten, das kulturelle Erbe des Salzkammerguts zu erhalten und es gleichzeitig erfahrbar zu machen“, sagt der leitende Kurator des EHP Peter Löw. Das Krippenmuseum wird im Erdgeschoss des ehemaligen Armenhauses seinen Platz finden und mehrere historisch bedeutsame Krippen zeigen. Die Besucher werden über die jahrhundertealte Handwerkskunst informiert, die teilweise über mehrere Generationen bis heute weitergegeben wird, und sie erfahren Details zu ihren Besitzern, den historischen Figuren und ihren Geschichten. Eine Gastwirtschaft ist ebenfalls im selben Haus geplant, die im Anschluss für das leibliche Wohl der Besucher sorgt.Eine der größten Familienkrippen des SalzkammergutsAls eines der ersten Exponate, des sich ab Frühjahr 2021 im Bau befindlichen Museums, kaufte das European Heritage Project im Oktober 2020 ein historisch bedeutsames Krippenensemble, das teilweise aus dem 18. Jahrhundert stammt. Hierbei handelt es sich um die sogenannte „Hocker-Krippe“, deren älteste Figuren auf die Zeit von Kaiserin Maria- Theresia zurückgehen. Das Ensemble wurde anschließend nachweislich bis Ende des 19. Jahrhunderts ergänzt. Die „Hocker-Krippe“ ist vollständig aus Lindenholz gefertigt und besteht insgesamt aus über 350 Einzelfiguren mit dazugehörigen Staffagen und Kulissen. Einige der Gebäude und Paläste stammen offenbar von demselben Schnitzer, der auch bei der berühmten „Kalss-Krippe“ mitwirkte, die jetzt im Bad Ischler Stadtmuseum ausgestellt ist. Mit

einer Fläche von rund sechs Quadratmetern, zählt die Hocker-Krippe zu den größten Familien- bzw. Hauskrippen im Salzkammergut.

Die „Hocker-Krippe“ befand sich von Anfang an in altem Ischler Privatbesitz, der im Salzbergbau tätigen Familie Kain. Als Arbeiter an den Sudpfannen, zählten sie zu den sogenannten „Pfannhausern“, die die Wartezeiten zum Schnitzen von Krippenfiguren nutzen, bis das Salz gesotten war. Daher spricht man auch von einer „Pfannhauser“-Krippe.

Ihre Geschichte lässt sich nahtlos weiterverfolgen: 1940 erhielt Franz Hocker von seiner Taufpatin Viktoria Kain die Krippe vererbt. 1949/50 wurde sie erstmals im Salinengebäude Bad Ischl öffentlich ausgestellt. Von 1971 bis 1987 befand sich die Krippe in Lauffen an der Traun und wurde jährlich aufgestellt. 1988 erbte Dr. Franz Hocker die Krippe und nahm sie zu sich nach Salzburg. Seither war sie nie mehr in ihrer vollen Größe zu sehen.

Die umfangreiche Restaurierung eines Kulturdenkmals

Doch bevor die Krippe wieder öffentlich ausgestellt werden kann, muss sie zunächst umfassend restauriert werden. Der Krippenbaumeister und Konsulent Rudolf Aitenbichler hat sich der Krippe bereits angenommen und geht von einem Zeitraum von mehr als 5 Monaten aus. Denn einige Figuren befinden sich aktuell in einem schlechten Zustand. Eine besondere Herausforderung besteht darin, die alten Kaseinfarben wieder zu restaurieren, da viele Figuren zunächst von ihrer späteren Übermalung mit Ölfarben befreit werden müssen. Die Hautpartien, die ursprünglich mit Schellack überzogen waren, konnten bereits gereinigt und wieder originalgetreu lackiert werden. Die historischen Blattvergoldungen, insbesondere bei den Heiligen Drei Königen, sind stark berieben, bzw. abgeplatzt und müssen überholt werden. Fehlende Partien müssen nachgeschnitzt, neu gefasst, bemalt und ergänzt werden. Dennoch ist Rudolf Aitenbichler zuversichtlich rechtzeitig zur Eröffnung des Museums fertig zu werden und sagt: „Es handelt sich um ein einmaliges Krippenensemble, dass es in dieser Form kein zweites Mal gibt. Ein Glücksfall für Lauffen und das Salzkammergut und eine besondere Ehre für mich, dass ich an so einer altehrwürdigen Krippe arbeiten darf.“

Weitere Informationen zum European Heritage Project und seinem Vorhaben in Lauffen an der Traun, erhalten Sie über die Webseite: https://europeanheritageproject.com/lauffen-3/.

Über das European Heritage Project

Das European Heritage Project (EHP) ist eine ehrenamtliche Initiative des Starnberger Unternehmers Prof. Dr. Dr. Peter Löw, der das EHP 1998 mit dem Ziel gründete, weltweit Architektur- und Kulturdenkmäler instand zu setzen, zu bewahren und der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen. Öffentliche Organisationen sollen bei der Bewahrung von Baudenkmälern als Kristallisationspunkte regionaler Identität gezielt unterstützt werden. Prof. Dr. Dr. Peter Löw steht dem weiteren Heritage Rat, bestehend aus Frau Clara Löw und Herrn Remo Letrari, als leitender Kurator vor. In den vergangenen zwei Jahrzehnten seines Bestehens, konnte das EHP bereits mehrere Schlösser, Klöster und Burgen sowie ganze innerstädtische Ensembles erfolgreich sanieren, restaurieren und wiederbeleben.

https://europeanheritageproject.com

Rudolf Aitenbichler bei der Restaurierung einer der historischen Figuren der „Hocker-Krippe“.
Teil des historischen Ensembles der „Hocke-Krippe“.
Restauriertes Figuren-Ensemble der „Hocker-Krippe“ aus Lindenholz.
Rudolf Aitenbichler in seiner Werkstatt.

Fotos: Aitenbichler

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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