Oö. Handel hofft auf ein zufriedenstellendes Weihnachtsgeschäft

Wiesinger: „Öffnung des gesamten Handels ab Montag ist
ein wichtiger Lichtblick und gibt ein wenig Zuversicht“

„Die Corona-Pandemie hat das Leben im Jahr 2020 in außerordentlicher Weise geprägt und wird es auch noch einige Zeit tun. Das trifft auch auf den Einzelhandel zu, der im heurigen Jahr bisher mit deutlichen Umsatzrückgängen konfrontiert ist. Die Öffnung des gesamten Handels ab 7. Dezember ist aber ein wichtiger Lichtblick in Hinblick auf das heurige Weihnachtsgeschäft, das bisher kaum stattfand, gerade im Zuge des zweiten Lockdowns. Das bringt uns ein großes Stück von jener Normalität zurück, nach der wir uns alle sehnen. Deshalb hoffen wir auf einen guten Start am kommenden Montag“, sagt Ernst Wiesinger, Obmann der Spartze Handel der WKO Oberösterreich.

„Die Einschränkungen rund um Corona treffen uns alle, insbesondere jene Betriebe im Handel, die in der umsatzstärksten Zeit des Jahres mit Einbußen zu kämpfen haben. Eine Ausnahme davon ist sicherlich der Lebensmitteleinzelhandel. Darum hoffen wir auch auf die kommenden Tage, um in den betroffenen Branchen noch etwas an Boden gut machen zu können und den bisher entstandenen Schaden noch etwas begrenzen zu können. Der Handel ist auf jeden Fall gut auf die kommenden Tage vorbereitet und wird auch den Kunden die notwendige Sicherheit beim  Einkauf bieten. Ein Beitrag dazu ist auch die Anpassung der Öffnungszeiten. Demnach können die Geschäfte am 8. Dezember von 9 bis 19 Uhr geöffnet haben, an den beiden Samstagen vor Weihnachten, den 12. und den 19. Dezember, kann die Öffnungszeit bis 19 Uhr verlängert werden. Eine Verlängerung der Öffnungszeiten an den traditionell einkaufsstärksten Tagen macht im Hinblick auf eine Entflechtung der Kundenströme absolut Sinn“, so Wiesinger.

„Prognosen zum Ablauf der kommenden Wochen für den oberösterreichischen Handel sind schwer zu machen, denn es bestehen sehr viele Fragezeichen. Wie wirken sich beispielsweise die steigende Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit sowie die beiden Lockdowns auf die Kaufkraft der Österreicher aus, die sich laut Regioplan bis Jahresende wahrscheinlich um 7 Prozent reduziert. Dazu komme, so Regioplan, die allgemeine Unlust einkaufen zu gehen, denn Masken und Ansteckungsbedenken mindern den Spaßfaktor. Auch die geschlossene Gastronomie oder das Fehlen der Weihnachtsmärkte, die üblicherweise starke Frequenzbringer sind, wirken sich bestimmt auf die Kauflust aus“, so der Spartenobmann.

Nach einer aktuellen Umfrage der KMU Forschung Austria werden im Vergleich zum Vorjahr weniger Österreicher Weihnachtsgeschenke einkaufen und deutlich weniger Geld ausgeben: 87 Prozent planen Geschenke im Wert von durchschnittlich 330 Euro zu kaufen (gegenüber 90 Prozent und einem durchschnittlichen Budget von 360 Euro im Vorjahr). Für 57 Prozent hat Corona einen Einfluss auf ihr Einkaufsverhalten in der Weihnachtszeit. Dieses Jahr wollen 31 Prozent verstärkt bei Geschäften in ihrer Umgebung einkaufen und 29 Prozent möchten verstärkt regionale Produkte erwerben. 12 Prozent planen ihre Einkäufe verstärkt in Online-Shops von österreichischen Anbietern zu tätigen. „Gerade jetzt ist es wichtig, Solidarität zu leben und die regionale Wirtschaft zu unterstützen“, appelliert Wiesinger.

Das Ranking der häufigsten Weihnachtsgeschenke wird, so die Umfrage, von Gutscheinen angeführt: 41 Prozent der Konsumenten planen diese unter den Christbaum zu legen (Vorjahr: 38 Prozent). Gutscheine haben damit Bücher als beliebtestes Präsent überholt. 38 Prozent wollen ihren Liebsten heuer etwas zum Lesen schenken. Spielwaren liegen mit 34 Prozent an dritter Stelle. Dahinter folgen auf Platz 4 und 5 Bekleidung/Textilien und Kosmetikartikel mit 33 Prozent bzw. 25 Prozent.

Titelbild: Ernst Wiesinger, Obmann der Sparte Handel der WKOÖ. copyright: Kellner & Kunz, 

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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