Vöcklabruck: Bürgermeister Brunsteiner übergibt an Kölblinger

Er war der längstdienende Bürgermeister Vöcklabrucks: Nach 29 Jahren an der Spitze der Bezirksstadt legt Mag. Herbert Brunsteiner am 10. Dezember sein Amt zurück.

In der Kommunalpolitik war Brunsteiner noch viel länger: Seit November 1979. Von 13.11.1979 bis 1985 war der Mathematik- und Sportprofessor Gemeinderat, von 7.11. 1985 bis 1991 dann Stadtrat. Am 22.3.1991 wurde Brunsteiner zum Vizebürgermeister gekürt, 12.11.1991 wurde er Bürgermeister der Stadt Vöcklabruck.

Bei den folgenden Bürgermeister-Direktwahlen zeigte sich jedes Mal der große Rückhalt, den das frischgebackene Stadtoberhaupt bei den Vöcklabruckerinnen und Vöcklabruckern genießt: Bei zwei Gegenkandidaten kam Brunsteiner 1997 auf 68,42 % der Stimmen. 2003 waren es 61,74 %; 2009 bereits 68,71 % und im Jahr 2015 sogar 69,91 %.

Von 243 Gemeinderatssitzungen absolvierte er 184 als Vorsitzender. 285 Mal tagte der Stadtrat in den 41 Jahren von Brunsteiners Tätigkeit in der Kommunalpolitik, 246 Stadtratssitzungen stand er als Bürgermeister vor.

Die Sitzungsprotokolle spiegeln sowohl die Vielseitigkeit als auch das Engagement Herbert Brunsteiners.

  • Gleich in seiner ersten Periode als Neo-Politiker (1979 – 1985) zeichnete er als Obmann verantwortlich für den Sportausschuss und war Mitglied im Ausschuss für Schul-, Jugend- und Kulturangelegenheiten.
  • In der Periode 1985 – 1991 übernahm er als Obmann den Ausschuss für Schule, Jugend und Sport, war stellvertretender Kulturausschussobmann und arbeitete im Ausschuss für Öffentliche Ordnung und Verkehr mit.
  • 1991 – 2003, also zwei Perioden lang, leitete er den Ausschuss für Finanz-, Rechts- und Grundangelegenheiten.
  • 2003 – 2009 wirkte er im Jugend- und im Finanzausschuss mit.

Unzählige Projekte, die heute aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken sind, tragen Brunsteiners Handschrift.

Ganz am Anfang stand die Einführung des Stadtbusses, den speziell jene, die nicht (mehr) so mobil sind, zu schätzen wissen. Da auch Regau, Attnang-Puchheim und Redlham erschlossen wurden, ist der Weg aus den Nachbargemeinden in die Bezirksstadt ein kurzer. Einer der letzten „Einsätze“ Herbert Brunsteiners als Bürgermeister war die Eröffnung des neuen Fahrgastzentrums in der Ferdinand Öttl-Straße.

Als eine der ersten Gemeinden in Oberösterreich trat Vöcklabruck dem Klimabündnis bei.

Enorm viel wurde gebaut, um- und ausgebaut. Besonders große „Brocken“ waren die Umgestaltung des Stadtplatzes und die Errichtung des neuen Seniorenheimes am Pfarrerfeld anstelle des alten Heimes. Aber auch das neue Hallenbad und der Umbau des Rathauses waren Großprojekte.

Massiv ausgebaut wurde die Kleinkinderbetreuung. Im Juni 2018 wurden der neu gestaltete Stelzhamerkindergarten und die Krabbelstube eröffnet. Aus der Czerwenka-Liegenschaft in der Schererstraße entstand eine der schönsten Landesmusikschulen Oberösterreichs. Nach der höchst erfolgreichen Landesgartenschau im Jahr 2007 konnte die Stadt die sogenannte Hatschekstiftung als Offenes Kulturhaus erhalten. Für kleine und große Sportlerinnen und Sportler hat die Stadt den Delta-Sportpark gesichert und um eine Kletteranlage ergänzt.

Die Aufbahrungshalle wurde neu gebaut, der Steg „Blaues Eisen“ und die Bahnüberführung Vornbuch wurden errichtet, neue Kreisverkehre entstanden. Das Bahnhofsareal wurde inklusive der Parkplätze erneuert. Besonders erfreulich für die Bürgerinnen und Bürger war, dass Vöcklabruck nach langem Ringen schließlich Railjet-Haltestelle wurde.

Sicherlich eines der herausforderndsten Vorhaben ist derzeit der Schulcampus in der Hatschekstraße-Schubertstraße, der der Pestalozzischule, mehreren Volksschulklassen sowie der Polytechnischen Schule Platz bieten wird. Trotz aller corona- und auch wetterbedingten Widrigkeiten während der bisherigen Bauarbeiten liegt man im Zeitplan, der Eröffnung mit Schulbeginn 2021 steht aus heutiger Sicht nichts im Wege.

Nach 29 Jahren als Bürgermeister und 41 Jahren in der Kommunalpolitik geht Herbert Brunsteiner mit einem lachenden und einem weinenden Auge:

Ich durfte gestalten und musste verwalten, und auch wenn nicht alles friktionsfrei und auch wunschgemäß verlaufen ist, kann ich sagen: Ich habe immer nach meinem besten Wissen und Gewissen gehandelt.

Es ist schön zu sehen, wo ich überall an einer positiven Entwicklung mitwirken konnte.

Nun ist es einerseits an der Zeit, mein Amt in jüngere Hände zu übergeben, andererseits möchte ich mich nun mehr meiner Familie widmen, die durch die Politik bestimmt zu kurz gekommen ist.

Meiner Nachfolgerin Elisabeth Kölblinger wünsche ich ein offenes Herz und eine gute Hand sowie das Vertrauen der Vöcklabruckerinnen und Vöcklabrucker!“

Fotos: Rathaus

25 Jahre Bürgermeister Brunsteiner – 29 Jahre wurden es in Summe.

Eröffnung Post Partner:
Mit vereinten Kräften gelang es, nach dem Abzug der Post in die Varena im ehemaligen Postamt einen Post Partner zu installieren.

Mit der Übergabe des neu gestalteten Stadtplatzes an die Bürger im Oktober 2018 wurde ein Großprojekt abgeschlossen.

Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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