ÖBB: Gut vorbereitet in den Winter mit noch mehr Power

Der Winter ist da, erste größere Schneemengen sind in den nächsten Tagen im Süden Österreichs zu erwarten. Die ÖBB sind winterfit und gehen gut gerüstet in die kalte Jahreszeit. Ein neues technisches Kraftpaket unterstützt sie dabei.

(Graz, 02.12.2020) – Wie jedes Jahr haben die ÖBB die technische Winterausrüstung aktiviert und die Vorbereitungen für Eis, Frost und Schnee getroffen. Dafür investieren sie österreichweit jährlich rund 40 Millionen Euro, bis zu 5.000 Mitarbeiter stehen im Einsatz. In Kärnten und der Steiermark arbeiten bundesländerübergreifend bis zu 370 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Schichtbetrieb, um einen reibungslosen Bahnbetrieb gewährleisten zu können – vor allem im Gleis- und Weichenbereich sowie an den Bahnsteigen. Bei außergewöhnlichen Schneemengen können zusätzlich noch bis zu 500 Einsatzkräfte mobilisiert werden, auch das Bundesheer steht bei besonderen Ereignissen zur Verfügung.

Neue Hochleistungsschneeschleuder im Einsatz

Ab diesem Winter setzen die ÖBB eine neue Hochleistungsschneeschleuder ein. Nachdem die beiden vorhandenen Schneeschleudern bereits um die 40 Jahre alt sind, wurde ein neues Gerät angeschafft, um auf die Wetterextreme noch besser reagieren zu können. 

Die neue Hochleistungsschneeschleuder mit Drehrahmenkonzept ist 2 x 1.000 PS-stark (Fahrt- und Schleuderantrieb), 77 Tonnen schwer, hat 4 Achsen und erzielt eine Räumleistung von bis zu 15.000 Tonnen/Stunde. Damit ermöglicht sie Einsatzzeiten bei Temperaturen von bis zu minus 25 Grad. Die Schneeschleuder ist drehbar und erreicht eine Eigenfahrtgeschwindigkeit von bis zu 100km/h.

Einige Berufsgruppen im Winterdienst besonders gefordert

Die Technikerinnen und Techniker sowie die Lehnenmeister sorgen bereits vor der kalten Jahreszeit dafür, dass sich die Anlagen in einwandfreiem Zustand befinden. Hat der Winter Einzug gehalten, sind verschiedene Berufsgruppen besonders gefordert. Dazu zählen beispielsweise die Streckenmitarbeiterinnen und -mitarbeiter, die Weichen von Schnee und Eis befreien oder die Fahrdienstleiterinnen und -leiter, die bei Streckenunterbrechungen aufgrund von Schnee entsprechende Ersatzmaßnahmen setzen, um den Zugbetrieb bestmöglich aufrecht zu erhalten. Das ÖBB-Streckennetz, mit knapp 5.000 km in Österreich, wird während des Winters kontinuierlich mit Schneepflügen, Schneefräsen und Schneebürsten vom Schnee befreit.

Weichenheizung lässt Schnee und Eis schmelzen

Österreichweit werden über zwei Drittel der knapp 14.000 Weichen elektrisch beheizt. Wenn abzusehen ist, dass Schnee und Eis wichtige Weichenverbindungen behindern, werden die Weichenheizungen automatisch aktiv und bringen den Schnee im Weichenbereich zum Schmelzen. Bei extrem widrigen Witterungsverhältnissen haben die Fahrdienstleiterinnen und -leiter zusätzlich die Möglichkeit, die sogenannte „Flugschneetaste“ zu aktivieren und für eine festgelegte Zeit ein „Dauerheizen“ zu veranlassen. Dadurch bleiben die Weichen frei von Schnee und Eis.

Lawinenverbauungen, Steinschlagschutznetze und Wildbachsperren

Die ÖBB setzen mit Investitionen in Lawinenverbauungen, Steinschlagschutznetze und Wildbachsperren auf Prävention statt auf punktuelle Gefahrenabwehr. Österreichweit werden von den ÖBB daher rund 190.000 Laufmeter Steinschlag- und Lawinenverbauungen betreut, rund 3.500 Hektar Felsflächen überwacht und rund 2.800 Hektar Schutzwälder bewirtschaftet. Datenbanken und geographische Informationssysteme unterstützen bei der Inspektion, Wartung, Instandsetzung und Erneuerung von Schutzbauten. Die Beteiligung und Initiierung von Forschungsprojekten garantiert zudem hohes technisches und wissenschaftliches Know-how.

Punktgenaue Wetterprognosen und ständige Verbesserungen

Da sich Wetterextreme häufen, ist es notwendig, schnell reagieren zu können, damit die Gleise frei bleiben und die Fahrgäste sicher zu ihrem Zielort kommen. Entscheidend für die Aktivierung der Einsatzkräfte ist die Wettervorhersage. Die ÖBB verfügen seit einigen Jahren über ein sehr genaues, betriebseigenes Wetter-Vorwarnsystem (Schneehöhe, Wind, Temperatur). In den verschiedenen Regionen liefern ÖBB-eigene Wetterstationen sowohl im Hochgebirge als auch an den Strecken wichtige Daten. Diese werden mit jenen der externen Dienstleister abgeglichen und ergänzt. Auf Basis dieser Erkenntnisse werden die Bereitschaftsdienste organisiert und das Personal gegebenenfalls mobilisiert. Die Erfassung von Naturgefahrenpotenzialen ist auch die wichtigste Entscheidungsgrundlage für langfristige Präventivmaßnahmen und die Basis für die Planung von technischen Schutzmaßnahmen. 

ÖBB-Winterdienst: Zahlen – Daten – Fakten

  • Rund 40 Millionen Euro investieren die ÖBB jährlich in den Winterdienst
  • 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind österreichweit im Einsatz (Steiermark und Kärnten: 370)
  • Mehr als 1.000 Bahnhöfe und Haltestellen werden von Eis und Schnee befreit (Bahnhöfe Steiermark: 123)
  • Von knapp 14.000 Weichen österreichweit sind knapp 10.500 mit Weichenheizungen ausgestattet (Weichenheizungen Steiermark: 1.465)
  • 192 km Lawinen- und Steinschlagschutz werden österreichweit auf ihre Wintertauglichkeit kontrolliert.

Fotos: ©ÖBB/Fritscher bzw. ©ÖBB/Kriechbaum

17.04.2019. Hochfilzen, Tirol, Österreich, die neu gelieferte Hochleistungsschneefräse mit der Typenbezeichnung Beilhack HB1100S absolviert im Bahnhof Hochfilzen ihren ersten Test zur Schneeräumung unter realen Bedingungen. Die Schneefräse trägt die UIC Nummer A-ÖBB 99 81 9191 000 4 und die nationale Fahrzeugnummer X.491.003-0.
Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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