Gemeinsam stark –Ganslbauern meistern Lock Down mit Bravour

„Die heutige Pressekonferenz am schönen Hof von Obfrau Heidi Hebesberger beleuchtet ein richtiggehendes Leuchtturmprojekt, die heimische Weidegans. Die durchgehende Konzentration auf kurze Wege und regionale Verankerung –von den Gösseln, den jungen Gänsen, über die Aufzucht auf den heimischen Weiden bis hin zur Vermarktung über die lokale Gastronomie –ist beispielhaft. Selbst die Daunen werden in Zukunft lokal gesammelt und die fertigen Produkte in der Region verkauft. Durch die Bemühungen des Genussland OÖ und die engagierten oberösterreichischen Gastronominnen und Gastronomen konnte der Absatz der verkaufsfertigen Gänse heuer trotz Lock Down gesichert werden.Das ist der große Bonus regionaler Wirtschaftskreisläufe.“Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger

Die österreichische Weidegans –Musterbeispiel für Regionalität

Seit dem Start des Projekts „Oberösterreichische Weidegans (ÖWG)“ im Jahr 1992 baut der Verband aufdie regionale Verwurzelung.Der Erfolg gibt ihm Recht.Mittlerweile wurde das Projekt auf andere Bundesländer ausgedehnt. 275 Mitglieder im Projekt verkaufen in ganz Österreich jährlich rund 45.000 Gänse.Regionalität bedeutet bei den Weidegänsen auch die Haltung der Gänseelterntiere im Bezirk Vöcklabruck. Ausgebrütet werden diese Bruteier in 32 Tagen ebenfalls im Bezirk Vöcklabruck in der einzigen Gänsebrüterei Österreichs. Von den 275 Mitgliedsbetrieben der ÖWG arbeiten 95 Ganslbauern in biologischer Wirtschaftsweise. In Oberösterreich halten 120 Betriebe rund 20.000 Gänse. „Die enge Vernetzung der Betriebe geht bei den Ganslbäuerinnen und Ganslbauern aber auch bei der Vermarktung weiter. Ein großer Teil des Absatzes geht in die Gastronomie, belastbare Partnerschaften haben sich gebildet. Genau hier setzt dasGenussland OÖ an undbringt die landwirtschaftlichen Erzeugerinnen und Erzeuger mit den Gastronomie-Betrieben zusammen. Im aktuellen Lock-Downhat sich diese enge Kooperation besonders bezahlt gemacht.Die Bewerbung des Gansl Take-Away oder auch Gansl to go durch das Genussland und die Bemühungen der Gansl-Bauern selbst habensogar zu einem stärkeren Absatz als in normalen Jahren geführt. Die Bindung zwischen den Produzenten über die Gastronomie bis hin zu den Genießern der heimischen Ganslnhat sich in den letzten Jahren so gut entwickelt und als so belastbar erwiesen, dass in kürzester Zeit die drohende Absatzflaute verhindert werden konnte. Das ist mal eine Erfolgsgeschichte“,so Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger.

Heimische Daune –Unternehmergeist findet Tierwohl

Weidegänse werden besonders tierfreundlich gehalten. Die Richtlinien des Verbands sehen 100 Quadratmeter Weide vor statt 10Quadratmeter bei der Freilandgans. Futtergrundlage der Tiere ist zum überwiegenden Anteil die Weide, die Zufütterungvon Getreide ist aufgrund der großen Weidefläche untergeordnet. Die Gänse werden bereits in der Jugendphase möglichst viel im Freien gehalten und entwickeln daher besonders dichte und isolierende Daunen.Die Verarbeitung dieser Daunen samt angeschlossenem Hofladen stellt eine weitere Erfolgsgeschichte am Ganslhof Hebesbergerdar. Die durch die Rupfung der geschlachteten Gänse gewonnenen Daunen sind ein wertvoller und ohne Tierqualen gewonnener Rohstoff. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern gibtes keineLebendrupfung in Österreich. „Dass die Möglichkeit, Daunen anzuliefern, in Zukunft auch allen anderen Ganslbauern offensteht, ist eine tolle Verbindung von Unternehmergeist und Tierwohl. Wie in der gesamten oberösterreichischen Landwirtschaft liegt auch den Ganslbäuerinnen und Ganslbauern viel am Wohlergehen ihrer Tiere. Der Respekt vor den Tieren gebietet es, diese möglichst vollständig zu verwerten. Das Angebot der Familie Hebesberger kommt den anliefernden Landwirten zugute, stärkt die regionale Wertschöpfung und erhöht das Angebot an tierwohlgerechter Daune am Markt“, so Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger.

Erfolgreiche Take-Away Initiative währenddes Lock-Downs

Die Schließung der Gastronomie mit der Ausnahme des Abholens von Speisen ab 3. November 2020 hatte auch massive Auswirkungen auf die Ganslbäuerinnen und Ganslbauern. Der Absatz der Gänse findet zum überwiegenden Anteil in den Wochen rund um den 11. November, dem Fest des heiligen Martin,statt. Schnell folgten Stornierungen von Bestellungen, die Ganslbauern drohten auf ihrer Ware sitzen zu bleiben. „Gleich nach Allerheiligen habe ich das Handy praktisch nicht mehr aus der Hand gelegt. Zahlreiche Verbandsmitglieder meldeten sich, gleichzeitig habe ich möglichst viele Medien angerufen, um auf die schwierige Situation aufmerksam zu machen. Die Reaktion war unglaublich. Die Bewerbung des Take-Away Gansls durch das Genussland OÖ, die Bemühungen des Netzwerk Kulinarik mit ihrem Gansl to go auf Bundesebene, die Aufrufe auf Social Mediaund unsere generelle Medienpräsenz führten zu einer hohen Nachfrage. Seitens der Gastronomie beteiligte sich rund die Hälfte an der Aktion, die verkauften umso mehr. Und was noch an Gänsen vorhanden war, nahmen Privathaushalte ab.Innerhalb von achtTagen waren die Ganslverkauft undum den Martinitag waren keine freien Ganslnmehr verfügbar.Das hatte eine unglaubliche Dynamik“,fasst Heidi Hebesberger zusammen: „Schlussendlich haben wir die Nachfrage sogar Richtung Enten umgeleitet, damit wir alle Anfragen beantworten konnten.“

©Land OÖ/Ernst Grilnberger

Obfrau der Österreichischen Weidegans Heidi Hebesberger, Ganslbäuerin Sonja Pilz, Gasthaus Schupf´n-Wirtin Silke Guttner und Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger bei der heutigen Pressekonferenz am Ganslhof von Heidi Hebesberger
Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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