Gallup mit Meinungsumfrage: Impfbereitschaft gegen COVID-19 steigt. Gründe für Verweigerung bei Skeptikern – Priorisierung bei der Impfstoffverteilung

(24.11.2020) Mehr als die Hälfte der österreichischen Bevölkerung will sich gegen COVID-19 impfen lassen, wenn der Impfstoff sicher und wirksam ist – Gründe für Skepsis vielfältig – Breite Zustimmung zur bevorzugten Impfung gefährdeter Bevölkerungsgruppen

Anstieg der Impfbereitschaft

56% der Österreicher sind aktuell bereit, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen (25% stimmten voll, 31% eher zu), vor rund zwei Wochen betrug der Anteil der Impfwilligen 46%. Die höchste Zustimmung liegt bei den über 50-Jährigen (64%), Männern (65%) sowie Personen mit höheren Bildungsabschlüssen (66%).

„Der Anstieg der Impfbereitschaft erklärt sich einerseits durch die intensive Medienberichterstattung über die Fortschritte bei der Entwicklung der Impfstoffe in den letzten Tagen, andererseits durch die Beschleunigung der Infektionsdynamik. Die Bevölkerung nimmt wahr, dass die Infektionszahlen und die Anzahl der Todesfälle in Österreich trotz des erneuten Lockdown gestiegen sind,“ kommentiert Gallup Institutsleiterin Andrea Fronaschütz.

Gründe für Impfskepsis

Die Gründe für die Ablehnung der COVID-19-Impfung sind im Wesentlichen Zweifel bezüglich der Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffs, das Misstrauen gegenüber den Pharmaunternehmen, die Beeinflussung durch die Impfskeptiker sowie die Art der Medienberichterstattung über die Impfung.

So haben 87% der COVID-19-Impfskeptiker Angst vor Nebenwirkungen, 70% meinen, dass Impfstoffe prinzipiell nur den Pharmaunternehmen dienen, Geld zu verdienen. 69% zweifeln an der Wirksamkeit eines COVID-19-Impfstoffs, 56% an der Wirksamkeit von Impfungen allgemein. 49% gehen davon aus, dass

das Virus von selbst verschwinden wird. Negative Berichterstattung in den Medien geben 32% der Impfgegner und -skeptiker als Grund für die mangelnde Impfbereitschaft an. 34% hören auf Empfehlungen der Alternativmedizin, 19% werden vom eigenen sozialen Umfeld im Sinne der Impfablehnung beeinflusst.

„Will man eine breitere Akzeptanz für die COVID-19-Impfung schaffen, so braucht es faktenbasierte, wissenschaftlich fundierte Informationen über deren Sicherheit und Wirksamkeit von einer neutralen, unabhängigen Quelle. Gleichzeitig müssen diese Inhalte allgemein verständlich und einfach zugänglich sein, um alle Bevölkerungsschichten zu erreichen. Die Zustimmung zur COVID- 19-Impfung ist geringer als die Zustimmung zu Impfungen allgemein und lässt sich mit entsprechenden Maßnahmen steigern,“ so Andrea Fronaschütz vom Gallup-Institut.

Die allgemeine Impfbereitschaft beträgt in Österreich aktuell 70%. 7% der Österreicher erklären sich als strikte Impfgegner, in Zusammenhang mit der COVID-19-Impfung steigt der Anteil der expliziten Ablehner auf 18%.

Mehrheit befürwortet Priorisierung bestimmter Bevölkerungsgruppen

Mehr als zwei Drittel (68%) stimmen der bevorzugten Impfung von bestimmten Bevölkerungsgruppen zu. „Die Österreicher zeigen sich solidarisch mit jenen, die einem besonderen Risiko ausgesetzt sind: den Beschäftigten im Gesundheitswesen und in der Altenpflege, den älteren Mitbürgern und solchen mit Vorerkrankungen,“ fasst Fronaschütz zusammen. Interessantes Detail: Die Befürworter der Bevorzugung in der Altersgruppe 50+ räumen den Beschäftigten im Gesundheitswesen (89%) bzw. in der Altenpflege (87%) eine höhere Impfpriorität als sich selbst ein (69%) und sind deutlich häufiger als Jüngere für einen bevorzugten Impfzugang für Lehrer und Beschäftigte in Kindergärten. „Offenbar hat diese Altersgruppe die Sorge um die Zukunft ihrer Enkel im Fokus. Umgekehrt priorisieren die 16-30-Jährigen am deutlichsten die Älteren. Es gibt sozusagen eine gegenseitige Solidarität zwischen diesen beiden Generationen,“ so die Analyse der Meinungsforscherin.

Wichtig ist den Befragten über alle Bevölkerungssegmente hinweg, dass die Impfung auf freiwilliger Basis erfolgt (81%).

Titelbild: Dr. Andrea Fronaschütz, COO/Institutsleiterin

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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