WKO fordert Präventionsmaßnahmen statt Schulschließungen

„Die Corona-Krise ist ein herber Schlag für Oberösterreichs Wirtschaft und stellt tausende Betriebe vor enorme Herausforderungen. Schließungen von elementaren Bildungseinrichtungen bringen nicht nur für die Jüngsten unter uns gravierende Nachteile – sie sind auch eine zusätzliche Belastung für unsere Unternehmen und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, richtet WKOÖ-Vizepräsidentin und FidW-Landesvorsitzende Margit Angerlehner einen eindringlichen Appell an die Bundesregierung.

Es gäbe keinerlei wissenschaftliche Evidenz, die Schulschließungen rechtfertigen würde. Viele der über 36.940 oberösterreichischen Unternehmerinnen wären von einer derartigen Maßnahme, die wieder intensive Betreuungspflichten bzw. Distance Learning und Home Schooling mit sich bringen würden, massiv betroffen. Rund zwei Drittel aller weiblichen Selbstständigen sind Ein-Personen-Unternehmen (EPU), also im Job auf sich alleine gestellt. Wir wissen zudem aus aktuellen Umfragen, dass es nach wie vor zumeist die Frauen sind, die die Doppelbelastung von Job und Familie bzw. betreuungspflichtigen Kindern stemmen müssen. Gerade auch der erste Lockdown mit wochenlangen Schulschließungen hat alle Frauen in der Wirtschaft – Unternehmerinnen wie auch Unselbständige – enorm gefordert.“

Keine wissenschaftlichen Belege für Sinnhaftigkeit von Schulschließungen
Die Auswertungen der Infektionszahlen zeigen ganz klar, dass Kinder und Jugendliche im Pflichtschulalter deutlich weniger von Covid-19 betroffen sind, als die anderen Altersgruppen. In zahlreichen wissenschaftlichen Studien wird zudem vor allem die sehr geringe Rolle von Kindern in elementarpädagogischen Einrichtungen hervorgehoben. Auch die Bedeutung der Schulen für das Infektionsgeschehen ist mit „nur“ sechs Prozent vergleichsweise gering, wie die Clusteranalyse der AGES deutlich zeigt.

Mittlerweile ist auch erwiesen, dass Schulschließungen weniger Einfluss auf das Infektionsgeschehen haben als andere Maßnahmen des Social Distancing, wie z.B. Einschränkung privater Feiern etc.. Dass sich der Weg im Vergleich zur ersten Corona-Welle im Frühjahr auf Basis der bisherigen Erfahrungen und Erkenntnisse geändert hat, zeigt auch, dass die meisten europäischen Staaten – bis auf wenige Ausnahmen – die Schulen offen halten, auch jene, die stark von der Pandemie betroffen sind.

„Alle Fakten und wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen ganz klar: Es darf keine Schulschließungen geben. Deshalb setze ich mich als Unternehmerin für eine Chance auf Bildung für unsere Kinder und die Zukunft unserer Bildung ein“, untermauert Angerlehner.

Vizepräsidentin Margit Angerlehner
Foto: © Starmayr
Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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