Wie vereinbar sind Familie & Beruf?

2Familienbewusstsein, Familienorientierung, Familienfreundlichkeit und Familien-gerechtigkeit sind Begriffe, die in den letzten Jahren zunehmend auch im Bereich der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes an Bedeutung gewonnen haben. Der Wunsch der Eltern nach familienfreundlichen Rahmenbedingungen in den Unternehmen steigt. Damit steigt auch auf Unternehmerseite der Wunsch, für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. Vor allem geben es der demographische Wandel und der damit verbundene Fachkräftemangel vor, dass es für Unternehmen wichtiger denn je ist, Familienfreundlichkeit einen besonderen Stellenwert einzuräumen.

Ein entscheidender Faktor, der die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtert, ist eine familienfreundliche Unternehmenskultur, die von allen Beteiligten (Unternehmens-führung, Personalmanagement, direkte Vorgesetzte, Kollegen/innen) verinnerlicht und gelebt werden sollte. Führungskräfte und andere exponierte Personen, die als Rollenbilder positive Impulse setzen können, spielen hierbei eine wichtige Rolle. Dennoch zeigen einige Erkenntnisse, dass sich die Beteiligten(zumindest kurzfristig) rational verhalten. Denn Arbeitgeber wünschen eine möglichst kurze Karenz mit klar definiertem Wiedereinstieg mit möglichst hohem Stundenausmaß. Karenzen und Teilzeit von Führungsverantwortlichen werden demnach eher kritisch gesehen. Da diese Führungspositionen verstärkt von Männern angestrebt werden und längere Väterkarenz noch immer kritisch betrachtet werden, macht es aus Sicht der Väter wiederum Sinn, die Karenzzeit so kurz wie möglich zu halten. Mütter wiederum haben oft eine starke Präferenz, möglichst viel Zeit mit ihrem Kind zu verbringen. Langfristig betrachtet, ergeben sich daraus für Mütter aufgrund der langen Karenz-und Teilzeiten im Alter massive negative Konsequenzen und Väter bereuen, nicht mehr Zeit mit den Kindern verbracht zu haben.

Geteilte ErziehungsarbeitErziehung ist aber schon lange nicht mehr nur die Aufgabe der Mütter. Immer mehr Väter möchten sich aktiv der Kindererziehung widmen. Ein Kind profitiert ungemein davon, dass beideElternteile eine starke emotionale Bindung aufbauen und beide den Kindern ihr Wissen und ihre Werte vermitteln. Studien belegen, dass eine „aktive Vaterschaft“ viele positive Auswirkungen hat. Buben brechen weniger oft die Schule ab und die Tendenz zu Gewalttätigkeit und Drogenmissbrauch ist deutlich geringer. 3Mädchen sehen in ihrem Vater den „ersten Mann“ im Leben. Eine positive Beziehung zum Vater vermittelt soziale Kompetenz auch bei der zukünftigen Partnerwahl. Die Neigung zu Essstörungen und Drogenmissbrauch sind ebenfalls wesentlich geringer.

„Wenn es die Situation erfordert, dann sind es dennoch zu einem überwiegenden Teil die Frauen, die für die Familie einspringen und den eigenen Beruf zurückstellen. Hier muss die Politik ansetzen, um Eltern in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen. Siebenötigen Stabilität und entsprechende Rahmenbedingungen, in denen sie durch Eigenverantwortung und Wahlfreiheit unabhängiger in ihrer Entscheidung werden“, so Familienreferent Landeshauptmann-Stv.Dr. Manfred Haimbuchner.

©Land OÖ/Daniel Kauder

Landeshauptmann-Stv. Dr. Manfred Haimbuchner und Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Mazal präsentierten die Studie: Wie vereinbar sind Familie & Beruf?
Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

error: (c) by salzTV