Katastrophenfonds: 554 Fälle auf dem Tisch

Zwischenbericht zu 2019 und 2020 / Schutz-Investitionen machen sich bezahlt

Salzburger Landeskorrespondenz, 26. Oktober 2020

(LK)  554 Fälle aus 82 Gemeinden mit einer Schadensumme von über vier Millionen Euro lagen kürzlich auf dem Tisch des Katastrophenfonds des Landes. „In einem beispiellosen Katastrophenjahr wurde Salzburgs Süden 2019 besonders hart getroffen, und das gleich drei Mal. Den Betroffenen greifen wir mit Beihilfen von über 2,6 Millionen Euro unter die Arme“, so Landesrat Josef Schwaiger.

„Auch, wenn es uns letztes Jahr schlimm erwischt hat, haben uns die errichteten Schutzbauten dennoch vor Schlimmerem bewahrt“, betont LR Schwaiger. (Archivbild)

Insgesamt wurden für 2019 3.620 Schadensfälle aus 110 der 119 Gemeinden Salzburgs gemeldet. Das sind mehr als dreieinhalb Mal so viele wie in einem Durchschnittsjahr, sogar mehr als im Hochwasserjahr 2013. Die massiven Schneefälle im Jänner sowie die Starkregenereignisse im Juli und November machen dabei den Löwenanteil aus.

Investitionen lohnen sich

Wie wichtig ausreichende Schutzbauten sind, zeigt sich beim Lokalaugenschein: „Auch, wenn es uns letztes Jahr schlimm erwischt hat, haben uns die errichteten Schutzbauten dennoch vor Schlimmerem bewahrt. Noch viel bedeutender ist, dass trotz allem nur wenige Personen zu Schaden gekommen sind. Zusammen mit einer hohen Versicherungsrate bei Gebäuden und Betrieben sind wir auf die veränderten klimatischen Bedingungen der Zukunft gut vorbereitet“, betont Schwaiger.

Lawinen im Jänner

Die starken Schneefälle zu Jahresbeginn hielten das ganze Bundesland in Atem. Zum Vergleich: Von 1994 bis inklusive 2018 wurden 1.169 Schneedruckfälle gemeldet. Seit Jänner 2019 waren es 1.062. Hier waren besonders Neumarkt, Straßwalchen, Abtenau, St. Koloman, Rußbach und St. Johann betroffen.

Starkregen im Juli und November

Im Juli 2019 ereigneten sich gleich zwei schwere Starkregenereignisse in Salzburg. In Uttendorf waren mehr als 70 Gebäude und Betriebe von der Schlammlawine aus dem Manlitzbach betroffen. Im Lammertal wurde die Neuhausbrücke als Verbindung zwischen Salzburg und Oberösterreich komplett weggerissen, zahlreiche weitere Brücken und die Landesstraße wurden schwer beschädigt. 35 Gebäude wurden überschwemmt. Schnee- und Regenfälle im November verursachten zahlreiche Erdrutsche im Süden von Salzburg. Alleine in Thumersbach gab es 300 Liter Regen pro Quadratmeter in nur drei Tagen.

Pinzgau und Pongau besonders betroffen

Die zirka vier Millionen Euro an Schäden teilen sich bei der heutigen Katastrophenfonds-Sitzung so auf:

  • Tennengau: 34 Fälle, 210.000 Euro Schadenssumme
  • Flachgau: 34 Fälle, 220.000 Euro Schadenssumme
  • Pongau: 166 Fälle, 1,45 Millionen Euro Schadenssumme
  • Lungau: 94 Fälle, 650.000 Euro Schadenssumme
  • Pinzgau: 226 Fälle, 1,48 Millionen Euro Schadenssumme

Lokale Wetterextreme nehmen zu

„Langfristig erkennen wir eine merkliche Zunahme von örtlich begrenzten Starkniederschlägen, damit müssen wir auch in der Zukunft rechnen. Die Gletscherschmelze macht das Gelände insgesamt instabiler. Besonders betroffen sind hiervon die steilen Hänge in den Gebirgsgauen“, fasst der Koordinator des Katastrophenfonds, Egon Leitner, zusammen.

Durchatmen im Jahr 2020

Im Gegensatz zu den zahlreichen Schäden im Vorjahr, ist die Katastrophen-Lage heuer ausgesprochen „ruhig“: „Bis auf wenige örtliche Starkniederschläge haben uns Lawinen, Orkane, Muren und Co. heuer zum Glück verschont. Das Jahr ist natürlich noch nicht zu Ende“, hofft Schwaiger weiterhin auf gelassene Monate. LK_201023_140 (luk/mel)

Murenabgänge, Hangrutschung durch Starkregen im Pinzgau 18.11.2019;
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Land Salzburg/WLV/Gebhard Neumayr
Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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