Wie hat Corona das Leben der Familien beeinflusst?

Familienbefragung zum Umgang und zu den Herausforderungen in der Covid-19-Situation

In Oberösterreich nimmt die Familienpolitik einen hohen Stellenwert ein. Damit die Politik die richtigen Maßnahmen setzen und Entscheidungentreffenkann, bedarf es einer gründlichen Erforschung der Familien. Deshalbist das Familienreferat des Landes Oberösterreich auch laufend mit wissenschaftlichen Experten in Kontakt, um die Situation der Familie zu erfassen und so auf Herausforderungen rechtzeitig reagieren zu können.Aus diesem Grund wurde in Zusammenarbeit mit dem Markt-und Meinungsforschungsinstitut IMAS International eine Familien-Befragung zur Covid-19-Situation durchgeführt.

Ziel dieser empirischen Untersuchung war es, die Ansichten von Eltern mit Kindern im Alter von 2 bis 16 Jahren in Oberösterreich bezüglich des Umganges mit der aktuellen Situation in der Covid-19-Krise und deren Zukunftssicht demoskopisch zu erheben.

Familien –die Leistungsträger unserer Gesellschaft

Die aktuelle Corona-Krise hat für die gesamte Bevölkerung in unserem Land immense Auswirkungen, sie hat mehr Einfluss auf unser Privatleben als jegliche Krise zuvor. Die Krise trifft uns in wirtschaftlicher, sozialer, gesellschaftlicher und familiärer Hinsicht.

Die vergangenen Monate haben bei den Familien tiefe Spuren hinterlassen. Nicht zuletzt durch finanzielle Einbußen aufgrund von Kurzarbeit bzw. Arbeitslosigkeit kamen Familienunverschuldet in finanzielle Schwierigkeiten. Frauen wurden im Lockdown als dieHeldinnen dargestellt, weil sie dafür gesorgt haben, damit das System aufrecht erhalten wurde. Sie haben wahrlich Enormes geleistet: Mussten plötzlich die Kinder zuhause betreuen und unterrichten, nebenbei den Haushalt, die eigenen Eltern, oftmals auch betagte Nachbarn versorgen und mussten dennoch ihrer Arbeit nachgehen. Gleichzeitig gehen sie als die Verliererinnen aus der Krise: Geht es der Wirtschaft schlecht, sind vor allem Frauen betroffen. Das zeigen die Arbeitslosenzahlen des Arbeitsmarktservice: 85 % der durch das Virus bedingten Arbeitslosen sind weiblich. Umso verständlicher ist der Umstand, dass Frauen im Vergleich zu Männern aktuell mit mehr Skepsis in die Zukunft blicken. Als besonders herausfordernd sehen Eltern in den kommenden Monaten beispielsweise die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Hinblick auf Schul-und Kindergartenschließungen oder Homeschooling, aber auch finanzielle Probleme, die Angst vor dem Jobverlust sowie das Vermeiden von sozialen Kontakten zu Familie und Freunden.

Großeltern,die Halt und Sicherheit geben, fehlten

Großeltern sind wichtige Bezugspersonen für die Enkelkinder. Gleichzeitig sind sieauch eine wichtige Säulefür die Familien, weil sie dieMamas und Papas bei der Kinderbetreuung unterstützen. Diese so unverzichtbare Stütze ist im Frühling während des Lockdown weggebrochen. Die Großeltern haben bei der Kinderbetreuung stark gefehlt. Dieser Umstandstelltedie Eltern im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf vor eine weitere große Herausforderung, weil gleichzeitig auch weitestgehend sämtliche Kinderbetreuungseinrichtungen geschlossen hatten.Dies zeigt deutlich, welch wichtigen Stellenwertder generationenübergreifende Zusammenhalt innerhalb der Familien für die gesamte Gesellschaft einnimmt.

©Land OÖ/Sabrina Liedl

Mag. Franz Schützeneder, Leiter der Abteilung Gesellschaft, DDr. Paul Eiselsberg, IMAS International und Landeshauptmann-Stv. Dr. Manfred Haimbuchner
Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Manfred Haimbuchner bei der Pressekonferenz
 
Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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