Afrikanische Schweinepest (ASP) –Oberösterreich ist für den Ernstfall gerüstet

Afrikanische Schweinepest krempelt europäischen Markt um

Seit am 10. September 2020 der erste Fall der Afrikanischen Schweinepest auf deutschem Bundesgebiet bestätigt wurde, ist der Export von Schweinefleisch nach China enorm zurückgegangen. Asiatische Länder haben eine Exportsperre gegen den Nachbarn im Norden erlassen. In den starken Produktionsgebieten im Norden der Bundesrepublik stauen sich schlachtreife Schweine bei den Landwirtinnen und Landwirten -auch wegen geringerer Schlachtkapazitäten infolge von Corona. Das deutsche Fleisch setzt nun weitere europäische Märkte unter Druck.

„Aktuell arbeiten die Schlachthöfe in Österreich auf Volllast, wir haben einen ausgeglichenen Markt bei einem unterdurchschnittlichen Preis von 1,50 je Kilogramm Schlachtgewicht. Aktuell profitieren wir noch davon, dass wir auch in Österreich für China zugelassene Schlachthöfe aufweisen. Der Export hat infolge der Sperre für Deutschland zugenommen und wirkt dadurch als Ausgleich für den beginnenden Druck der deutschen Schlachthöfe. Das Auftreten der Afrikanischen Schweinepest in Brandenburg hat innerhalb weniger Wochen den gesamten europäischen Schweinemarkt durcheinander gewirbelt. Ein Fall in Österreich würde ebenfalls in kürzester Zeit dazu führen, dass unsere Exporteure nicht mehr nach Asien liefern dürfen“, erläutert Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger.

Oberösterreich ist mit 40 Prozent der Erzeugungdas führende Bundesland amSchweinesektor. Der Export von Fleisch nach China bestimmt maßgeblich die Preise für die heimischen Erzeugerinnen und Erzeuger, da Teile der Schlachtkörper verwertet werden können, die in Österreich keinen Absatz finden. Die Vorbereitungen auf ein mögliches Auftreten der Afrikanischen Schweinepest haben daher eine sehr hohe Relevanz. Oberstes Ziel ist eine schnelle und effektive regionale Eingrenzung des Virus, um in weitere Folge auch die Exportbeschränkungen regionale eingrenzen zu können und nicht alle zertifizierten Schlachtbetriebe als Exporteure zu verlieren.

„Bereits zum dritten Mal ist heute der »Runde Tische AfrikanischeSchweinepest«zusammen gekommen, um optimal für den Ernstfall vorbereitetzu sein. Der Abstimmung zwischen allen beteiligten Akteuren kommt die wichtigste Rolle zu, daher diese umfangreichen Vorbereitungen. Ich möchte allen Beteiligten aus der Schweinebranche über die Veterinärbehörden und die Bezirkshauptmannschaften bis hin zum österreichischen Bundesheer danken für die investierte Zeit. Die Afrikanische Schweinepest kann sich für die österreichische Schweinebranche zu einer existenziellen Bedrohung entwickeln.Daher ist von großer Bedeutung, dass alle Beteiligten sich auf den Ernstfall vorbereiten. Damit sind wir in Oberösterreich gut gerüstet“,so Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger: „Ich appelliere an alle schweinehaltenden Betriebe, sich bereits im Vorfeld vorzubereiten und mit Biosicherheits-und Untersuchungsmaßnahmen zu starten,um dann rasch als sogenannter »Statusbetrieb«anerkannt werden zu können. Im Ernstfall ist das für den ungehinderten Transport der Schweine unerlässlich.“

© Land OÖ/Mallinger

Brigadier Dieter Muhr, Militärkommandant von OÖ; Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger und Dr.in Birgit Kaltenböck, Abteilung Ernährungssicherheit und Veterinärwesen beim anschließenden Pressestatement.
Fotoquelle: Land Oberösterreich/Tina Gerstmair
Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger und Dr.in Birgit Kaltenböck von der Abteilung Ernährungssicherheit und Veterinärwesen beim runden Tisch „Afrikanische Schweinepest“ im Redoutensaal.
Fotoquelle: Land Oberösterreich/Tina Gerstmair
Landesveterinärdirektor Dr. Thomas Hain, Dr. Heinz Krammer und Dr.in Birgit Kaltenböck von der Abteilung Ernährungssicherheit und Veterinärwesen und dazwischen Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger vor dem neu angeschafften LKW für den Seucheneinsatz.
Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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