Brüderpaar von falschen Polizisten kontrolliert und bestohlen. Aktuelle oö Polizeimeldungen

Bezirk Wels-Land

Zwei bisher unbekannte Täter hielten am 6. Oktober 2020 gegen 12 Uhr in Marchtrenk auf der Kreuzung Jägerstraße/Marchtrenker Straße einen PKW samt Anhänger an. Der Pkw wurde von einem 39-jährigen Serben gelenkt, am Beifahrersitz saß dessen 34-jähriger Bruder.  
Dabei wurde der PKW des 39-Jährigen von einem blauen Skoda Fabia (neueres Modell) überholt und der unbekannte Beifahrer, der eine schwarze Baseballkappe mit der Aufschrift „Polizei“ trug, winkte dem 39-Jährigen zu.
Dieser folgte dem Skoda, da er in der Annahme war, einer Polizeikontrolle unterzogen zu werden.
Einer der Täter stieg aus, führte die „Polizeikontrolle“ durch und verlangte die Dokumente der beiden Brüder. Anschließend verlangte der Täter nach den zwei Umhängetaschen und durchsuchte diese vorerst vor ihnen. Danach legte er die gesamten Dokumente und Umhängetaschen auf das Autodach und durchsuchte diese weiter.
Während das Brüderpaar im Auto wartete, begab sich der Täter wieder zum blauen Skoda zu seinem Komplizen und sie fuhren weg.

Nachdem die beiden Männer etwa fünf Minuten im Auto warteten, stieg der 34-Jährige aus und holte die Dokumente und die Taschen wieder vom Autodach. Erst dabei bemerkten die beiden den Diebstahl. Die beiden Brüder führten lt. eigenen Angaben mehrere Tausend Euro bei sich, da sie Autos kaufen wollten.

Beschreibung des „kontrollierenden“ Täters: 
ca. 170-175 cm groß, normale schlanke Statur, ca. 40 Jahre alt, trug eine Baseballkappe, eine blaue Jacke, dunkelgraue Jeans und hellbraune Schuhe

Zum 2. Täter gibt es keine Beschreibung.


Zweckdienliche Hinweise zu den Tätern bitte an die Polizeiinspektion Marchtrenk unter der TelNr. 059133 4180.

Lebensgefährtin vernachlässigt

Bezirk Linz-Land

Ein 61-Jähriger aus dem Bezirk Linz-Land wird beschuldigt, die Fürsorge seiner 64-jährigen bettlägerigen Lebensgefährtin gröblich vernachlässigt zu haben. Die Frau wurde am 27. April 2020 ins Krankenhaus eingeliefert, weil sie bereits schwere Liegewunden aufwies. Das Krankenhaus erstattete auch Anzeige bei der Polizei. Bei den Ermittlungen stellte sich heraus, dass der Mann seit Jänner 2019 bis Mitte März 2020 die Bankomatkarte und das Sparbuch der Frau missbräuchlich verwendet hatte. Er tätigte dabei unzählige Behebungen, um sich sein Leben zu finanzieren. Wie hoch die Schadenshöhe ist, ist derzeit noch Gegenstand von Ermittlungen.

Streit über Vorrang eskalierte

Bezirk Linz-Land

Mit einer Festnahme endete ein Streit zweier Lkw-Fahrer am 6. Oktober 2020 kurz nach 18 Uhr im Gemeindegebiet von St. Florian. Die beiden Chauffeure, ein 56-jähriger Kosovare und ein 60-jähriger Bosnier, waren sich zuvor auf einem Firmengelände nicht über den Vorrang einig. Deshalb stiegen die beiden aus und es kam zu einer vorerst verbalen Auseinandersetzung. Weil der 60-Jährige seine Beschimpfungen ihm gegenüber nicht einstellte, holte der 56-Jährige ein Jausenmesser aus seinem Lkw. Mit diesem bedrohte er seinen Kontrahenten und hielt es ihm an die Kehle. Der Bosnier konnte sich mit einer Metallstange wehren, wodurch der Angreifer von ihm abließ. Die herbeigerufene Polizeistreife nahm den 56-Jährigen fest. Bei seiner Einvernahme zeigte er sich geständig und teilte den Polizisten mit, dass er nur wollte, dass der 60-Jährige mit den Beschimpfungen aufhörte. Er wird bei der Staatsanwaltschaft Steyr angezeigt.

Alkolenker hatte keinen Führerschein

Bezirk Vöcklabruck

Am 5. Oktober 2020 fuhren Beamte der Polizeiinspektion Unterach am Attersee im Ortsgebiet von Weißenbach am Attersee auf der B153 in Richtung Bad Ischl einem Pkw, der ein Segelboot auf einem Trailer mit weit überhöhter Geschwindigkeit zog, nach.
Das Fahrzeuggespann wurde um 16:05 Uhr auf der B153 angehalten und einer Lenker- und Fahrzeugkontrolle unterzogen.
Der Pkw wurde von einem 33-Jährigen aus dem Bezirk Gmunden gelenkt und am Beifahrersitz befand sich ein 32-Jähriger aus dem Bezirk Vöcklabruck. Bei der Anhaltung gab der 33-Jährige vorerst an, seinen Führerschein vergessen zu haben, verstrickte sich jedoch in mehrere Widersprüche und gab folglich an, keine Lenkberechtigung zu besitzen.
Ein bei ihm durchgeführter Alkotest verlief mit 1,16 Promille positiv. 
Bei der Kontrolle wurde unter anderem festgestellt, dass das am Bootstrailer montierte Kennzeichen missbräuchlich verwendet wurde und es wurde folglich abgenommen. Eine Weiterfahrt wurde an Ort und Stelle untersagt und das Fahrzeuggespann abgestellt. Beide Personen verhielten sich während der Amtshandlung zum Teil äußerst aggressiv.
Der Lenker und der Beifahrer werden wegen zahlreicher Delikte nach dem KFG, StVO, FSG und SPG der Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck zur Anzeige gebracht.

Bezirk Urfahr-Umgebung

Marihuana und Indooranlagen sichergestellt

Nach umfangreichen kriminalpolizeilichen Erhebungen durch Beamte der Polizeiinspektion Hellmonsödt in Zusammenarbeit mit Beamten der EGS OÖ konnten bei einem 40-jährigen deutschen Staatsangehörigen aus Linz an seiner Wohnadresse sowie bei seinem Wohnhaus im Bezirk Urfahr-Umgebung insgesamt 2250 Gramm Marihuana sowie zwei Indooranlagen und zahlreiches dazugehöriges Equipment sichergestellt werden. 
Im Zuge der Erhebungen konnte erhoben werden, dass der Beschuldigte einen online CBD-Verkauf sowie den Verkauf von Stecklingen durchführte. Da aufgrund verschiedener konkreter Hinweise der Verdacht bestand, dass es sich nicht nur um CBD Marihuana handelte, wurde durch die Staatsanwaltschaft Linz eine Hausdurchsuchung bei der Wohnung sowie beim Einfamilienhaus angeordnet. Die Auswertung ergab, dass es sich bei über zwei Kilogramm vom sichergestellten Marihuana um kein CBD Marihuana handelte. Der Verdächtige wird der Staatsanwaltschaft Linz angezeigt.

Nachtragsmeldung – Verein als Marihuana-Forschungsprojekt

Bezirk Schärding

Die Ermittlungen der Kriminaldienstgruppe Schärding gegen einen Verein aus dem Bezirk Schärding, deren 50-jährige Präsidentin und 55-jährigen Vize-Präsidenten sind abgeschlossen und die sichergestellten Cannabisprodukte wurden untersucht, wobei die Grenzmenge an THC bei etlichen Cannabisprodukten um ein Vielfaches überschritten wurde.
220 Vereinsmitglieder aus Österreich und Deutschland mussten einvernommen und nach dem Suchtmittelgesetz angezeigt werden. Bei den Vernehmungen konnten noch die vorschriftswidrige Weitergabe (entgeltlich, unentgeltlich und als Gegenleistung für erbrachte Arbeitsleistungen im Verein) von 385 Gramm THC-haltigem Marihuana und 571,5 Gramm von angeblichem CBD-haltigen Marihuana ermittelt werden.
Die Gesamteinnahmen, bestehend aus den Mitgliedsbeiträgen und dem vorschriftswidrigen entgeltlichen Verkauf von Cannabisprodukten von diesem Verein, betragen nach den abgeschlossenen Ermittlungen einen fünfstelligen Betrag.
Die beiden Beschuldigten sind weiterhin der Meinung, ihr Handeln sei nicht strafbar und aufgrund der Vereinsstatuen gedeckt. Sie werden bei der Staatsanwaltschaft Ried im Innkreis angezeigt. Die behördliche Vereinsauflösung wurde von der Polizeiinspektion Schärding bereits am 25. April 2020 bei der Bezirkshauptmannschaft Schärding angeregt.

Ursprüngliche Presseaussendung vom 1. Mai 2020
Polizisten aus den Bezirken Schärding und Ried sowie vom Landeskriminalamt OÖ konnten am 24. April 2020 bei mehreren zeitgleich koordinierten Durchsuchungsanordnungen der Staatsanwaltschaft Ried in den angeführten Bezirken kiloweise Marihuana sicherstellen. Bei den Durchsuchungen waren insgesamt 27 Polizeibeamte im Einsatz.
Von Polizisten aus Schärding werden derzeit Erhebungen gegen einen Verein und deren vereinsrechtliche Vertreter, eine 50-jährige Frau und ein 55-jähriger Mann, im Bezirk Schärding wegen des Verdachtes des Handels mit Suchtgift geführt. Vereinsmitglieder gaben im Zuge der polizeilichen Ermittlungen an, dass dort an die Mitglieder Marihuana zur „wissenschaftlichen“ Forschungen weitergeben werde. Aufgrund der angeordneten Durchsuchungen und der Vernehmungen der Beschuldigten erhärtete sich dieser Tatverdacht. Sie bestätigten, seit 2019 Marihuana mit unterschiedlichen Reinheitsgehalten hinsichtlich eines von ihnen initiierten „Forschungsprojektes“ weitergegeben zu haben.
Bei diesem „Forschungsprojekt“ würde die Behandlung von Krankheiten mit unterschiedlichen Marihuana-Sorten erforscht werden. Hierzu wurden auch Fragebögen zur Dokumentation der Wirkung erstellt und ausgegeben. Die unterschiedlichen Marihuana-Sorten wurden in einer ehemaligen Gärtnerei erzeugt. Diese wurde von den Beschuldigten als „Forschungsareal“ bezeichnet. Bislang wurden laut deren Angaben vorschriftswidrig 15 bis 30 kg Marihuana bereits zum Teil an die Vereinsmitglieder weiterverkauft.
Bei den Durchsuchungen am 24. April 2020 wurde Marihuana mit einer Bruttomasse von 170 kg sichergestellt, wobei sich darunter nicht nur vorschriftswidriges, sondern auch „legales“ Marihuana befinden dürfte. Diesbezüglichen werden noch weitere Ermittlungen durchgeführt bzw. Reinheitsgehaltsbestimmungen veranlasst.
Der Verein hat derzeit 200 Vereinsmitglieder aus Österreich und Süddeutschland. Die Mitglieder sind aus allen Bundesländern Österreichs, etwa zwei Drittel nehmen an diesem „Forschungsprojekt“ teil. Sie mussten als Mitglieds- bzw. Forschungsbeitrag mindestens 60 Euro jährlich bezahlen, für das ausgegebene Marihuana war eine „Mindestspende“ von Euro € je Gramm zu entrichten.
Die Beschuldigten waren der Meinung, ihr Handeln sei wegen der Forschungstätigkeit im Verein durch die gemeldeten Vereinsstatuten rechtlich gedeckt. Eine behördliche Vereinsauflösung wurde bei der Bezirkshauptmannschaft Schärding angeregt. Weitere, umfangreiche Ermittlungen sind erforderlich.

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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