Aktive Arbeitsmarktpolitik hat viele Gesichter – Produktionsschulen schaffen Perspektiven

          Wirtschafts-Landesrat Markus ACHLEITNER:

Aktive Arbeitsmarktpolitik hat viele Gesichter

„Der Arbeitsmarkt erlebt turbulente Zeiten. Gerade jetzt müssen wir uns in Oberösterreich daher besonders um jene Menschen kümmern, die mehr Unterstützung brauchen, um ihren Platz in unserer Arbeitswelt zu finden“, erklärt Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner anlässlich eines Besuchs in der Produktionsschule Leonding.

Produktionsschulen schaffen Perspektiven:

„Nicht jeder oder jeder ist dem Tempo und den Anforderungen am ersten Arbeitsmarkt gewachsen. In Oberösterreich ist es uns wichtig, dass wir diese Menschen nicht alleine lassen, sondern entsprechend ihrer Fähigkeiten und Möglichkeiten begleiten, damit auch sie ihren Platz in der Arbeitswelt und damit auch in der Gesellschaft finden“, unterstreicht Landesrat Markus Achleitner.

Die Angebote der Produktionsschulen richten sich vor allem an Jugendliche, die die berufliche Schul- und Lehrausbildung abgebrochen und aufgrund verschiedenster Problemstellungen Schwierigkeiten bei der Rückkehr in das Berufsausbildungssystem haben. „Die Produktionsschule soll dabei helfen, eine betriebliche Ausbildung beginnen zu können bzw. in den Arbeitsmarkt zurück zu kehren. Damit erhalten die Jugendlichen eine klare Perspektive“, erläutert Landesrat Achleitner.

Die fünf oö. Produktionsschulen

In Oberösterreich gibt es insgesamt fünf Produktionsschulen, die von unterschiedlichen Projektträgern beführt werden:

  • Linz (WIFI)
  • Leonding (BFI)
  • Perg (WIFI in Kooperation mit dem Oö. Hilfswerk)
  • Steyr (BFI)
  • Kirchdorf (BFI)

Finanziert werden die Produktionsschulen durch das Wirtschaftsressort des Landes Oberösterreich. Die Ausbildungskosten werden zu 100 Prozent vom Land Oberösterreich abgedeckt und betragen rund 3,2 Mio. Euro pro Jahr. „2019 konnten 320 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von den Angeboten profitieren. Das heißt konkret: wir konnten 320 jungen Menschen eine Perspektive geben, die ihnen hilft, ihr Leben auf ein solides Fundament zu stellen. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten dürfen wir auch diese Menschen nicht aus dem Blick verlieren, denn die angespannte Situation am Arbeitsmarkt macht es für sie sonst noch schwieriger“, ist Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner von der Arbeit der Produktionsschulen überzeugt.

Produktionsschule Leonding:

Die Produktionsschule Leonding ist eine der fünf oberösterreichischen Produktionsschulen. Insgesamt 80 Jugendliche können hier begleitet werden. Rund 70 Prozent der Jugendliche sind zwischen 15 und 18 Jahren alt, zwei Drittel der Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben Migrationshintergrund. Die Jugendlichen können die Produktionsschule bis zu einem Jahr besuchen, in begründeten

 „Mehr als die Hälfte der Jugendlichen – konkret 52 Prozent – können durch die Produktionsschule in ein Lehrverhältnis, ein Arbeitsverhältnis oder eine Weiterqualifizierung vermittelt werden. Ein beachtlicher Erfolg, wenn man die schwierigen Startbedingungen der Jugendlichen betrachtet“, erklärt Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner.

Alle Werkstätten der Produktionsschule Leonding werden wie Produktionsfirmen geführt, die Produkte herstellen und Dienstleistungen anbieten. Dabei können die Jugendlichen auch individuelle Ideen umsetzen und Fertigkeiten für ihren zukünftigen Lehrberuf erwerben. Folgende Fachbereiche werden in der Produktionsschule Leonding angeboten:

  • Holz
  • Metall
  • Gastronomie
  • EDV/Office

Die Zuweisung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfolgt über das AMS, in diesem Fall über die Regionalstelle Traun.

Zusätzlich zu den Produktionsschulen des Landes Oberösterreich gibt es auch Produktionsschulen in Oberösterreich, die vom Sozialministeriumsservice (SMS) gefördert werden. Solche Produktionsschulen befinden sich etwa in Braunau, Gmunden oder Ried im Innkreis. Hier stehen Mittel in der Höhe von 7,6 Mio. Euro zur Verfügung.

„OÖ. Pakt für Arbeit und Qualifizierung“ als zentrales Instrument der aktiven Arbeitsmarktpolitik in Oberösterreich:

Die Produktionsschulen – von Land OÖ und Sozialministerium-Service – sind nur eine Maßnahme aus einer Reihe von maßgeschneiderte Unterstützungsmöglichkeiten für Jugendliche im Rahmen des OÖ. Paktes für Arbeit und Qualifizierung (PAQ), dem Hauptinstrument der aktiven Arbeitsmarktpolitik in Oberösterreich. „Was braucht die oder der Jugendliche ist die Kernfrage und darauf gibt es verschiedene Antworten: Für den einen ist die Produktionsschule der richtige Ort, für den anderen beispielsweise ein Jobcoaching“, verweist Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner auf die verschiedenen Angebote für Jugendliche im Rahmen des OÖ. Paktes für Arbeit und Qualifizierung.

Die Unterstützungsangebote betreffen vor allem die Bereiche Betreuung, Qualifizierung und Beschäftigung: Lehrgänge zur Teilqualifizierung, Lehrgänge mit dem Ziel Lehrabschluss, die Produktionsschulen, die Berufsausbildungsassistenz, das Jugendcoaching oder Arbeitsbegleitungsangebote sichern Unterstützung für jeden Jugendlichen in Oberösterreich und gewährleisten eine Ausbildungsgarantie für Oberösterreichs Jugend.

Die Paktpartner Land OÖ, AMS OÖ und Sozialministeriumservice OÖ investieren in gezielte Maßnahmen für Jugendliche mehr als 60 Mio. Euro. Ein Drittel aller Menschen in Oberösterreich, die vom Pakt profitieren, sind Jugendliche. Gegenüber dem Vorjahr sind die Mittel für Maßnahmen für Jugendliche um 6 Mio. Euro bzw. 11 Prozent erhöht werden. Die Unterstützungen sind breit angelegt und betreffen die Bereiche Betreuung, Qualifizierung und Beschäftigung.

„Insgesamt können wir mit all diesen Maßnahmen rund 31.400 Jugendliche in Oberösterreich auf ihrem Weg begleiten und sie unterstützen“, unterstreicht Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner.

Unterwegs in Oberösterreich – Regionaltag

in Linz-Land und Eferding

Der Besuch in der Produktionsschule Leonding ist eine Station des heutigen Regionaltages, der Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner in die Bezirke Linz-Land und Eferding führt. Dabei steht auch dieses Mal wieder der Austausch mit den Menschen, insbesondere den Unternehmerinnen und Unternehmern im Mittelpunkt, vor allem über ihre unterschiedlichen Erfahrungen aufgrund der Corona-Krise.

Weitere Termine im Rahmen des Regionaltages:

  • Spatenstich Nahwärme Kematen an der Krems und Ortskernbelebung: Im Zentrum der Gemeinde Kematen an der Krems entsteht ein Heizwerk, das künftig neben der Gemeinde und Kindergarten und Volksschule versorgen wird. Auch private Haushalte haben sich entschlossen, die Öl- bzw. Gasheizungen mit einem Anschluss an das Heizwerk zu ersetzen. Gleichzeitig arbeitet die Gemeinde an einer kompletten Neugestaltung des Ortszentrums.
  • Betriebsbesuch IPoR – Innovativer Poolbau Ritzberger GmbH in Eferding: Das Familienunternehmen in 2. Generation verbindet Innovation und Design beim Poolbau, wobei der gesamte Fertigungsprozess in Oberösterreich erfolgt.
Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner mit Jugendlichen der Produktionsschule Leonding.
 
Fotos: Land OÖ/Ernst Grilnberger
Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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