Grippeimpfung in Oberösterreich

Aufgrund der Corona-Pandemie und der Befürchtung, dass Corona und die Grippesaison im heurigen Winter zusammenfallen, ist international die Nachfrage nach Grippeimpfstoff massiv angestiegen. Die Vorbereitungen für die Impfsaison 2020/21 laufen in Oberösterreich seit Monaten auf Hochtouren. Wir sind gut vorbereitet, wenngleich die Lieferfähigkeiten noch nicht durchwegs garantiert werden können.

Im Vorjahr standen in Oberösterreich für die Impfaktion von Oö. Apothekerkammer und Österreichischer Gesundheitskasse (ehemals Oö. GKK) rund 50.000 Impfdosen zur Verfügung. In Oberösterreich wird weiterhin auf diese etablierte Schiene gesetzt, rund 80.000 Impfdosen können Oö. Apothekerkammer und ÖGK gemeinsam zur Verfügung stellen. Zusätzlich beschaffte das Land Oberösterreich erstmals selbst Grippe-Impfstoff, insbesondere für gefährdete Gruppen so hat man in Oberösterreich gesamt rund 200.000 Grippeimpfdosen bestellt. Dies entspricht dem vierfachen der im vergangenen Jahr verbrauchten Impfdosen.

Land OÖ: Vorbereitung auf mehreren Säulen

Das Land Oberösterreich hat sich mit mehreren Säulen auf die kommende Grippesaison vorbereitet:

Kinderimpfaktion: Da Kinder bei der Grippeausbreitung eine Multiplikatorfunktion haben, ist dies eine wirksame Maßnahme, um die Dynamik der Epidemie abzumildern. Für Kinder vom vollendeten 2. bis zum vollendeten 15. Lebensjahr wird ein nasal zu verabreichender Impfstoff (48.000 Dosen) zur Verfügung stehen, für Kinder vom vollendeten 6. bis zum vollendeten-24. Lebensmonat darüber hinaus ein muskulär zu verabreichender Totimpfstoff (8.000 Dosen). Die Impfung wird analog zum Kinderimpfkonzept über die Vertragshaus- bzw. Kinderärztinnen und -ärzte abgewickelt und ist mit den dort erhältlichen Impfgutscheinen gratis.

Ü-65-Hochdosisimpfstoff: Für Personen über 65 Jahren steht ein Hochdosisimpfstoff (bestellt 16.000) zur Verfügung. Da ältere Personen konstitutionell zur Risikobevölkerung zählen, soll diese Gruppe besonders

LH-Stellvertreterin Mag.

Christine Haberlander:

„Wir müssen uns der Tatsache stellen, das Virus wird bleiben – die Grippe wird kommen. Unser Ziel lautet klar, die Gesundheitsversorgung in Oberösterreich gut und stark zu halten. Denn eine intensive Grippewelle während der Covid-19-Pandemie kann nicht nur zu schwereren Krankheitsverläufen führen, sondern auch unser Gesundheitssystem an seine Grenzen bringen. Auch hier gehen wir in Oberösterreich den bewährten Weg der Zusammenarbeit und haben alle Kräfte gebündelt, um deutlich mehr Grippeimpfstoff als in den Vorjahren zur Verfügung zu haben. Ein Schwerpunkt liegt aus unserer Sicht bei den Kindern, den älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in sensiblen Bereichen, wie dem Gesundheits-, Pflege- und Lehrpersonal.

wirksam geschützt werden. Daher wird seitens des Landes in der Grippesaison 2020/21 insbesondere in Alten- und Pflegeheimen, aber auch in Einrichtungen nach dem Chancengleichheitsgesetz für Menschen mit Beeinträchtigung, diese Impfung allen Bewohnern ab dem 65. Lebensjahr kostenlos angeboten werden.

Zusatzkontingent für Allgemeinbevölkerung: Darüber hinaus hat das Land OÖ bei der Bundesbeschaffungsagentur 40.000 Grippeimpfstoffdosen für die erwachsene Allgemeinbevölkerung bestellt. Eine Lieferbestätigung langte bislang noch nicht ein.

Oberösterreichische Gesundheitsholding: Impfaktion in Spitälern

Auch der besonders sensible Bereich der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitsbereich soll mit der Grippeimpfung geschützt werden. In den Spitälern der Oberösterreichischen Gesundheitsholding (OÖG) wird dazu eine Impfaktion organisiert – hierfür stehen 6.200 Impfdosen zur Verfügung.

Bildungsbereich: Impfaktion für Bundes- und Landeslehrer

Auch die Schulen zählen zu den sensiblen Bereichen, die gerade in Zeiten der Corona- Pandemie besonderen Schutz brauchen. Zu den bestellten Impfdosen wird die OÖ Bildungsdirektion in Abstimmung mit dem Bund eine eigens angelegte Impfaktion für Bundes- und Landeslehrerinnen und -lehrer organisieren.

Ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam gut vorgesorgt haben und appelliere an die Menschen in Oberösterreich, das Impfangebot auch zu nutzen denn die Grippe endet beim Geimpften. Aber weiterhin gehören in Oberösterreich Versorgung und Vorsorge zusammen. Im Kampf gegen Corona und die Grippe brauchen wir beides. Daher gilt auch für die Zukunft: Halten wir Abstand, tragen wir den Mund-Nasen-Schutz und vergessen wir nicht auf die Händehygiene, so schützen wir uns und andere auch vor der Grippe“, betont Gesundheitsreferentin LH-Stellvertreterin Christine Haberlander.

Neue Gestaltung der ÖGK-Grippeimpfaktion in Oberösterreich
Voraussichtlich ab Mitte November 2020 startet die ÖGK eine neu gestaltete Grippeimpfaktion für ihre Versicherten in Oberösterreich – speziell angepasst an die aktuelle Corona-Situation. Kostenlos werden jene ÖGK-Versicherten die Impfung erhalten, die zwei der drei folgenden Bedingungen erfüllen:

 Alter ab 65 Jahren
 Vorerkrankung/en
 soziale Bedürftigkeit (Rezeptgebührenbefreiung)

Die Betroffenen erhalten sowohl Impfstoff als auch Impfstich kostenlos. Die Aktion läuft über rund 300 teilnehmende Vertragshausärztinnen und -ärzte der ÖGK und gilt, solange der Impfstoffvorrat reicht, der der ÖGK in Oberösterreich zur Verfügung steht. Das sind ca. 20.000 Impfdosen.

Die Belieferung der Ärztinnen und Ärzte mit dem Impfstoff erfolgt voraussichtlich bis Mitte November 2020. Die ÖGK kann den Liefertermin nicht beeinflussen.

Die an der Aktion teilnehmenden Vertragshausärztinnen und -ärzte werden ersucht, auch diejenigen ÖGK-versicherten Risikopatientinnen -patienten zu impfen, deren Hausärztin oder -arzt nicht an dieser Aktion teilnimmt.

Konzentration auf Risikogruppen

Albert Maringer, Vorsitzender des Landesstellenausschusses der Österreichischen Gesundheitskasse in Oberösterreich: „Für Menschen ab 65 und Menschen mit Vorerkrankungen wäre eine Doppelbelastung durch Corona und Grippe eine große Gefahr. Als soziale Krankenversicherung wollen wir verhindern, dass allfällige Kosten ausgerechnet diese Gruppe von einer dringend empfohlenen Impfung abhalten. Diese klar auf Risikogruppen fokussierte Strategie soll auch das Gesundheitssystem des Landes vor einer eventuellen Überlastung schützen.“

Bisherige Menge an Grippeimpfstoff konnte der ÖGK in Oberösterreich nicht geliefert werden
Die 15-Euro-Aktion der vergangenen Jahre sowie Impfungen in den Kundenservicestellen der ÖGK der vergangenen Jahre wird es diese Saison nicht geben.

Der Grund: „Die Nachfrage nach Grippeimpfstoff ist heuer auf dem Weltmarkt wegen der Corona-Pandemie überdurchschnittlich hoch. Gleichzeitig ist die Produktion von Grippeimpfstoff sehr komplex und langwierig, die Vorlaufzeiten sind enorm. Durch Corona war die Marktsituation im Frühling sehr unübersichtlich sowohl in Österreich als auch am Weltmarkt. Die Apothekerkammer konnte daher diesmal für die bisherige gemeinsame Aktion nicht die benötigte Menge an Impfstoff garantieren“, so Albert Maringer.

Die ÖGK konnte sich allerdings im Frühjahr selbst ein Kontingent an Grippeimpfstoff sichern. Der größte Teil dieses Kontingents – eben 20.000 Stück – geht nach Oberösterreich und wird hier für Risikogruppen zur Verfügung gestellt.

Impfungen sind grundsätzlich Angelegenheit der staatlichen Gesundheitsbehörden, also des Bundes bzw. Gesundheitsministeriums und der Länder. Auch die kostenlosen Impfprogramme für Kinder (Mutter-Kind-Pass, Schulimpfungen) gehen vom Bund aus. Die Sozialversicherung hat lediglich einzelne vergünstigte Impfaktionen bzw. Zuschüsse als freiwillige Leistungen einzelner Träger angeboten.

Apothekerkammer: Nur eine Impfung schützt sicher vor Influenza

Impfen ist eine wichtige und wirksame Maßnahme, um sich gegen die echte Grippe zu schützen. Im Gegensatz zu grippalen Infekten, die im Herbst bzw. Winter häufig vorkommen und die jeder schon mehrfach durchlebt hat, ist die Influenza eine schwere und ernstzunehmende Erkrankung. Unterschieden werden können die beiden Erkrankungen vor allem an ihrem Beginn. Während eine Influenza mit plötzlichem Fieber und Gliederschmerzen beginnt, fängt ein grippaler Infekt meist mit Schnupfen und Husten an. Hohes Fieber und ein starkes Krankheitsgefühl sind ebenfalls typische Influenzamerkmale“, betont OÖ Apothekerkammer-Vizepräsidentin Monika Aichberger. Vor allem ältere Personen, Risikopatientinnen und -patienten, Schwangere und kleine Kinder profitieren von einer Grippeschutzimpfung besonders. Jährlich wiederholte Influenzaimpfungen führen zu einem breiteren Abwehrspektrum und erhöhen somit auch die Wirksamkeit der Grippe-Impfung.

Die letzten Monate haben gezeigt, dass die allgemeinen Covid-19 Vorsichtsmaßnahmen, wie Abstand halten, das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und regemäßige Händehygiene auch die Ansteckungen mit Influenza reduzieren.

Die Impfbereitschaft der österreichischen Bevölkerung lag in den vergangenen Jahren bei rund acht Prozent, damit liegt Österreich im europäischen Durchschnitt weit abgeschlagen. Auf Grund der Covid-19 Pandemie rechnen wir heuer mit einer deutlich höheren Nachfrage. In der vergangenen gemeinsamen Grippe-Impfaktion der OÖ Apothekerkammer mit der OÖ GKK und Ärztekammer OÖ wurden ca. 50.000 Impfdosen verbraucht. Für die heurige Influenzasaison haben die oberösterreichischen Apotheken um ca. 10.000 Grippe-Impfdosen mehr bestellt.

Die oberösterreichischen Apotheken sind sehr bemüht, der erhöhten Nachfrage nachzukommen und werden die verfügbaren Impfstoffe Anfang Oktober geliefert bekommen. Bereits seit August führen die meisten Apotheken Reservierungslisten für ihre Kunden und sorgen so für eine bestmögliche Versorgung der Bevölkerung mit Impfseren.

Der warme Herbst verschafft uns allen noch ein wenig Zeit, um rechtzeitig vor Beginn der Influenza-Saison im Dezember/ Jänner dann auch geschützt zu sein.

v.l.: Landesstellenausschuss-Vorsitzender Albert Maringer, Österreichische Gesundheitskasse, LH-Stellvertreterin Christine Haberlander, Vizepräsidentin Monika Aichberger, Apothekerkammer Oberösterreich.
Foto: Land OÖ/Tina Gerstmair
Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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