Kulinarisches Oberösterreich

„Heimatleuchten: So schmeckt Oberösterreich“ am Fr., 16.10., ab 20:15 Uhr bei ServusTV

Nikolaus Höplingers Arbeitstag beginnt bereits früh am Morgen, wenn der Fischereimeister mit dem Boot auf den Wolfgangsee hinausfährt, um nach seinen Netzen zu sehen. „Am See draußen ist es in der Früh am schönsten, weil da herrscht eine Ruhe. Da ist man allein draußen, kein Bootsverkehr – das sind schöne Stunden.“ Rund sechs Tonnen Fisch zieht Nikolaus im Jahr aus dem See – Saibling, Reinanke, Zander und mehr. In Salzlake eingelegt und danach mit Buchenholz geräuchert – ein Gaumenschmaus.

Ein Mini-Dorf und seine Kräuter
Im Mühlviertel gibt es Dörfer, die sind unvorstellbar klein. Neundling zum Beispiel besteht aus drei Häusern bzw. drei Familien. Sie sind nicht nur durch räumliche Nähe, sondern durch etwas viel Wertvolleres miteinander verbunden: Die kleine Dorfgemeinschaft hat vor mehr als zwanzig Jahren beschlossen, mit dem Anbau von Bio-Kräutern zu beginnen. Das raue Klima und die großen Temperatur-Unterschiede von Tag und Nacht würden die Kräuter besonders aromatisch machen, überlegten die Neundlinger. Hermann Kehrer hat auf seinem Feld mit ¾ Hektar Brennessel begonnen, „meine Einstiegsdroge“, wie er lachend erzählt. Zitronenmelisse, Pfefferminze, Löwenzahn, Steinklee, Oregano und einige andere Kräuter bauen die Neundlinger an. Und was als Nebenerwerb begonnen hat, ist mittlerweile die Lebensgrundlage der drei Familien und ihre persönliche Erfolgsgeschichte. 

Most vom Deisinger Hof
In Katsdorf, rund zehn Kilometer östlich von Linz, hat ein Mann eine ganz andere Mission gefunden. Josef Deisinger hat es sich zum Ziel gesetzt, den ramponierten Ruf des Mostes zu retten. Um die sechs Jahre wird Deisinger gewesen sein, als sein Opa ihm das erste Mal den Mostkeller des Hofes gezeigt hat. Damals war das für Oberösterreich typische Getränk als „Landessäure“ verschrien: gelblich-braun und sauer. Mittlerweile stehen am und rund um den Deisinger-Hof 300 Obstbäume – darunter alte Sorten wie der Bohnapfel. Alle Bäume werden von der Familie händisch abgepflückt und die Mostkarte des Hofes liest sich wie die eines guten Weinkellers. Doch der Weg dorthin war steinig, erinnert sich der Mostbauer.

Erdäpfel aus dem Sauwald
Dort, wo sich die Donau ihr Durchbruchstal geschaffen hat, liegt im Norden des Innviertels der Sauwald. Urgesteins-Verwitterungsböden bringen die vermeintlich besten Erdäpfel weit und breit hervor. Das macht sich Erdäpfelbauer Martin Paminger zunutze. Auch die ein oder andere ganz spezielle Sorte wächst hier heran.

Darüber hinaus in dieser „Heimatleuchten“-Episode: Wie ein junges Trio die alte Gschwendtalm im Nationalpark Kalkalpen auf eine eigene Art führt, wie in Hofstetten in der ältesten Brauerei Österreichs wahre Bierschätze entstehen und wie an der Bruckmühle im Almtal nach alter Tradition gebacken wird. Auch die „Süßen“ kommen nicht zu kurz, wenn in der Konditorei Zauner in Bad Ischl die berühmten „Zaunerstollen“ zubereitet werden.
Fotorechte: © ServusTV / Christopher Kelemen
Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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