Das Goiserer U-Boot „Hoagascht mit Patrick Eisl: Von Stahelschützen und U-Boot-Bauern – Goiserer Gschichten“

Um Bad Goisern im Salzkammergut und seine Bewohner ranken sich viele Geschichten und Mythen. Ein ganz eigener Schlag Menschen sollen die Goiserer sein – stolz und ein bisserl eingebildet, aber auch geschickt und visionär. Patrick Eisl begibt sich auf die Suche nach der wahren „Goiserer Mentalität“ und trifft dabei auf die traditionellen Pascher sowie auf einen Armbrust- und sogar einen U-Boot-Bauer.
Das Goiserer U-Boot „Hoagascht mit Patrick Eisl: Von Stahelschützen und U-Boot-Bauern – Goiserer Gschichten“ am So., 04.10., ab 19:45 Uhr
Die Goiserische Mentalität
„Is´s wo recht gschmoh, sand g´wiß d´Goiserer do“. So hat schon der Mundartdichter Willi Kefer die Lebensart der Goiserer beschrieben. Aber auch ein rebellischer Geist wird den Bewohnern dieses Orts immer wieder zugeschrieben, den der hier geborene Historiker Dr. Michael Kurz in der Geschichte Goiserns begründet sieht. Patrick taucht mit ihm beim Heimat- und Landlermuseum in die Vergangenheit ein und erfährt, wodurch die Goiserer Mentalität geprägt wurde. Weiters beleuchtet Michael Kurz hiesige Begriffe wie „pfachtlig“ (handwerklich begabt = learning by doing) und „echig“ (den Traditionen verbunden, tief verwurzelt). Für ihn steht das „Goiserische“ für eine gewisse „Machermentalität“, die sich weder von Obrigkeit dreinreden noch vom Weg abbringen lässt. 

Der Goiserer Rehrlstahel
Dies spiegelt sich in der Region vor allem im traditionellen Handwerk wider. Kein Wunder also, dass es hier einen der letzten Armbrustbauer überhaupt gibt: Autodidakt Ehrenfried Grill verhilft dem echten Goiserer Rehrlstahel, der fast verschwunden war, zu früherem Glanz. Zwei Wochen Arbeitszeit sind nötig für die Waffe, die idealerweise aus getrocknetem Kirsch- oder Nussholz gefertigt wird. Das Schützenwesen ist eine wichtige Säule im Goiserer Brauchtum und seit 2019 sogar immaterielles Kulturerbe Österreichs. Die Tradition reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück, weil damals Milizen zum Schutz des Salzwesen zum Einsatz kamen. Im Goiserertal allein gibt es neun Schützenvereine mit bis zu 40 Mitgliedern, die bei allen Schützenfesten ein Ziel eint: die Mitte der Scheibe zu treffen. Denn es ist kein leichtes Unterfangen aus 14 Meter auf eine nur wenige Zentimeter große Scheibe zu treffen. Moderator Patrick Eisl darf am Schießstand seine Zielgenauigkeit unter Beweis stellen.

Das Goiserer U-Boot
Es gibt eine Legende, dass in Bad Goisern jemand in Eigenregie ein funktionsfähiges U-Boot gebaut hat, um damit die Tiefen der Salzkammergut-Seen zu erforschen. Einer, der darauf eine Antwort geben kann, ist der umtriebige Sammler, Bastler und Erfinder Werner Kain. Er hat in seinem Leben sechs verschiedene Berufe erlernt und der Begriff „pfachtlig“ ist ihm auf den Leib geschrieben. Mit seinen Ideen war er seiner Zeit immer voraus, davon zeugt auch sein Privatmuseum, das zahlreiche Prunkstücke und selbst gefertigte Raritäten vereint: Oldtimer, Waffenräder, ein Fallschirmspringermotorrad, ein selbst gebasteltes Amphibienfahrzeug, eine alte elektronische Trafostation aus der Kaiservilla Bad Ischls – und tatsächlich das Ein-Mann-U-Boot „U2“. Mit 1.500 kg Eigengewicht, elektrischem Antrieb, einer Tauchzeit von bis zu 40 Stunden und damaligen Kosten von rund 100.000 Schilling. Werner Kain hat es selbst konstruiert und 1970 zum ersten Mal ins Wasser gelassen. Was den damals 28-Jährigen angetrieben hat und worauf er in den Tiefen der Seen gestoßen ist, berichtet er in diesem Hoagascht.

Der Goiserischer Klang
Was genau den „Goiserischen Klang“ aus dem inneren Salzkammergut ausmacht, wissen die legendären Beriga Pascher. Unter Paschen versteht man das rhythmische In-die-Hände-Klatschen mehrerer Personen zur Begleitung von Volksmusik. Das siebenköpfige Ensemble rund um Begründer Erwin Engleitner feiert nächstes Jahr ihr 30-jähriges Jubiläum und hat mit seiner Musik Menschen auf der ganzen Welt begeistert. Vor allem hat eine Asienreise 2010 tiefe Eindrücke hinterlassen, wie Patrick Eisl von den gestandenen Goiserern erfährt. Er bekommt zudem eine Kostprobe ihres musikalischen Könnens inklusive herrlichen Ein- und Ausblicken auf der Hütteneckalm.
Hoagascht-Moderator Patrick Eisl mit dem selbst gebauten Ein-Mann-U-Boot von Werner Kain aus Bad Goisern
Fotorechte: © ServusTV / Degn Film / Meikl
Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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