Sichtbar sicherer

Sicherheitswarnwesten für die Schulanfänger

Nach einem außergewöhnlichen letzten Schuljahr beginnt kommende Woche das neue Schuljahr. Auch wenn es bei Eltern und Lehrern wegen der Gesundheitskrise nach wie vor Unsicherheiten und viele Fragen gibt, muss die Politik alles daran setzen, damit das neue Schuljahr in möglichst normalen Bahnen verlaufen kann.

Wo es absolut keine Unsicherheiten geben darf, ist am Schulweg der Kinder. Kinder sind im Straßenverkehr besonders gefährdet. Leider passieren immer wieder Unfälle am Schulweg. Unfallursache sind meist Ablenkung und Unaufmerksamkeit bei den Kindern oder kindlicher Übermut bzw. leben Kinder schlicht ihren natürlichen Bewegungsdrang aus. Laut Experten lernen Kinder erst im Alter von sieben bis acht Jahren, Gefahren einzuschätzen bzw. vorauszusehen. Zudem tun sich Kinder schwer, mehrere Dinge gleichzeitig wahrzunehmen. Etwa, wenn ein Kind mit einem Freund im Gespräch ist, ist es dadurch abgelenkt und kann nicht gleichzeitig auf den Verkehr achten. Die Fähigkeit für eine sichere, selbständige Teilnahme am Verkehr entwickelt sich laut Experten erst mit 12 bis 14 Jahren. Umso wichtiger ist es, dass Erwachsene im Straßenverkehr stets ein besonderes Augenmerk auf die Kinder legen. Dazu gehört auch, dass der Schulweg mit den Kindern gut geübt wird. Erwachsene müssen den Kindern mitunter auch Vorbilder sein, indem sie ihnen zeigen, dass das Handy und die Kopfhörer im Straßenverkehr in die Tasche gehören.

Für 15.074 Kinder beginnt das Abenteuer Schule

Taferlklassler sind auf dem Weg zur Schule erstmals auf sich alleine gestellt. Dabei sind Kinder oft überfordert. Deshalb ist es wichtig, dass sich die Eltern den besten Schulweg überlegen und mit den Kindern fleißig üben. Aufgrund der Körpergröße haben Kinder aber ein ganz anderes Sichtfeld als Erwachsene. Dessen sollten sich die Eltern bewusst sein, damit sie ihren Nachwuchs auf mögliche Gefahrenquellen hinweisen können. Dabei gilt es zu bedenken, dass nicht immer der kürzeste auch der sicherste Weg ist. Grundvoraussetzung sind auch die richtige Kleidung und ausgeschlafene, aufmerksame Kinder, da Kinder oft abgelenkt und unkonzentriert sind.

Viele Unfälle könnten vermieden werden, wenn die Kinder für die Autofahrer besser sichtbar wären. Dunkel gekleidet sind sie erst aus rund 30 Metern erkennbar und dann könnte es zu spät sein, einen Unfall zu verhindern. Gerade im Herbst bei Regen, morgendlicher Dämmerung und Dunkelheit verblasst oft die Kleidung zu einem einheitlichen und gefährlichen Grau. Mit einer Sicherheitsweste erhöht sich die Sichtbarkeit auf gut 150 Meter. Denn mit dem Beginn der Schule neigt auch der Sommer sich dem Ende zu, die Tage werden „kürzer“ und der Herbst übernimmt mit Nebel und schlechterer Sicht die Morgenstunden. Der Straßenverkehr ist damit für die Kinder Herausforderung und Gefahr zugleich. „Sobald ich das Auto sehe, sieht mich der Autofahrer auch“, lautet oft die gefährliche Fehleinschätzung.

Das Tragen einer Warnweste erhöht die Sichtbarkeit um ein Vielfaches, ist aber nur ein Teil der Lösung. Zusätzlich ist es notwendig, dass die Kinder für die lauernden Gefahren sensibilisiert werden und das richtige Verhalten am Schulweg geübt wird.

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Rechtzeitig gesehen zu werden, ist aber auch bei Freizeitaktivitäten entscheidend. Ob Fußballspielen, Ski- oder Radfahren, die Westen sind der ideale Begleiter und sollten auch in der Freizeit nicht fehlen.

Sichtbar sicherer“ auf dem Schulweg und in der Freizeit

Dieses gemeinsame Ziel für Schulkinder haben sich das Land OÖ, die AUVA, die Wiener Städtische Versicherung und die HYPO Oberösterreich gemeinsam mit der Polizei auch dieses Jahr wieder gesetzt. 20.000 Kinderwarnwesten werden in den ersten Schulwochen allen oberösterreichischen Schulanfänger/innen kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Westen werden durch die Polizei im Rahmen der Verkehrserziehungstage in den Volksschulen direkt an die Kinder verteilt.

Die Sicherheit unserer Kinder geht uns alle an, denn jeder Schulwegunfall ist genau einer zu viel. Schließlich lauern überall Gefahren, die schlimme Folgen haben können. Sicherheitserziehung im Kindesalter ist deshalb sinnvoll und notwendig. Die Aufklärungs- und Präventionsarbeit der Eltern und Lehrer/innen ist ein wichtiger Baustein, um die Unfallzahlen auf Österreichs Schulwegen gegen Null zu bringen. Deshalb sollen die Kinder angehalten werden, diese Westen sowohl auf dem Schulweg, bei jedem Schulausgang und in der Freizeit zu tragen bzw. auf die Wichtigkeit des Tragens von Kindersicherheitswesten hingewiesen werden“, so die Kooperationspartner unisono.

Mit dieser Initiative unterstützen das Land Oberösterreich, das Familienreferat und die zuständigen Regierungsmitglieder Landeshauptmann-Stv. Dr. Manfred Haimbuchner, Landesrat Mag. Günther Steinkellner und Landesrat KommR Ing. Wolfgang Klinger gemeinsam mit den Kooperationspartnern AUVA, HYPO Oberösterreich, der Wiener Städtischen Versicherung und der Polizei Eltern und Kinder dabei, sicher zur Schule zu gelangen.

Familienreferent Landeshauptmann-Stv. Dr. Manfred Haimbuchner

Die meisten Kinder sind als Taferlklassler auf dem Weg zur Schule erstmals auf sich alleine gestellt. Auch wenn Eltern den Schulweg mit ihren Kindern in den letzten Wochen vor Schulbeginn vorbildlich und fleißig üben, können die Kinder die Gefahren im Straßenverkehr oft noch zu wenig einschätzen. Reflektierende Warnwesten sollen deshalb zum ständigen Begleiter der Kinder gehören, damit die Kinder von den Autofahrern und anderen Verkehrsteilnehmern so bald als möglich gesehen werden. Mit den Warnwesten leisten wir einen wertvollen Beitrag zur Kinderunfallverhütung. Ich bedanke mich bei unseren Kooperationspartnern für die Unterstützung.

Mag. Günther Steinkellner, Landesrat für Infrastruktur

Ich freue mich, dass wir mit der Kinder-Warnwesten-Aktion ein gemeinsames Projekt für die Schulwegsicherheit erneut umsetzen können. Die Aktion bildet ein wichtiges Mosaik in unserem umfassenden Maßnahmenkatalog zur Verkehrserziehung junger Menschen. Durch das Tragen einer reflektierenden Warnweste machen Kinder auf sich

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aufmerksam und geben sich zu erkennen, was wiederum für alle weiteren Verkehrsteilnehmer eine große Hilfe und Unterstützung ist.

KommR Ing. Wolfgang Klinger, Sicherheitslandesrat

Die Sicherheit unserer Kinder liegt mir ganz besonders am Herzen. Gerade nach der langen Schulpause ist es umso wichtiger, jetzt zu Schulbeginn die geeigneten Schritte zu setzen. Durch die Warnwesten werden die Kinder für die Autofahrer besser und vor allem wesentlich früher sichtbar. Das ist gerade im Herbst, wo es immer später hell wird, sehr wichtig. Durch diese Aktion wird die Sicherheit tausender Kinder erhöht und auch das notwendige Bewusstsein bei den Lenkerinnen und Lenkern gestärkt.

Dietmar Gruber, Verkaufsleiter Partnervertrieb Wiener Städtische Versicherung

Die Sommerferien sind vorüber und nach vielen Wochen Spiel und Spaß heißt es nun wieder zurück auf die Schulbank. Gerade der Weg zur Schule ist Jahr für Jahr eine besondere Gefahrenquelle für unsere Kinder. Als Wiener Städtische Versicherung liegt uns die Gesundheit und das Wohl unserer Jüngsten ganz besonders am Herzen, weshalb wir die Aktion ‚Sichtbar sicherer‘ seit vielen Jahren aus tiefer Überzeugung unterstützen. Wir leisten so einen kleinen Beitrag dafür, dass unsere Kinder auf der Straße nicht übersehen werden und jeden Tag wieder gesund zu uns nach Hause kommen.

Mag. Klaus Kumpfmüller, Generaldirektor der HYPO Oberösterreich

Für die HYPO Oberösterreich hat die Sicherheit der Kinder höchste Priorität. Deswegen unterstützen wir seit vielen Jahren die Kinderwarnwesten-Aktion des Landes Oberösterreich. Rückmeldungen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis haben mir bestätigt, dass diese Aktion sowohl bei den Kindern als auch bei den Eltern sehr gut ankommt.

20.000 Warnwesten für Oberösterreichs Schulanfänger

Insgesamt werden heuer 20.000 Warnwesten an Oberösterreichs Schulanfänger in den Volksschulen verteilt, womit ein wertvoller Beitrag zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr für Oberösterreichs Schüler geleistet wird. Die persönliche Übergabe der Schutzwesten erfolgt durch die Polizei flächendeckend in ganz Oberösterreich zu Schulbeginn direkt in den Schulen.

Oberst Klaus Scherleitner, BA, Leiter der Landesverkehrsabteilung der Landespolizeidirektion OÖ
Die Polizei begrüßt jede Maßnahme, die dazu beiträgt, unsere „schwächsten“ Verkehrsteilnehmer zu schützen und ich bin mir sicher, dass die Warnwesten dazu einen wesentlichen Beitrag leisten. Jeder Verkehrsunfall, der vorbeugend vermieden werden kann, rechtfertigt derartige Aktionen!

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Mag. Marina Pree-Candido, Direktorin der AUVA-Landesstelle und des UKH-Linz

In Oberösterreich ereigneten sich 2019 lt. AUVA-Statistik 118 Schulwegunfälle von Schülerinnen und Schülern mit Beteiligung eines Fahrzeuges und/oder Fortbewegungsmittels. Das sind erfreulicherweise rund 16% weniger als 2018. Zusätzlich verletzten sich weitere 241 Kinder und Jugendliche am Schulweg ohne Fahrzeugbeteiligung, also beim Gehen, Laufen, Hinauf- u. Hinabsteigen etc. Die Statistiken der AUVA zeigen auch, dass mehr Schulwegunfälle auf dem Weg zur Bildungseinrichtung, als auf dem Weg nach Hause passieren.

„Prävention am Arbeitsplatz und bei der Ausbildung ist neben Unfallheilbehandlung, Rehabilitation und finanziellen Entschädigungen eine der Kernaufgaben der AUVA. Deshalb führen wir – oft gemeinsam mit Partnern – die verschiedensten, altersgerechten Aktionen für mehr Sicherheit in der Schule, bei Schulveranstaltungen und auf dem Schulweg durch. Unser Ziel dabei ist die Sensibilisierung für Gefahren sowie Aufbau und Stärkung von sicherem Verhalten und Risikokompetenz. Gerade bei Kindern ist auch deren Schutz wesentlich. Daher unterstützt die AUVA die Warnwesten- Aktion des Landes Oberösterreich zur Unfallverhütung seit vielen Jahren“, unterstreicht AUVA Landesstellendirektorin Mag. Marina Pree-Candido.

Neue Kurzvideos für einen sicheren Schulweg gibt es auf www.auva.at/sicherer- schulweg, Infos rund um Sicherheit und Gesundheit auf www.auva.at und in der AUVA Landesstelle Linz.

Infos rund um Sicherheit und Gesundheit erhalten Sie auf www.auva.at oder in der AUVA-Landesstelle Linz.

Info: www.familienkarte.at

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Das Schulweg „Einmaleins“

  •   Frühes Aufstehen
    Das frühe Aufstehen muss trainiert werden, denn die Kleinen sollen schrittweisen an den neuen Tagesrhythmus gewöhnt werden.
  •   Schulweg festlegen und wiederholen
    Eltern und Kinder legen gemeinsam eine verbindliche Route fest und üben nun wiederholt den Schulweg. Je länger und schwieriger der Schulweg, umso mehr Wiederholungen sind notwendig.
  •   Das Verhalten schulen
    Die Eltern erklären, wo und wie das Kind gehen soll und worauf es achten muss – sei es bei Ampeln, Zebrastreifen, einbiegenden Autos oder Toreinfahrten. Das braucht Zeit, denn alles muss erst gelernt werden.
  •   Zebrastreifen
    Durch eindeutige Bewegung zum Fahrbahnrand darauf aufmerksam machen, dass man über die Straße gehen will. Vor dem Zebrastreifen stehen bleiben. Unbedingt warten, bis die Autos aus beiden Richtungen tatsächlich angehalten haben, schauen und über die Straße gehen.
  •   Das Verhalten kommentieren
    Kinder sind gute Beobachter. Die Eltern machen die richtigen Verhaltensweisen vor und kommentieren die einzelnen Schritte dabei laut.
  •   Sich vom Kind führen lassen
    Eltern sollen sich von ihrem Kind führen lassen und herausfinden, wie lange ihr Sprössling braucht, welche Eindrücke und Schwierigkeiten ihr Kind schildert. So erfahren Eltern am besten, wo ihr Kind noch Probleme hat und Fehler können ausgebessert werden
  •   Der kürzeste Weg ist nicht immer der Sicherste
    Kinder sollten die Straße so wenig wie möglich überqueren müssen. Daher unbedingt einen kleinen Umweg in Kauf nehmen, wenn dadurch das Überqueren sicherer wird. Ein Schulwegplan ist dabei sehr hilfreich.
  •   Das erste Mal
    Eltern sollen sich vergewissern, dass ihr Kind den Schulweg alleine bewältigen kann. Eltern sollen ihren Sprössling dabei aus der Entfernung beobachten. Wenn er sich nicht an die vereinbarten Regeln hält – mit dem Kind darüber sprechen!

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 Schulbuskinder
Fährt das Kind mit öffentlichen Verkehrsmitteln, muss das richtige Verhalten an der Haltestelle sowie das sichere Ein- und Aussteigen geübt werden.

 Der Schulweg mit dem Auto
Kinder immer zur Gehsteigseite hin aussteigen lassen. Der Kindersitz muss auf der richtigen Seite angebracht sein. Beim Abholen nie auf der gegenüberliegenden Seite warten. Die Kinder stürmen nach dem Unterricht aus der Schule und rennen dann oft ohne auf den Verkehr zu achten über die Straße.

Fotos: Land OÖ/ Daniel Mayer-Lamberg
Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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