Mehr Zusammenarbeit beim Umgang mit dem Fischotter angestrebt

Naturschutzbund lud Behördenvertreter von Bund und Ländern zum Fachdialog

Die Wiederausbreitung des Eurasischen Fischotters in Österreich ist aus Naturschutzsicht ein großer Erfolg. Mit seiner Rückkehr in zuletzt von ihm unbesiedelte Gebiete entstehen aber auch Konflikte mit Angelfischerei und Teichwirtschaft, die mitunter große Emotionen hervorrufen. Immerhin ernähren sich Fischotter gerne von Fischen und gehen bei der Jagd nach diesen sehr geschickt vor. Der Schutz des Fischotters und der Umgang mit den Konflikten, die seine Lebensweise mit sich bringen, ist Aufgabe der Bundesländer. Dem Naturschutzbund ist es ein Anliegen, dem in Österreich einst beinahe ausgestorbenen Fischotter die Rückkehr zu ermöglichen und seinen Bestand dauerhaft zu sichern.

Da Maßnahmen in einem Bundesland auch Auswirkungen auf die Situation in einem Nachbarbundesland haben können, setzt sich der Naturschutzbund für ein länderübergreifend abgestimmtes Fischotter-Management ein. Nun lud er innerhalb des von Bund und EU geförderten Projekts „Wege zur Koexistenz von Mensch und Fischotter“ Behördenvertretungen der Bundesländer, des Bundes und auch aus dem angrenzenden Bayern und Tschechien zum Fischotter-Fachdialog ein. Ziel war es, erstmalig Erfahrungen und Informationen im Fischottermanagement auszutauschen.

Beim Erfahrungsaustausch stellte sich heraus, dass jedes Bundesland seine eigene Strategie im Fischotter-Management entwickelt hat, an jeder Landesgrenze ändert sich der Zugang dazu. Das macht ein effektives Management schwierig. Wesentlichste Ergebnisse für die verantwortlichen Behördenvertretungen waren deshalb:

  • Es soll mehr Informationsaustausch zwischen den Bundesländern und zu Maßnahmen geben
  • Die länderübergreifende Zusammenarbeit soll intensiviert werden
  • Das Konfliktmanagement durch die Behörden ist äußerst wichtig
  • Die Wissensgrundlagen zu konkreten Konfliktursachen sollen durch Fallstudien ebenso wie das Totfundmonitoring verbessert werden.

Als Folge sind daher regelmäßige Abstimmungstreffen für den besseren Austausch zwischen den Bundesländern geplant. Ein nationaler Fischotter-Managementplan mit länderübergreifenden Standards  zum Umgang mit dem Fischotter könnte daraus hervorgehen. Lucas Ende, Artenschutzkoordinator beim Naturschutzbund sagt dazu: „Es ist sehr erfreulich, dass ein einheitliches Vorgehen von der Runde angestrebt wird. Damit dann wirklich alle Seiten dahinter stehen, müssen bei einer zukünftigen Entwicklung eines Managementplans auch die entsprechenden Interessenvertretungen berücksichtigt werden, beispielsweise die Fischerei.“ Das erste Abstimmungstreffen zwischen den verantwortlichen Behördenvertretungen findet bereits Mitte Oktober statt und soll den Weg in Richtung bundesweite Harmonisierung ebnen. Der Naturschutzbund appelliert an die Bundesländer, dieses und die weiteren Treffen für konstruktive Lösungen im Sinne aller Beteiligten zu nutzen.

© Birgit Mair-Markart

Konflikte mit dem Fischotter müssen gemeinsam gelöst werden. Deshalb hat der Naturschutzbund ein länderübergreifendes Treffen der zuständigen Behördenvertreter organisiert.
Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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