„OÖ setzt ein wichtiges (Verkehrs)Zeichen!“ Aufruf zum OÖ Verkehrssicherheitspreis im März 2021

Kurzfassung

Im Jahr 2019 kamen in Österreich 416 Menschen durch Verkehrsunfälle ums Leben.
87 davon alleine in Oberösterreich. Das bedeutet, dass alle 21 Stunden ein Mensch auf Österreichs Straßen stirbt. In Sachen Sicherheit im Straßenverkehr ist also noch sehr viel zu tun. Rund 90 Prozent der über 35.000 jährlichen Verkehrsunfälle gehen in Österreich auf menschliches Versagen zurück. Jede/r Einzelne und wir alle gemeinsam können einen Teil leisten, um die Straßen sicherer zu gestalten. Um dieses Bewusstsein zu sensibilisieren, zu fördern und zu stärken geht
Oberösterreich neue Wege. Im Rahmen einer eigens konzipierten Veranstaltung,
dem erstmalig zu vergebenden OÖ Verkehrssicherheitspreis, werden in verschiedenen Kategorien all jene, die sich mit Tatkraft, Erfindergeist und Innovationsstärke für die nachhaltige Stärkung der Sicherheit im Verkehr einsetzen, vor den Vorhang geholt ausgezeichnet und prämiert.

Österreich im EU-Mittelfeld in Punkto Verkehrssicherheit

Es ist die brutale Realität: Jede Stunde wird eine Person im Straßenverkehr schwer verletzt. Alle 21 Stunden stirbt ein Mensch auf Österreichs Straßen. Österreich findet sich mit 47 im Straßenverkehr Getöteten pro 1 Mio. Einwohner unter dem EU-Durchschnitt von 51 und somit auf Platz 12 im EU-27-Ranking . Betrachtet man diesen Faktor alleine

für Oberösterreich, so sterben 58 Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer auf 1 Mio. Einwohner/innen. Die in vielerlei Hinsicht vergleichbare Schweiz mit 23 Getöteten pro 1 Mio. Einwohner/innen weist einen nicht einmal halb so hohen Wert auf wie Österreich.

Trauriger Rekord bei Radfahrern

Die Zahl der schwer verletzten Radfahrer/innen ging von 328 im Jahr 2018 auf 301 im Jahr 2019 zurück. Ein Viertel davon sind Senioren im Alter 65+.
Bei E-Bikes zeigt sich in allen Altersklassen eine hohe Zunahme an Schwerverletzten. Drei von neun im Jahr 2019 getöteten Radfahrern waren E-Bike-Lenker. Im Jahr 2018 waren es vier E-Bike Lenker von insgesamt 10 getöteten Radfahrern.

Angurten hilft
In puncto PKW verringern sich tendenziell die Zahlen der Schwerverletzten und Getöteten. Hier spielt das Thema Gurt aber eine wichtige Rolle: Obwohl laut Umfragen „nur“ 3% der PKW Lenker angeben, nicht angegurtet unterwegs zu sein, beträgt der Anteil der nicht angeschnallten Todesopfer an allen getöteten PKW-Insassen rund 28%, jener
der ungesichert verunfallten Schwerverletzten an allen schwer verletzten Pkw-Insassen rund 10%.Unfallursache Nr. 1: Ablenkung„Unachtsamkeit/Ablenkung“ führt noch immer das Ranking der Hauptunfallursachen an.Die Unfallstatistik 2019 hat ergeben, dass Unachtsamkeit und Ablenkung mit 31,4Prozent weiterhin zu den häufigsten Unfallursachen im österreichischen Straßenverkehr zählt. Auch in Österreich ist die Ablenkung mit 32% die tödlichste Unfallursache, gefolgt von nicht angepasster Geschwindigkeit (24%) und Vorrangverletzungen (16%).
Alkohol- und Drogenunfälle
Verkehrsunfälle, bei denen Alkohol am Steuer mit im Spiel war, weisen bei kurzfristiger Betrachtung in Österreich seit 2017 geringfügig steigende Zahlen auf. In Oberösterreich ist die Zahl der Drogendelikte im Verkehr seit Jahren stark ansteigend. Rund 4% der jährlich in Oberösterreich tödlich verunglückten Verkehrsteilnehmer starben aufgrund von
Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenkonsum.
Sorgenkinder im Straßenverkehr:
Alarmierend ist die Zahl der im Straßenverkehr zu Tode gekommenen Kinder: Im Jahr 2019 verunglückten in Österreich 16 Kinder im Alter von 0–14 Jahren tödlich, in Oberösterreich drei Kinder (2018: 1). Ein wichtiges Thema hier ist die Erhöhung der Sichtbarkeit besonders in den dunklen Herbst- und Wintermonaten. Obwohl sich die Sichtbarkeit von Fußgängern über die vergangenen Jahre leicht verbessert hat, sind noch immer jedes vierte Kind und zwei von drei Erwachsenen schlecht sichtbar zu Fuß unterwegs. Auch die Anzahl der getöteten Jugendlichen und Senioren nahm österreichweit im Vergleich zu 2018 zu.
In Oberösterreich blieb die Zahl bei den Jugendlichen (11) gleich, bei den Seniorinnen und Senioren in der Altersgruppe über 74 von 2018: 22 auf 2019: 18 Toten zurück.
Österreichische Verkehrsmoral im Vergleich
Eine internationale Studie der ESRA (Electronic Survey of Road Users Attitudes) vergleicht 2018 die persönliche Meinung, Einstellung und die Akzeptanz von
Sicherheitsmaßnahmen der Verkehrsteilnehmenden miteinander. Die persönliche
Meinung der Österreicher zeigt im internationalen Vergleich einige Besonderheiten. Speziell bei der Akzeptanz von zu schnellem Fahren liegt Österreich markant über dem Durchschnittswert. Auch das Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung wird mit einer höheren Toleranz als durchschnittlich bewertet. Auch in puncto Fahren unter Alkoholeinfluss ist die österreichische Verkehrsmoral offensichtlich geringer ausgeprägt als im ESRA20 Durchschnitt.
Oberösterreich setzt wichtiges (Verkehrs)Zeichen!„Die Sicherheit auf unseren Straßen ist ein hohes Gut. Jeder Einzelne und wir alle gemeinsam tragen dafür eine große Verantwortung. Dieses Bewusstsein gilt es anzusprechen, zu sensibilisieren und zu schärfen“, unterstreicht Landesrat fürInfrastruktur Mag. Günther Steinkellner.
Die Abteilung Verkehr setzt deshalb wichtige Akzente in Form einer großen, einjährigen Verkehrssicherheitskampagne. Seit Anfang Juni 2020 bis Ende Mai 2021 werden verschiedene Themenschwerpunkte aus dem Bereich Verkehrssicherheit in den Fokus gerückt. Ziel ist es, das Bewusstsein für diese Themenfelder zu stärken und eine höhere persönliche Akzeptanz und Wichtigkeit für diese Themen zu erzeugen. „Unser tägliches Handeln im Straßenverkehr ist der Beweis, welch hohen Stellenwert die eigene Sicherheit und auch jene der anderen Verkehrsteilnehmer hat. Egal ob wir unser Tempo den Straßen- Verkehrs- und Witterungsbedingungen anpassen oder in Wohnstraßen vom Gas gehen und besonders aufmerksam und achtsam Kindern gegenüber sind.
Andererseits ertappen wir uns beim Nutzen des Handys, um Arbeiten zu erledigen, beim Vergessen, den Gurt anzulegen, weil man in Eile ist, oder beim Unterlassen des Blinkvorgangs“, fasst Steinkellner zusammen. „Jede Aktion, die ich bei der aktiven Teilnahme am Straßenverkehr setzte, hat eine doppelte Wirkung. Ich schütze mit einer aufmerksamen konzentrierten Fahrweise nicht nur mich selbst, sondern auch die anderen Teilnehmer am Straßenverkehr. Aber auch Fehlverhalten gefährdet nicht nur die eigene sondern auch die Gesundheit anderer“, so Steinkellner.
Aus Erhebungen und Statistiken geht hervor, dass trotz der hohen Anschnallquote von 97%, ca. 30% der Getöteten bei Verkehrsunfällen nicht angeschnallt sind, dass die Anzahl der Personen, die unter Einfluss von Alkohol und Drogen ein KFZ lenken, zunimmt oder dass jede/r dritte/r Kraftfahrzeuglenker/in nicht oder nicht richtig blinkt. Deswegen stehen in diesem Jahr Maßnahmen mit den Schwerpunktthemen Blinken, E-Bike, Gefahren durch Ablenkung und Unachtsamkeit, Angurten als Grundvoraussetzung für eine sichere Fahrt, sowie Fahren unter Alkohol und Drogeneinfluss bis Ende Mai 2021 im Fokus. Zudem wird im kommenden Jahr ein wichtiges (Verkehrs)Zeichen gesetzt, indem erstmals in unserer Heimat der Verkehrssicherheitspreis des Landes Oberösterreich vergeben wird. Daran teilnehmen können alle in OÖ ansässigen Vereine, Unternehmen, Gemeinden, Schulen und Privatpersonen, die durch ihre Ideen, Projekte, Aktivitäten und Maßnahmen die Verkehrssicherheit fördern. „Um die Bedeutung und Wichtigkeit der Sicherheit im Verkehr greifen zu können, ist es wichtig, all jenen eine Bühne zu bieten, deren Engagement, Handeln und deren Leidenschaft in diesen Bereich fließt“, so Landesrat für Infrastruktur Mag. Günther Steinkellner.

OÖ Verkehrssicherheitspreis

Die Erstmalige Vergabe des OÖ Verkehrssicherheitspreises findet im März 2021 im Linzer Redoutensaal statt. In drei verschiedenen Kategorien werden das Engagement und der Einsatz zur Förderung der Verkehrssicherheit ausgezeichnet. In der Kategorie 1 werden die Ideen, Projekte und Umsetzungen der OÖ Gemeinden, Schulen, Vereinen oder Privatpersonen ausgezeichnet. Die 2. Kategorie beleuchtet die Initiativen, Maßnahmen oder Konzepte, welche OÖ Unternehmen einbringen werden. Die Kategorie 3 befasst sich mit dem Themenfeld Forschung. Hier darf man gespannt sein, welche technischen Raffinessen mit dem Gütesigel „Made in OÖ“ im März prämiert werden. Teilnahmeberechtigt sind alle in Oberösterreich ansässigen Personen, Vereine, Unternehmen, Gemeinden und Schulen, die durch ihre Ideen, Projekte, Aktivitäten und Maßnahmen die Verkehrssicherheit fördern. Die Projekte müssen zum Zeitpunkt der Einreichung noch nicht begonnen haben oder abgeschlossen sein. Es muss jedoch ein aussagekräftiges Konzept mit einem Umsetzungsvorschlag vorgelegt werden. Pro Kategorie wird aus allen Einreichungen die Bestplatzierung von einer Jury gewählt. Diese Fachjury setzt sich aus Expertinnen und Experten aus dem Bereich der Verkehrssicherheit und Kreativität zusammen. Es wird pro Kategorie ein Hauptpreis zu je 3.000 Euro vergeben. Zudem soll es einen Sonderpreis zu je 1.000 Euro geben. Zusätzlich wird ein eigens konzipierter Verkehrssicherheitsaward überreicht. Die Teilnahme ist selbstverständlich kostenlos. Unter der Homepagewww.ooe.gv.at/verkehrssicherheitspreis – können nochmals alle wichtigen Informationen sowie der exakte Ablauf, für eine erfolgreiche Teilnahme, eingesehen werden. „Mobilität verändert sich ständig und neue Entwicklungen fordern neue Lösungen. Ich freue mich bereits jetzt, auf den innovativen Geist, die cleveren Überlegungen und die Schaffenskraft mit der sich die Unternehmen, Vereine, Gemeinden und Menschen in unserem Land einbringen werden. Jedes Engagement und jeder Gedankenprozess, der sich mit dem Thema mehr Sicherheit auf unseren Straßen befasst, ist eine Unterstützung, Mobilität neu und sicher zu denken. Um das eigene, persönliche Verhalten und Handeln zu hinterfragen und nachhaltig verbessern zu können, ist die Auseinandersetzung damit ein wichtiger Schritt“, betont Steinkellner.

Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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