VCÖ-Mobilitätspreis OÖ für Unternehmen aus Gmunden für umfassendes Mobilitätsmanagement

BRG Wels Wallererstraße und Wasserstoff-Projekt von Fronius als vorbildliches Projekt prämiert

Die Dienstwege und Arbeitswege der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Klima- kurs bringen – Sattler Energie Consulting aus Gmunden setzt seit dem Jahr 2015 konsequent Maßnahmen, um dieses Ziel zu erreichen. Dafür wurde das Unterneh- men heute von VCÖ, Landesrat Mag. Günther Steinkellner und ÖBB mit dem VCÖ- Mobilitätspreis Oberösterreich ausgezeichnet. Prämiert wurden auch das BRG Wels Wallererstraße für das Projekt „Nachhaltige Mobilität“ sowie das Projekt von Fronius um aus Sonnenenergie Wasserstoff zu erzeugen.

Der Verkehr ist in Österreich und auch in Oberösterreich jener Sektor, dessen CO2- Emissionen seit dem Jahr 1990 am stärksten zugenommen haben. Für rund 4,5 Millio- nen Tonnen pro Jahr war zuletzt der Verkehr in Oberösterreich verantwortlich. Der CO2- Ausstoß des Verkehrs ist seit dem Jahr 1990 um rund 80 Prozent gestiegen, macht der VCÖ aufmerksam. Im Jahr 1990 hatten Verkehr und Gebäudesektor fast gleich hohe CO2-Emissionen, zuletzt waren die Emissionen des Verkehrs mehr als dreimal so hoch wie jene des Gebäudesektors. Deshalb stand der diesjährige VCÖ-Mobilitätspreis Oberösterreich unter dem Motto „Verkehr auf Klimakurs bringen“.

„Was im Gebäudesektor gelungen ist, nämlich die CO2-Emissionen deutlich zu reduzie- ren, ist auch im Verkehrsbereich nötig und möglich. Durch ein verändertes Mobilitätsver- halten und durch eine Energiewende im Verkehr. Die drei Projekte, die wir heute beim VCÖ-Mobilitätspreis Oberösterreich auszeichnen, zeigen, wie die Klimabilanz des Ver- kehrs verbessert werden kann“, stellt VCÖ-Geschäftsführer Willi Nowak fest. Der VCÖ- Mobilitätspreis Oberösterreich wird vom VCÖ in Kooperation mit dem Land Oberöster- reich und den ÖBB durchgeführt und vom Verkehrsverbund Oberösterreich unterstützt.

„Es ist absolut verständlich, dass nicht jede Oberösterreicherin und jeder Oberösterrei- cher einfach so auf das Auto verzichten kann. Oftmals ist es unter realistischen Bedin- gungen auch schlicht nicht möglich. Es gibt aber vielfältige Alternativen und sie werden immer mehr. Unternehmen und Initiativen die sich hier erfolgreich und innovativ einset- zen, gehören vor den Vorhang geholt. Aus diesem Grund unterstützen wir auch Projekte wie die Europäische Mobilitätswoche und den Mobilitätspreis des VCÖ. Das LandOberösterreich selbst stärkt durch den steten Ausbau der Radinfrastruktur und des Öf- fentlichen Verkehrs attraktive Mobilitätsoptionen“, so Infrastruktur – Landesrat Mag. Gün- ther Steinkellner.

Ausgezeichnet: Arbeits- und Dienstwege auf Klimakurs bringen

Die Fahrt zur Arbeit und wieder nach Hause ist der häufigste Mobilitätsgrund an Werk- tagen. Gemeinsam mit den betrieblichen Dienstwegen machen sie an Werktagen rund 40 Prozent des Verkehrs aus, berichtet der VCÖ. Betriebe und Unternehmen spielen eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, dass mehr Beschäftigte mit öffentlichen Ver- kehrsmitteln oder Fahrrad zur Arbeit kommen und Dienstfahrten möglichst klimaverträg- lich zurückgelegt werden.

Wie das geht, zeigt Sattler Energie Consulting. Das Unternehmen aus Gmunden hat im Jahr 2015 sein Programm „Businessmobility Zero CO2“ gestartet. Eine Analyse hat ge- zeigt, dass die Dienstreisen sowie die Arbeitswege der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 80 Prozent der Emissionen des Unternehmens verursachten. Damit war klar, dass das selbstgesteckte Ziel der Klimaneutralität bis zum Jahr 2040 nur erreichbar ist, wenn sich die Mobilität der Beschäftigten grundlegend ändert.

Die Maßnahmen können sich sehen lassen: Zug statt Flug heißt das Motto für die Dienst- reisen, seit September 2018 gab es keine einzige dienstliche Flugreise. Von den 149.000 Kilometern, die vorher mit Diesel-Pkw gefahren wurden, wurden im Vorjahr bereits 131.000 Kilometer mit der Bahn oder mit E-Pkw gefahren. Einige Fahrten konnten über- haupt dank Videokonferenzen vermieden werden. Die Beschäftigten erhalten eine Jah- reskarte für die Regio-Tram, das Radfahren zur Arbeit wird forciert.

Das Ergebnis ist beeindruckend: Die durch die betriebliche Mobilität verursachten CO2- Emissionen konnten bereits um 60 Prozent von 12,38 Tonnen im Jahr 2015 auf 4,88 Tonnen im Jahr 2019 reduziert werden, bei gleichzeitig steigender Anzahl an Mitarbei- terinnen und Mitarbeitern. Landesrat Günther Steinkellner, VCÖ-Geschäftsführer Willi Nowak und ÖBB-Postbus Regionalmanager Peter Schmolmüller überreichten den VCÖ- Mobilitätspreis Oberösterreich an den Geschäftsführer Peter Sattler.

BRG Wels Wallererstraße als vorbildliches Projekt ausgezeichnet

Nächsten Montag ist in Oberösterreich Schulbeginn. Elterntaxis verursachen vor Schu- len Verkehrsprobleme, es kommt zu unübersichtlichen Situationen und Abgase verpes- ten die Luft. Das BRG Wels Wallererstraße hat im Schuljahr 2016/17 das mehrjährige Projekt „Nachhaltige Mobilität“ gestartet. Neben der Analyse der Schulwege der Kinder und Jugendlichen wurden in Kooperation mit dem Magistrat Wels konkrete Maßnahmen

umgesetzt. Die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte haben durch ihr Engage- ment erreicht, dass ein neuer Radweg und zusätzliche Schutzwege errichtet und die Straße verengt wurde. Zudem sollen im neuen Schuljahr Radlbus-Haltestellen dafür sor- gen, dass sich die Kinder und Jugendlichen bei der Haltestelle treffen und dann gemein- sam mit dem Rad zur Schule fahren. Auch Bewusstseinsaktionen, wie etwa der „Freitag fürs Fahrrad“ wurden umgesetzt. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die mit dem Fahrrad zur Schule fahren, wurde um rund 20 Prozent erhöht, mehr als 100 Fahrräder parken an schönen Tagen vor der Schule.

Der Schulweg ist für Kinder und Jugendliche die Chance, auf eine tägliche Portion ge- sunde Bewegung zu kommen. Der Kreislauf der Kinder kommt in Schwung, sie sind ab der ersten Stunde konzentrierter. Vor allem erlangen Kinder am Schulweg Kompetenz für das Verhalten im Straßenverkehr, was ihnen in der Freizeit zugute kommt. Die Aus- zeichnung als vorbildliches Projekt beim VCÖ-Mobilitätspreis Oberösterreich nahm der Projektleiter Hannes Müller entgegen.

Wasserstoff aus erneuerbarer Energie für schwere Fahrzeuge

Der Verkehr ist derzeit sehr stark vom Erdöl abhängig. So wie im Heizungsbereich sind auch im Verkehr die Klimaziele nur mit einer Energiewende erreichbar. Während bei Pkw der batterieelektrische Antrieb die Zukunft ist, wird bei Schwerfahrzeugen, insbesondere bei längeren Distanzen Wasserstoff eine wichtige Rolle spielen. „Damit die Wasserstoff- Technologie zum Erreichen der Klimaziele beiträgt, ist es essenziell, dass der Wasser- stoff aus erneuerbarer Energie hergestellt wird“, betont VCÖ-Geschäftsführer Willi No- wak.

„Wasserstoff als Treibstoff wird in Zukunft massiv an Bedeutung gewinnen, da er im Ge- gensatz zum Elektroantrieb mehr Leistung und Reichweite für schwere Fahrzeuge ver- spricht. Damit könnten Wasserstoffantriebe für die Transportwirtschaft und vor allem für den Öffentlichen Verkehr, man denke an die zahlreichen Buslinien, eine wichtige Tech- nologie darstellen. Die Weiterentwicklung der entsprechenden Technik ist dementspre- chend wichtig“, so Landesrat Steinkellner.

Beim Solhub von Fronius wird aus erneuerbaren Energiequellen – Sonne, Wind, Wasser – Wasserstoff erzeugt. Besonders innovativ ist, dass der grüne Wasserstoff vor Ort pro- duziert wird, also beispielsweise bei einem Transportunternehmen oder Busbetreiber. Durch die Netzanbindung wird in Hinblick auf zukünftige Energiegemeinschaften die Resilienz des Energienetzes unterstützt. Die Abwärme im Elektrolyseprozess kann für Heizzwecke und Warmwasser genutzt werden. Die Elektrolysekapazitäten und Speicher

können laufend erweitert werden, so dass auch eine schrittweise Umstellung des Fuhr- parks möglich ist. Seit dem Jahr 2018 betreibt Fronius einen Prototypen in Thalheim. Der dort erzeugte grüne Wasserstoff wird für drei betriebsinterne Wasserstoff-Fahrzeuge genutzt, die 48.000 Kilometer im Jahr 2019 zurücklegten. Den VCÖ-Mobilitätspreis OÖ überreichten Landesrat Günther Steinkellner, VCÖ-Geschäftsführer Willi Nowak und ÖBB-Postbus Regionalmanager Peter Schmolmüller an die Projektleiterin Christina Mö- slinger.

Mit dem VCÖ-Mobilitätspreis will der VCÖ zeigen, dass es klimaverträgliche Lösungen für bestehende Verkehrsprobleme gibt. Auf der VCÖ-Website www.vcoe.at sind bereits mehr als 3.000 vorbildliche Projekte in einer Online-Datenbank zusammengefasst. In dieser können sich Gemeinden, Städte, Schulen, Unternehmen, Freizeit- und Touris- musbetriebe Anregungen holen, wie Verkehrsprobleme klimaverträglich gelöst werden können.

Informationen zu den ausgezeichneten Projekten: www.vcoe.at

 LR Mag. Günther Steinkellner und VCÖ-Geschäftsführer Dr. Willi Nowak bei der gemeinsamen Pressekonferenz zum VCÖ-Mobilitätspreis 2020.

Foto: Land OÖ/Daniel Kauder

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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