Abfallentsorgung im Bezirk Vöcklabruck während COVID-19: Danke an ASZ-, GemeindemitarbeiterInnen und Entsorgungsbetriebe


In Krisenzeiten zeigt sich, wie wichtig schon alleine aus hygienischen Gründen eine funktionierende Abfallentsorgung ist. Die haushaltsnahe Abfallentsorgung im Bezirk war und ist Dank getroffener Vorsichtsmaßnahmen aller Beteiligten und einer Notfallkonzeptausarbeitung zu keiner Zeit und in keiner Weise gefährdet. Aufgrund des Lock-Downs und dementsprechender Sicherheitsmaßnahmen waren die Altstoffsammelzentren ab Mitte März für rund 2 Wochen geschlossen. Mit Anfang April wurde ein eingeschränkter Betrieb eingeführt, welcher schrittweise gemäß den Vorgaben der Bundesregierung gelockert wurde. Mittlerweise können in den Altstoffsammelzentren im Bezirk wieder alle Abfälle abgegeben werden. Können die Sicherheitsabstände jedoch nicht eingehalten werden, kann es Stellenweise noch zu Blockabfertigungen kommen.

Bitte rufen Sie für Auskünfte zu den Öffnungszeiten oder Abfallannahmebedingungen nicht direkt in den ASZ an, das hindert die MitarbeiterInnen bei der Arbeit vor Ort. Der Bezirksabfallverband steht gerne für sämtliche Fragen zur Verfügung.

Der Corona-Lockdown lässt sich im Bezirk Vöcklabruck auch an den Abfalldaten ablesen. Im März und April sind die Mengen in den Altstoffsammelzentren aufgrund der Schließung und den anschließenden Einschränkungen deutlich (teilweise fast bis zu 50%) zurückgegangen. In den Monaten Mai, Juni und Juli lässt sich jedoch, wie zu erwarten, ein signifikanter Anstieg aller ASZ-Mengen erkennen. Insgesamt sind die ASZ Mengen im Zeitraum März bis Juli 2020 im Vergleich zum Vorjahr jedoch zurückgegangen (um ca. 5%).

Beim Restabfall lässt sich die Tendenz erkennen, dass die Mengen insgesamt zugenommen haben. Die Steigerung des Restabfalls lässt sich jedoch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht signifikant mit dem Lockdown begründen, da vor allem die Monate Juni und Juli einen deutlichen Anstieg aufweisen. Unterschiedliche, nicht periodenreine Abholintervalle in den Gemeinden erschweren zudem die Vergleichbarkeit. Eine genauere Aussage lässt sich erst Ende des Jahres treffen, da dann Rückschlüsse zu der gesamten Abfallmenge und zu anderen Fraktionen gezogen werden können.

Abfalldatenbericht 2019

Im vergangenen Jahr betrug das Gesamtabfallaufkommen im Bezirk Vöcklabruck pro Kopf 526,54 kg. Das waren täglich rund 1,44 kg Abfall die jede und jeder Einzelne produzierte. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Gesamtmenge um 28 kg pro EinwohnerIn erhöht, was hauptsächlich auf die Mengensteigerung bei den Biogenen Abfällen zurückzuführen ist.

Restabfall:
Das Restabfallaufkommen ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen und lag 2019 bei 84,75 kg. Prinzipiell trennen die BürgerInnen im Bezirk vorbildlich, dennoch ist noch sehr viel Luft nach oben wie die OÖ Restabfallanalye 2018/2019 zeigt: rund 55% des Restabfalls sind eigentlich kein Restabfall. Der Großteil der Fehlwürfe im Restabfall sind Biogene Abfälle (31%) und Verpackungen (15%). Das ist besonders schade, denn für diese Abfallarten gibt es eigene haushaltsnahe Entsorgungsmöglichkeiten: die Biotonne, den Gelben Sack und die Rote Tonne.

Durch die richtige Trennung der Abfälle ließe sich auch Geld sparen, denn die Entsorgung von Restabfall ist mit netto EUR 290,00/ to vergleichsweise sehr teuer und das spiegelt sich auch in der Abfallwirtschaftsgebühr wider. Der Gelbe Sack und die Rote Tonne hingegen werden für die BürgerInnen kostenlos abgeholt bzw. entleert. Zudem können die wertvollen Rohstoffe bei Verbrennung mit dem Restabfall nicht recycelt und in neuen Produkten wiederverwendet werden. Das wird vor allem auch zukünftig noch mehr an Bedeutung gewinnen, um die Recyclingziele des EU-Kreislaufwirtschaftspaketes erfüllen zu können.

Altholz:
Im Vergleich zum Vorjahr sind die Altholzmengen um rund 400 Tonnen gestiegen. Das entspricht 2,6 kg pro EinwohnerIn und Jahr. In den letzten Jahren stiegen neben den Altholzmengen vor allem die Kosten für die Entsorgung überproportional an: Die Altholzmenge ist im Zeitraum 2015 bis 2019 um rund 21% gestiegen (von 6.014 to im Jahr 2015 auf 7.310 to im Jahr 2019). Im gleichen Zeitraum haben sich die Kosten für die Altholzentsorgung aber um 3.927% (!) erhöht (von netto EUR 11.890,00 im Jahr 2015 auf 466.936,00 im Jahr 2019).

Die Novelle der Recyclingholzverordnung, welche seit 01.01.2019 in Kraft ist, erhöht die Kosten zusätzlich. Sie schreibt eine Trennung in Altholz thermisch und Altholz stofflich bei der Quellsortierung oder Nachsortierung vor.

Könnte man die Jahresmenge aus dem Jahr 2019 von 7.310 t einer Quellsortierung – unterziehen, also das Altholz bereits getrennt im ASZ sammeln, würde dies eine sofortige Einsparung von netto EUR 109.650,00 bedeuten.

In unserem Bezirk wird die Quellsortierung von Altholz seit Sommer 2019 in einer Pilotprojektphase im ASZ Region Hausruck umgesetzt. In einer weiteren Ausbauphase soll ab Herbst 2020 das Altholz im ASZ Vöcklamarkt getrennt gesammelt werden. Die Umsetzung in weiteren ASZ mit ausreichend Platz ist geplant.

Im Zusammenhang mit der Mengensteigerung von Altholz möchten wir zudem noch einmal an die mengenabhängige Kostenpflicht erinnern, welche mit 01.02.2020 in allen ASZ in OÖ gilt:
Pro Haushalt und Woche dürfen maximal 2m3 und pro Jahr insgesamt 4m3 Altholz in den ASZ abgeben werden. Mengen, die darüber hinaus gehen, müssen verrechnet werden.

Gewerbeanlieferungen waren und sind generell kostenpflichtig und werden mit netto EUR 120,00 pro Tonne Altholz verrechnet.

Bauschutt
Zwar ist die Menge an angelieferten Bauabfällen in den ASZ im Jahr 2019 um rund 3 kg pro Einwohnerin zurückgegangen, doch die Kosten für die Entsorgung haben sich auch hier erhöht. Mit April 2020 mussten die Preise für die Entsorgung von Bauschutt zur Aufbereitung und Bauschutt zur Deponierung in den ASZ an die erhöhten Entsorgungskosten angepasst werden, sodass die Einnahmen die Ausgaben decken.

Sperrige Abfälle und Ersatzbrennstoffe
Positiv hervorzuheben ist die Entwicklung bei den Sperrigen Abfällen und den Ersatzbrennstoffen (EBS): Während die Gesamtmenge bei den Sperrigen Abfällen zurückgegangen ist, ist die Menge bei EBS gestiegen. Hier kommt es zu Kosteneinsparungen von ca. netto EUR 85.000,00 pro Jahr. Vor der Einführung der Fraktion EBS wurden diese heizwertreichen Abfälle mit den Sperrigen Abfällen teuer entsorgt.
Mit der Einführung der EBS-Sammlung im ASZ Unterach im August 2020 werden nun in allen ASZ des Bezirks flächendeckend Ersatzbrennstoffe gesammelt.

Wirf nix raus für sichere und saubere Straßen

Rund 400 Tonnen Abfälle wurden im Jahr 2018 auf und neben Oberösterreichs Straßen achtlos weggeworfen (littering). Das entspricht 66 kg Abfälle pro einem Kilometer Landstraße!
Laut den oberösterreichischen Straßenmeistereien werden am häufigsten Zigarettenstummel, Blechdosen und Verpackungen aufgefunden. Getränkebecher und Essensschachteln finden sich zudem in großen Mengen in der Umgebung von Fast-Food-Restaurants, weshalb dieser Bereich von den Straßenmeistereien oft als „Big-Mäc-Äquator“ bezeichnet wird. Das achtlose Wegwerfen der Abfälle ist jedoch aus vielerlei Hinsicht äußerst problematisch:

  • –  Eine Gefahr für die Verkehrssicherheit!
    Auf der Straße liegengebliebene Abfälle stellen ein Fahrbahnhindernis dar, auf das reagiert werden muss. Werden Hindernisse aber erst spät erkannt, können die Ausweichmanöver folgenschwer enden.
  • –  Hohe Entsorgungskosten!
    Damit möglichst viele Abfälle nicht dauerhaft in der Natur liegen bleiben, müssen die gelitterten Abfälle wieder aufgesammelt werden, oft auch manuell. Die jährlichen Kosten, die dabei für die Straßenmeistereien und Gemeinden entstehen, sind enorm hoch.
  • –  Verletzungsgefahr für Tiere!
    Bleiben die Abfälle in der Natur oder auf Wiesen und Feldern liegen, so werden sie nicht selten von Tieren gefressen, die sich dabei schwer verletzen können.
  • –  Abfälle bleiben lange in der Natur!
    Die meisten Abfälle bleiben länger in der Natur liegen, als der Mensch durchschnittlich lebt! Eine PET-Flasche zersetzt sich Schätzungen zufolge frühestens erst nach 500 Jahren, Aludosen nach 100 Jahren und Glas nach mehreren tausend (!) Jahren. Manche Abfälle, wie etwa Zigarettenstummel, enthalten zudem giftige Stoffe, die an Boden und Grundwasser abgegeben werden.
  • –  Rohstoffe gehen verloren!
    Achtlos weggeworfene Abfälle werden nicht wieder recycelt. Wichtige Rohstoffe können daher in anderen Produkten nicht wieder zum Einsatz kommen. Bei unserem hohen Verbrauch endlicher Rohstoffe und Ressourcen (z.B. Erdöl) wird dies jedoch vor allem in Zukunft noch an hoher Bedeutung gewinnen.
Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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