AK fordert Erhöhung der Schulbeihilfe – Präsident Kalliauer: „Reparatur des Beihilfen-Systems dringend notwendig“

Die Schulbeihilfe wurde seit 2007 (!) nicht mehr erhöht und auch die Einkommensgrenzen wurden nicht angepasst. Das bedeutet: Immer weniger Familien erhalten Schulbeihilfe, außerdem sie ist mit maximal 94 Euro monatlich zu gering, um die Schulkosten auch nur annähernd abzudecken. „Hier ist die Politik schon seit Jahren gefordert. Gerade jetzt, wo es bedingt durch Corona für viele Familien finanziell noch schwieriger wird, wäre die Schulbeihilfe eine Möglichkeit, zu entlasten“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Schultasche, Taschenrechner, Sportwoche, Sprachreise, Materialien, Exkursionen, eventuell auch Nachhilfe – das ist keine Auflistung von Ausnahmen, sondern ganz normale Kosten im Schulalltag. Auch bedingt durch den Heimunterricht im vergangenen Sommersemester mussten viele Familien in Laptops, Drucker und bessere Internetverbindungen investieren. Dazu ist aus einer kürzlich durchgeführten Studie der Arbeiterkammer bekannt, dass Familien, die private Nachhilfe in Anspruch nehmen, dafür durchschnittlich 500 Euro pro Kind im Jahr ausgeben. Diese Anschaffungen belasten nicht nur das Haushaltsbudget, sondern entscheiden auch über den weiteren Bildungsweg der Kinder und darüber, wie gut sie in der Schule unterstützt werden. „Alleine aufgrund des Kaufkraftverlustes seit 2007 fordern wir die Erhöhung der Schulbeihilfe um 30 Prozent. Dazu muss das Berechnungsschema für soziale Bedürftigkeit angepasst werden“, so Kalliauer.

Weiterer Kritikpunkt an der aktuellen Regelung: Derzeit kann die Schulbeihilfe erst ab der zehnten Schulstufe beantragt werden. Viele große Anschaffungen stehen aber bereits am Beginn der neunten Schulstufe an. „Es braucht eine Entlastung der Eltern durch die Einführung der Schulbeihilfe ab der neunten Schulstufe“, sagt Präsident Kalliauer.

Information und Unterstützung

Viele Eltern fühlen sich in Sachen Schulbeihilfe nicht ausreichend informiert. Aus diesem Grund betreibt die Arbeiterkammer Oberösterreich den Schulbeihilfenrechner unter www.schulbeihilfenrechner.at, den alleine im Jahr 2019 rund 34.000 Besucher/-innen nutzten. Weitere Infos rund um Schul- und Heimbeihilfe sind auch auf ooe.arbeiterkammer.at/bildung abrufbar.

Die Arbeiterkammer empfiehlt, im Zweifelsfall einen Antrag auf Schulbeihilfe zu stellen. Formulare gibt es auf der Homepage des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung sowie in den Schuldirektionen. Anträge sind bis 31. Dezember 2020 abzugeben.

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Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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