Regionale Kälbermast – Projekt des Landes Salzburg geht weiter

„Moderne und zeitgemäße Methoden für Aufzucht und Verarbeitung von Rindern gehören gerade in der aktuellen Situation gefördert, weil wir dadurch im Tierschutz einiges bewegen können. Der beste Kälbertransport ist immer noch der, den wir vermeiden können. Und: Gerade die Corona-Situation hat uns gezeigt, dass regionale Produktion lebenswichtig ist“, so Agrarlandesrat Josef Schwaiger. Das Pilotprojekt des Landes Salzburg für die regionale Kälbermast geht also weiter.

Wie kann die Haltung von Mastkälbern in Salzburg wieder attraktiver und wirtschaftlich sein? Diesem Problem nahm sich ein Pilotprojekt des Landes an, in dem mehr als 100 Rinder rein mit Vollmilch aufgezogen und in der unmittelbaren Nähe geschlachtet wurden. Die Erkenntnisse und Erfolge fließen nun in das Vorgehen für die zweite Phase ein. Mit an Bord ist neben zahlreichen Landwirtschaftsbetrieben ebenso die Fleischhauerei Ablinger aus Oberndorf. „Wir haben uns gemeinsam das Ziel gesetzt, die Exporte von Kälbern zu reduzieren und damit Tiertransporte zu vermeiden“, betont Landesrat Josef Schwaiger.

Preise im Keller

Männliche Mastkälber werden oft schon zwei Wochen nach ihrer Geburt zu Niedrigpreisen ins Ausland verfrachtet. So erhält man für ein Jungkalb mit 50 Kilogramm rund 50 bis 80 Euro. Wenn das Kalb durch heimische Vollmilchaufzucht allerdings über 100 Kilogramm erreicht, zahlt die Fleischhauerei Ablinger den Bauern faire Preise (je nach Gewicht 250 bis 350 Euro) und erhalten zudem pro Kalb 50 Euro Unterstützung vom Land. „Durch gezielte Förderung wollen wir dem Problem entgegenwirken und den Landwirten die Möglichkeit geben, die Auzucht wirtschaftlich zu machen“, erklärt Landesrat Schwaiger.

Erste Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt

„Die Ergebnisse des Pilotprojekts lieferten zu dunkles Fleisch für den Edelteil-Verkauf. Das ist eigentlich ganz natürlich, aber die Kunden möchten helles Fleisch, sind es so gewöhnt“, weiß Franz Ablinger. Nun wird es ein Nachfolgeprojekt mit jüngeren und leichteren Kälbern geben. „Die Produktfarbe ist hier heller, damit trägt die teure Vollmilchmast erste Früchte“, ist Landesrat Josef Schwaiger überzeugt.

Eigeninitiative wird gefördert

„Wir sind sehr froh, dass zum Beispiel die Firma Ablinger weiterhin konsequent für heimische Kälberwirtschaft steht. Wir müssen diesen Tieren wieder einen Wert geben und das kann nur gelingen, wenn Unternehmen wie diese marktfähige Produkte herstellen, die sich für alle Beteiligten rechnen“, lobt der Präsident der Landwirtschaftskammer Salzburg, Rupert Quehenberger die Vorreiter.

Tierwohl steht über Wirtschaftlichkeit

Auch die Bäuerin des Biohof Bauernbräu in Hallein, Magdalena Gumpold, hat sich ganz bewusst für die Vollmilchaufzucht entschieden: „Rein wirtschaftlich können wir dadurch weniger Milch an die Molkereien liefern und fallen um diese Einnahmen um. Aber dafür geht es unseren Kaiberln gut“, ist die Landwirtin von ihrem Weg überzeugt.

Das Beste aus dem Land streng kontrolliert

Mit dem SalzburgerLand Herkunfts-Zertifikat kommt die Initiative rund um das Kälberwohl erstmals auch auf die Teller von heimischen Gastronomiebetrieben: Die Plakette garantiert, dass Zutaten aus der Region verkocht werden. Die Hauptzutat für das Gericht muss ein SalzburgerLand herkunftszertifiziertes Produkt, die Beilagen müssen aus Österreich sein. Um das Herkunfts-Siegel kann sich jedes Restaurant, Hotel oder Gasthaus bewerben. „Noch nie waren regionale Lebensmittel so wertvoll wie heute. Mit dem Herkunfts-Zertifikat schaffen wir Vertrauen, indem wir Produkte aus heimischer Landwirtschaft für Konsumenten klar und einfach erkennbar machen“, fasst Schwaiger zusammen.

LR Josef Schwaiger zu Besuch bei der Familie Gumpold am Biohof Bauernbräu in Hallein: Kälberaufzucht muss sich wieder lohnen.
Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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