Erstes Krankenhaus in Österreich – Kepler Uniklinikum bietet Sonata®-Treatment an

Neue Behandlungsmethode bei Gebärmuttermyomen

Myome sind gutartige Muskelwucherungen der Gebärmutter. Sie kommen häufig vor und entstehen bei den meisten Frauen während des gebärfähigen Alters. Als erstes Krankenhaus in Österreich bietet das Kepler Uniklinikum das Sonata®-Treatment, eine neue komplikationsarme Methode zur Behandlung von Myomen, an. Mit Sonata® lässt sich eine Vielzahl von Myom-Arten behandeln, ohne dass ein größerer Eingriff vorgenommen werden muss. Die Vorteile sind eine kurze Erholungszeit und die Erhaltung der Gebärmutter.

Die Sonata®-Behandlung wurde in den USA entwickelt. In Deutschland wird die Methode bereits im evangelischen Krankenhaus Köln-Weyertal eingesetzt. Das Kepler Universitätsklinikum ist allerdings das erste Krankenhaus in ganz Österreich, welches das Sonata®-Treatment anwendet. Die Sonata®-Behandlung ist eine neue, minimalinvasive Radiofrequenzbehandlung, die in das Leistungsspektrum von Univ.-Prof. Dr. Oppelt, Universitätsklinik für Gynäkologie, Geburtshilfe und Gynäkologische Endokrinologie aufgenommen wurde. Minimalinvasiv bedeutet, dass ein operativer Eingriff ohne größere Schnitte in Haut und Gewebe auskommt. Die Operationsmethode mit dem Sonata®-System wird demnach ohne Skalpell und Röntgenstrahlen durchgeführt. Die Myome werden ausschließlich durch Radiofrequenzenergie zerstört.

„Die Sonata-Behandlung ist eine komplikationsarme und zuverlässige Alternative zu den vorhandenen Verfahren, auch durch die kurze Erholungszeit, die eine schnelle Rückkehr in das private und berufliche Umfeld ermöglicht“, ergänzt Univ.-Prof. Dr. Oppelt, Vorstand der Universitätsklinik für Gynäkologie, Geburtshilfe und Gynäkologische Endokrinologie.

Ursachen und Symptome von Gebärmuttermyomen

Gynäkologische Blutungsstörungen zählen zu den häufigsten Problemen in der gynäkologischen Praxis. Vor allem vor und während der Wechseljahre kann es sein, dass die Blutungen stärker werden, betroffene Frauen haben häufiger Zwischenblutungen oder die Periode dauert länger. Oftmals haben die Blutungen eine hormonelle Ursache und lassen sich daher auch hormonell gut behandeln. Eine weitere häufige Ursache der Blutungsstörungen können auch Myome sein. Myome sind gutartige Muskelwucherungen der Gebärmutter. Sie kommen häufig vor und entstehen bei den meisten Frauen während des gebärfähigen Alters. Myome gehören zu den hormonabhängigen Tumoren, das bedeutet, ihre Entstehung und ihr Wachstum sind abhängig von Östrogenen. Daher entwickeln sich bei Kindern keine Myome. Auch bei Frauen in der Postmenopause entstehen keine neuen Myome. Allgemein treten diese vor dem 25. Lebensjahr nur sehr selten auf. 80 Prozent der Myome finden sich bei Frauen zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr. Die Ursachen, die zur Bildung einer Gebärmuttergeschwulst (Myom) führen, sind bisher nicht bekannt. Es scheint allerdings festzustehen, dass genetische Faktoren eine wesentliche Rolle spielen. Gebärmuttermyome können unangenehme Symptome verursachen, darunter zu starke und zu lang dauernde Regelblutungen sowie Regelschmerzen. In diesem Fall wird oft medikamentös, also nicht-operativ, therapiert. Probleme verursachende Myome bewegen sich größenmäßig zwischen einer Traube und einer Pampelmuse. Werden Myome nicht behandelt, können sich die Symptome mit der Zeit verschlimmern. Darüber hinaus ist zu beachten, dass die medizinische Fachliteratur Myome als einen Grund für Unfruchtbarkeit benennt.

Bisherige Behandlungsoptionen

Die bisher am häufigsten angewandte Behandlungsoption ist die Hysterektomie. Hierbei wird die Entfernung aller Myome durch die Entfernung der gesamten Gebärmutter gewährleistet. Die Hysterektomie ist ein größerer operativer Eingriff, der unter Vollnarkose durchgeführt wird und einen Krankenhausaufenthalt von bis zu fünf bis sechs Tagen sowie eine Genesungszeit von bis zu sechs Wochen erfordert (abhängig vom chirurgischen Verfahren). 
Bei der Myomektomie handelt es sich um einen operativen Eingriff, mit dem die Myome entfernt werden, die Gebärmutter jedoch erhalten bleibt. Dieser Eingriff weist je nach Lage der Myome Einschränkungen auf und wird ebenfalls unter Vollnarkose durchgeführt. Häufig sind Einschnitte im Bauchbereich erforderlich, wodurch dieses Verfahren mit ähnlichen Risiken wie bei anderen chirurgischen Eingriffen behaftet ist. 
Eine die Gebärmutter schonende Behandlung mit dem Sonata®-System ist daher ein großer Fortschritt.

Funktionsweise des Sonata®-Systems

Mit der Sonata®-Behandlung lässt sich eine Vielzahl von Myom-Arten gezielt an verschiedenen Stellen behandeln. 
Die Methode funktioniert folgendermaßen: Zu Beginn bringt die Ärztin bzw. der Arzt die Sonata®-Sonde durch die Vagina in die Gebärmutter der Frau ein. Die Lage des Myoms wird mithilfe von Ultraschallwellen der Sonde ermittelt. Über die Sonata®-Sonde wird dann Radiofrequenzenergie in das Myom abgegeben, um dieses durch Erhitzen zu schrumpfen. Die Sonde wird an anderer Stelle positioniert, um weitere Myome zu behandeln, oder sie wird aus dem Körper der Patientin entfernt. Mit der Zeit bilden sich die Myome zurück, dadurch kommt es zu einer Linderung der Symptome. Das Verfahren kann auch ohne Vollnarkose durchgeführt werden.

„Somit können durch die Behandlung mit dem Sonata®-System sowohl die Entfernung der gesamten Gebärmutter als auch allgemeine Operationsrisiken vermieden werden. Im Rahmen einer klinischen Studie meldeten neun von zehn Frauen eine Verbesserung (leichtere Regelblutungen) innerhalb von drei Monaten nach der Sonata®-Behandlung,“ zeigt sich Ass. Dr. Christina Arnreiter von der Universitätsklinik für Gynäkologie, Geburtshilfe und Gynäkologische Endokrinologie sehr erfreut.

Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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