Manfred Haimbuchner: Ein Luftschlossprojekt bringt den Ausbau des ÖV aufs Abstellgleis

Für Haimbuchner steht der Ausbau des Öffentlichen Verkehrs im Fokus

Linz, 2020-07-30  (fpd Nr. 74) – „Das sogenannte Herzensprojekt der grünen Bundesministerin Leonore Gewessler steht im Widerspruch zu den eigenen Plänen mehr Leute vom Öffentlichen Verkehr zu überzeugen “, ist sich FPÖ Landesparteiobmann Manfred Haimbuchner sicher.  Der Ministerrat hat die Einführung der österreichweiten 3er Stufe des 1-2-3-Tickets für das kommende Jahr beschlossen. Mit der Einführung des Tickets sollen die Österreicher um drei Euro am Tag die öffentlichen Verkehrsmittel im ganzen Land nutzen können. Was so blumig vermarktet wird und so einfach klingt, ist in Wahrheit verkehrspolitischer Suizid für den Ausbau des ÖV.

Laut Ministeriumsangaben wird die 3er Stufe wohl mit rund 240 Millionen Euro jährlich subventioniert. Pendler, die derzeit mehr als 1.095 Euro für eine Jahreskarte zahlen, werden im ersten Moment sicher über ein günstiges Ticket erfreut sein. In Wahrheit sorgen diese teuren Subventionen allerdings für mehr Gefahren als Chancen. Darüber hinaus ist der große Umstieg vom Auto in die Öffis ohne ein entsprechend flächendeckendes Angebot unrealistisch.

Zwtl.: Die Zukunft liegt im Ausbau des Öffentlichen Verkehrs

Mit dieser ÖV-Flatrate wird denjenigen die den ÖV regelmäßig und konsequent nutzen, ein günstigeres Ticket angeboten. All jene, die den ÖV hin und wieder nutzen werden eine Verteuerung erfahren. Lediglich in die Tasche gegriffen wird all jenen, die noch gar kein Angebot haben. Das betrifft vor allem jene in ländlichen Regionen, die auf das Auto angewiesen sind, weil dort das Öffi-Angebot einfach zu gering oder kaum vorhanden ist.  Will man erreichen, dass mehr Menschen als bisher den öffentlichen Verkehr nutzen, darf man nicht auf solche teuren Subventionierungen setzen, sondern muss in den Ausbau und somit in die Schaffung von Angebot investieren. In Oberösterreich geht man genau diesen Weg. Mit der Durchbindung der Mühlkreisbahn und dem Bau einer weiteren Stadtbahnverbindung über Gallneukirchen nach Pregarten schafft man ein attraktives Angebot für viele zukünftige Fahrgäste. Diese Mobilitätsalternative ermöglicht es, das Auto stehen zu lassen und stau- sowie stressfrei mit dem ÖV in die Arbeit zu pendeln. Mit teuren Förderungen von mehreren Hundert Millionen pro Jahr werden solche Ausbaumaßnahmen aber in Richtung Abstellgleis verlagert.  Würde man hingegen lediglich vier Jahre auf solch kostspieligen Förderungen verzichten, wäre die Realisierung der zuvor erwähnten Ausbaumaßnahmen ins Mühlviertel und darüber hinaus weitere Projekte in anderen Bundesländern gesichert.

„Mit dieser teuren Fahrkarten-Subventionierung beißt sich die Katze letztlich in den Schwanz. Was nutzt dem Mühlviertler Pendler ein günstiges Ticket, wenn kein Zug fährt?“, sieht Haimbuchner den Ausbau der Öffentlichen Verkehrsinfrastruktur als zentrale Aufgabe.

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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