Regionale Vielfalt in der Natur, am Teller und im Lebensmittelhandel

Regionaler Einkauf von Lebensmitteln, von Produkten des täglichen Bedarfes oder auch von Dienstleistungen ist unabdingbar für eine erfolgreiche Weiterentwicklung kleinräumiger Produktion. Gerade durch die Corona-Krise wurde sichtbar, wie notwendig regionale Produktion ist. „Es fand eine Rückbesinnung auf die Regionalität statt, von der wir hoffen, dass sie von Dauer ist. Der Einkauf im Ort oder beim Direktvermarkter erlebt ein positives Image“, freut sich Landesbäuerin Johanna Haider, die selbst in der Direktvermarktung von Brot und Getreideprodukten tätig ist.

Bleibt die Frage, wie kann Österreichs Lebensmittelhandel den Bäuerinnen und Bauern und ihrer regionalen Lebensmittelerzeugung tatkräftig zur Seite stehen? Die Bundesregierung lud im Mai 2020 aus diesem Grund Vertreter des Lebensmittelhandels, der Wirtschaftskammer, der Landwirtschaftskammer und des Handelsverbandes zum „Regionalitätsgipfel“.

Einzel- und Großhandel wurden aufgefordert, heimischen Erzeugnissen den Vorzug zu geben. „Österreich isst regional“ lautet die Parole, die somit nicht nur die Einkäufe im Lebensmittelhandel, sondern auch den Außer-Haus-Konsum miteinschließt. Durchaus lobenswerte Vorsätze, doch den Worten müssen Taten folgen, fordert Landesbäuerin Johanna Haider.

Oberösterreich geht hier schon einen Schritt weiter und setzt bei den Landesküchen und in den Landwirtschaftlichen Fachschulen auf eine weitere Erhöhung des Anteiles regionaler Lebensmittel. Das Land Oberösterreich bietet hier positive Anreize, indem die Budgetmittel in diesem Bereich aufgestockt werden.

Eine langjährige und vehemente Forderung der Bäuerinnen steht nun knapp vor der Verwirklichung, nämlich die verpflichtende Herkunftskennzeichnung auch in der Gemeinschaftsverpflegung. Im Juni 2020 gab es einen einstimmigen Beschluss des Nationalrates, um die im aktuellen Regierungsprogramm vorgesehene verpflichtende Herkunftskennzeichnung der Primärzutaten Milch, Fleisch und Eier in der Gemeinschaftsverpflegung und in verarbeiteten Lebensmitteln ab 2021 umzusetzen.

„Je früher die Herkunftskennzeichnung nun umgesetzt wird, desto besser ist es für die heimische Landwirtschaft aber auch für die Versorgungssicherheit mit frischen, regionalen Lebensmitteln. Wir brauchen ein klares Bekenntnis zur regionalen Produktion und Lebensmittelversorgung. Das betrifft die Großküchen, aber auch den Lebensmitteleinzelhandel möchte ich hier in die Pflicht nehmen, denn der ländliche Raum muss Zukunft haben“, stellt Landesbäuerin Johanna Haider klar fest.

Foto:
Landesbäuerin Johanna Haider
Oberösterreichischer Bauernbund
Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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