Digitalisierung macht die Elektro- und Elektronikindustrie zur Schlüsselbranche

Die Corona-Krise hat gezeigt, welche Bedeutung die Elektro- und Elektronikindustrie für die Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit in Krisensituationen hat und welches Potenzial in ihr steckt, wenn es um die Stärkung des Wirtschaftsstandorts Österreich geht. Die Digitalisierung all unserer Lebensbereiche macht sie zur Schlüsselbranche,  sie bietet die technologischen Lösungen, um die Herausforderungen der Zukunft erfolgreich zu bewältigen“, ist Erwin Raffeiner, Vorsitzender der Fachvertretung Elektro- und Elektronikindustrie in der WKO Oberösterreich, überzeugt.

„Rund 10 Prozent der österreichischen Elektro- und Elektronikindustrie sind in Oberösterreich angesiedelt und sorgen für eine stabile Entwicklung, Innovationen und nachhaltige Arbeitsplätze“, so Raffeiner. Laut dem Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) ist, wie schon in den letzten Jahren, auch 2019 die Anzahl der Beschäftigten der österreichischen Elektro- und Elektronikindustrie gewachsen und verzeichnete gegenüber dem Jahr davor ein Plus von 2,6 Prozent. Mit Jahresende 2019 waren 68.721 Personen in der Elektro- und Elektronikindustrie beschäftigt, davon 42.522 Angestellte und 26.199 Arbeiter.

2019 haben die österreichischen Unternehmen der Elektro- und Elektronikindustrie Produkte im Wert von 16,98 Mrd. Euro exportiert, die Exportquote erhöhte sich so auf 84,1 Prozent. Dabei sind aber die Exporte in den EU-Raum, der mit 64,6 Prozent Anteil an den Gesamtausfuhren der wichtigste Exportmarkt für österreichische Elektrotechnik- und Elektronikprodukte ist, aufgrund des allgemeinen Konjunkturabschwungs um 2,4 Prozent gesunken. Im asiatischen Raum konnten die Exporte hingegen um 2,6 Prozent gesteigert werden. Der Anteil der Elektro- und Elektronikindustrie an den Gesamtausfuhren Österreichs betrug  2019 11,3 Prozent.

„Die Elektro- und Elektronikindustrie ist die forschungsintensivste Branche Österreichs. Nur wenn genügend in Forschung investiert wird, können all die Technologien erforscht, entwickelt und produziert werden, die für Klimaschutzlösungen, kritische Infrastruktur, Energieversorgung und Steuersysteme notwendig sind. Geplante Investitionsprogramme der öffentlichen Hand müssen weitergeführt werden. Die Nutzung der öffentlichen Beschaffung ist hier ein großer Hebel, der genutzt werden muss. Gerade das Vergaberecht kann für regionale Wertschöpfung und nachhaltige, dem Klimaschutz entsprechende Beschaffung genutzt werden“, sagt Raffeiner. Der FEEI hat hier eine Studie durchgeführt, die zeigt, dass es aktuell in Österreich ein ziemliches Ungleichgewicht gibt, wenn es um die Zuschlagskriterien geht. Zwar wird das Best-Bieter-Prinzip angewendet, allerdings wird dabei der Preis extrem hoch gewichtet und andere Kriterien wie die Nachhaltigkeit haben so gut wie keinen Einfluss. „Wenn das Vergaberecht entsprechend adaptiert wird, dass qualitative Kriterien eine höhere Gewichtung bekommen, kann das wirtschaftspolitisch zielgerichteter eingesetzt werden, um mehr Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Österreich zu generieren und Klimaschutzmaßnahmen zu fördern“, fordert Raffeiner.

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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