Nach Corona-Ausbruch in deutschen Schlachthöfen: Bauernbund plädiert für Kauf heimischer Produkte

Tönnies ist das größte deutsche Fleischunternehmen. Es erregte nicht nur durch die immense Ansteckung mit dem Corona-Virus, sondern auch durch das Lohndumping bei seinen Mitarbeitern großes mediales Aufsehen.

Die deutsche Fleischindustrie beliefert seine angrenzenden Nachbarstaaten mit Billigfleisch. Auch nach Österreich wird zu Dumpingpreisen produziertes Fleisch exportiert, wodurch auch die heimische Fleischindustrie in Bedrängnis gerät. In Österreich werden jährlich rund fünf Millionen Schweine erzeugt. Obwohl mit dieser Menge die Eigenversorgung Österreichs gewährleistet ist, werden trotzdem noch 2,5 Millionen Schweine pro Jahr aus anderen EU-Staaten importiert. Zwei Drittel davon kommen aus Deutschland. Von diesen 2,5 Millionen importierten Schweinen gehen rund 40 Prozent in den Großhandel, die restlichen 60 Prozent werden in der Fleischindustrie verarbeitet.

Lohndumping in deutschen Schlachthöfen

Die Arbeiter in der Fleischindustrie stammen sowohl in Deutschland als auch in Österreich überwiegend aus dem Ausland. Rund 13.500 Arbeiter sind in den österreichischen Schlachthöfen beschäftigt. Die Schlachthofgrößen sind zwischen Deutschland und Österreich nicht vergleichbar. „Da sind wir wirklich ein Minibetrieb in Österreich, obwohl wir hier im Lande zu den größten Schlachthöfen zählen. Auch die Arbeitsbedingungen sind gänzlich andere. In Deutschland fehlt ein Branchen-Kollektivvertrag, daher sind die Arbeiter auf Werkvertragsbasis eingestellt. Es gibt keinen 13. und 14. Gehalt sowie keine Überstunden- und Nachtstundenzuschläge. Das ist ein Missbrauch des Werkvertrages. Bei uns verdienen die Arbeiter um fast 60 Prozent mehr, als die deutschen Kollegen“, so der Geschäftsführer des gleichnamigen Innviertler Schlachthofes Rudolf Großfurtner.

AMA-Gütesiegel und regionaler Einkauf garantieren österreichische Herkunft

Wer beim Einkauf zu Lebensmitteln aus der Region oder mit dem AMA-Gütesiegel gekennzeichnete Produkte greift, kann sich auch darauf verlassen, dass die dafür verwendete Rohware auch zu hundert Prozent aus Österreich stammt. In den heimischen Supermärkten wird überwiegend Frischfleisch aus Österreich angeboten, welches dann mit dem AMA-Gütesiegel gekennzeichnet werden darf. „Die Konsumentinnen und Konsumenten können sich auf das AMA-Gütesiegel verlassen. Das beispielsweise für Würste verwendete Fleisch stammt ausschließlich aus Österreich. Die Billigimporte bringen unsere Bäuerinnen und Bauern, welche nach extrem hohen Produktionsstandards Lebensmittel erzeugen zusehends in Bedrängnis. Das Bewusstsein der Konsumenten ist also mehr denn je beim Einkauf gefragt. Wer zu heimischen Lebensmitteln greift, unterstützt die Bäuerinnen und Bauern und handelt auch zugunsten des Umwelt- und Klimaschutzes. Wo Österreich draufsteht, ist also auch Österreich drinnen“, erklärt der Landesobmann des OÖ Bauernbundes LR Max Hiegelsberger (Beitragsbild).

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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