„Parlament und Greenpeace-Studie geben Rückenwind für ambitionierte Lebensmittelkennzeichnung“ – OÖ Bauernbund Landesobmann LR Max Hiegelsberger zur gestrigen Presseaussendung von Bundesminister Anschober

Bei der gestrigen Presseaussendung von Bundesminister Rudolf Anschober heißt es, dass die Herkunftskennzeichnung in der Gemeinschaftsverpflegung ein wichtiger Schritt zur Transparenz für Konsumentinnen und Konsumenten sei. „Der Bauernbund ist schon jahrelang darum bemüht und fordert eine verpflichtende Kennzeichnung auch in der Gemeinschaftsverpflegung. Im aktuellen Regierungsprogramm wurde das bereits verankert. Der Bauernbund unterstützt jegliche Bemühungen einer EU-weiten Regelung zur verpflichtenden Herkunftskennzeichnung. Je früher diese umgesetzt wird, desto besser ist es für die heimische Landwirtschaft. Jedoch extra eine Arbeitsgruppe – wie Bundesminister Anschober es vorhat – dafür einzusetzen ist nicht zielführend. Das sollte besser bei der nächsten Sitzung der Gesundheitsminister im EU-Ministerrat vorrangig auf der Tagesordnung stehen und behandelt werden“, erklärt OÖ Bauernbund Landesobmann LR Max Hiegelsberger.

Die österreichischen Bäuerinnen und Bauern produzieren erstklassige Qualitätslebensmittel unter extrem hohen Produktionsstandards. Österreich ist Vorreiter, wenn es um sichere Lebensmittel geht. Österreich liegt von 67 Ländern auf Platz eins bei der „nachhaltigen Landwirtschaft“. Auch die Tierschutzorganisation World Animal Protection hat in einem Ranking den Tierschutz und das Tierwohl in 50 Staaten bewertet – Österreich erreichte auch hier wiederum den ersten Platz und ist somit weltweit führend. „Österreich und seine bäuerlichen Familienbetriebe können zu Recht stolz auf ihre Arbeit und die Leistung sein. Dies gehört natürlich auch durch faire Preise entsprechend entlohnt“, betont OÖ Bauernbund Landesobmann LR Max Hiegelsberger.

Herkunftskennzeichnung

Am 01. April 2020 trat die EU-Primärzutatenverordnung in Kraft. Für Frischfleisch, Eier, Obst, Gemüse und Bio-Produkte gilt seitdem die EU-weit verpflichtende Herkunftsangabe.

Diese muss jedoch auch für die Herkunftsauslobung für Fleisch, Milch und Eier als Hauptzutat in Speisen sowie verarbeiteten Produkten in der Gemeinschaftsverpflegung gelten. Im aktuellen Regierungsprogramm wurde die verpflichtende Herkunftsangabe von sogenannten Primärzutaten bereits fixiert. Weiters soll die Beschaffung in öffentlichen Einrichtungen schrittweise auf regionale österreichische Produkte umgestellt und der Bio-Anteil sukzessive erhöht werden.

Der Gesundheitsausschuss des Nationalrates hat in seiner Sitzung am 4. März 2020 einen Entschließungsantrag zur besseren Lebensmittelkennzeichnung gestellt. Er fordert eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung auch bei verarbeiteten Produkten, wie Milch, Fleisch und Eier sowie in Ausspeisungen wie Schulkantinen und Krankenhäusern ab dem Jahr 2021.

Land OÖ setzt auf regionale Lebensmittel

Am 17. Juni 2020 fand der erste OÖ. Regionalitätsgipfel statt. Das Land Oberösterreich wird schrittweise den Anteil an heimischen Produkten in den landeseigenen Küchen erhöhen. Dabei werden die Finanzmittel für den Wareneinkauf in einem ersten Schritt um 10 Prozent erhöht, um den Anteil regionaler Lebensmittel steigern zu können. Oberösterreich ist ein Vorreiterland und eine Pilotregion des Projektes „Dynamisches Beschaffungssystem“ der Bundesbeschaffung GmbH (BBG). Damit wird ein stärkerer Fokus auf kleine und regionale Lieferanten in der öffentlichen Beschaffung durch kleinere vergabelose und angepasste Vergaberichtlinien gelegt.

Das Projekt umfasst folgende Punkte:

  • Offenes & dynamisches Beschaffungssystem (DBS)
  • Forum regionaler Lebensmitteleinkauf (Forelle)
  • Aktionsplan nachhaltige Beschaffung (naBe)

„Das Land OÖ ist sich seiner Vorbildrolle für den öffentlichen Einkauf bewusst. Darum wird die öffentliche Beschaffung Schritt für Schritt auf österreichische Lebensmittel umgestellt. Der Einkauf regionaler Lebensmittel stärkt die ländlichen Wirtschaftskreisläufe, erhöht die Krisensicherheit und sorgt für Lebensqualität im Land. Das heißt, nicht nur die Bäuerinnen und Bauern profitieren davon, sondern auch der vor- und nachgelagerte Bereich. Denn jeder sechste Arbeitsplatz hängt von der Landwirtschaft ab. Dieses Pilotprojekt ist die einzig mögliche Form, damit dem Regionalitätsgedanken sowie dem Umwelt- und Klimaschutz entsprechend Rechnung getragen werden kann. Die Politik und der Bauernbund beschäftigen sich nicht erst seit gestern mit dem Thema der Herkunftskennzeichnung. Seit Jahren fordert der Bauernbund die verpflichtende Herkunftskennzeichnung der Primärzutaten auch in verarbeiteten Lebensmitteln. Oberösterreich hat mit der Umstellung auf die regionale Beschaffung einen ersten großen Schritt gemacht und ein deutliches Zeichen auch in Richtung der Gastronomie gesetzt“, erklärt OÖ Bauernbund Landesobmann LR Max Hiegelsberger.

Netzwerk Kulinarik

2016 wurde das Netzwerk Kulinarik mit dem Ziel gegründet, die kulinarischen Initiativen in Österreich zu bündeln und Synergie-Potentiale zu nützen. Gemeinsam lässt sich mehr wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und ökologischer Nutzen für die Bauern, Direktvermarkter und Verarbeiter, Gastronomen, Touristiker, den Handel und den Konsumenten schaffen. Ziel ist es, Österreich als DIE Kulinarik-Destination Europas zu positionieren.

2020 liegen die Schwerpunkte des Netzwerkes Kulinarik auf der Einführung des Qualitäts- und Herkunftssicherungssystems, der Entwicklung einer bundesweiten Datenbank für die Suche nach regionalen Lebensmitteln, der Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Tourismus sowie auf der Durchführung von kulinarischen Veranstaltungen und Projekten direkt in den Regionen. „Das Netzwerk Kulinarik spricht sich gegen Billigpreise bei Lebensmitteln aus und steht für die regionale Lebensmittelproduktion. Nur wenn wir auf Lebensmittel aus der Region setzen, wird auch die für Österreich typische kleinstrukturierte Landwirtschaft – die besonders auch von den Konsumentinnen und Konsumenten geschätzt wird – auch langfristig erhalten werden können“, so OÖ Bauernbund Landesobmann LR Max Hiegelsberger abschließend.

LR Max Hiegelsberger
Bildquelle: OÖ Bauernbund
Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

error: (c) by salzTV