Mai 2020: etwas zu kühl und teils trocken, teils nass

Monatsbilanz der ZAMG: Mai 2020 um 0,7 °C unter dem vieljährigen Mittel und damit der erste relativ kühle Monat seit einem Jahr. Sonnenscheindauer um 14 Prozent unter dem Mittel.

Info: Die vorläufige Klimabilanz zum Monatsende basiert auf der ersten Auswertung der rund 270 Wetterstationen der ZAMG sowie auf der räumlichen Klimaanalyse an 84.000 Datenpunkten in Österreich mittels SPARTACUS . Die Daten der Wetterstationen reichen zum Teil bis ins 18. Jahrhundert zurück. Die SPARTACUS-Daten sind flächendeckend bis ins Jahr 1961 verfügbar.

Der Mai 2020 im Überblick

„Der Mai 2020 lag um 0,7 °C unter dem vieljährigen Mittel und ist der erste relativ kühle Monat seit einem Jahr, seit dem Mai 2019″, sagt Alexander Orlik von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).

Der Mai 2020 brachte fast durchwegs Wetterlagen mit relativ kühler Nord- oder Nordwestströmung. Nur für kurze Zeit strömte von Süden sommerlich heiße Luft nach Österreich. Am 23. Mai wurde der erste Hitzetag des Jahres gemessen (mindestens 30°C). Am wärmsten war es dabei in Imst in Tirol mit 32,2 °C.

„Der Zeitpunkt des erste Hitzetags lag somit ziemlich genau im langjährigen Durchschnitt“, sagt ZAMG-Klimatologe Orlik, „den im Mittel gibt es in Österreich den ersten 30er um den 25. Mai.“

Regen sehr unterschiedlich verteilt

Das wechselhafte Wetter beendete im Norden und Osten Österreichs die extreme Trockenheit der Vormonate. Hier regnet es in vielen Regionen um 25 bis 95 Prozent mehr als in einem durchschnittlichen Mai. Die größte Abweichung vom Mittel gab es in Oberndorf an der Melk, in Niederösterreich, mit +95 Prozent (173 Millimeter Regen).

Im Westen und Süden Österreichs war der Mai 2020 um rund 25 bis 60 Prozent zu trocken, mit den höchsten Werten im Süden der Steiermark und des Burgenlandes. In Hartberg, in der Steiermark, regnete es mit nur 33 Millimeter um 61 Prozent weniger als in einem durchschnittlichen Mai.

Temperatur

Nach einem durchwegs warmen April stellte sich ab dem letzten Monatsdrittel die Wetterlage nachhaltig um und es folgte darauf ein relativ abwechslungsreiches Wettergeschehen, das bis zum Maiende anhielt. Das bedeutete für den Mai, dass vorwiegend nordwestliche und nördliche Luftmassen nach Österreich transportiert wurden. Das Resultat daraus war, dass der Mai 2020 der erste relativ kühle Monat seit dem Mai 2019 ist. Alle anderen Monate waren um 0,9 bis 4,7 °C wärmer als das Mittel 1981-2010.

Im Flächenmittel war der Mai 2020 um 0,7 °C kälter als ein durchschnittlicher Mai im Bezugszeitraum 1981-2010. Damit liegt er ziemlich genau im Mittelfeld aller bisher instrumentell aufgezeichneten Maimonate der vergangenen 254 Jahre.

Die kältesten Regionen, verglichen mit dem klimatologischen Mittel, waren das Mühlviertel und die Gebiete von der Welser Heide bis ins oberösterreichische Salzkammergut. Hier war der Mai um 1,5 bis 2,0 °C kälter als das Mittel. In Niederösterreich, in Wien, im Burgenland, in der Steiermark, in Salzburg, im Tiroler Unterland und in den restlichen Teilen Oberösterreichs lagen die Temperaturabweichungen zwischen -0,5 und -1,5 °C. Ausgeglichen war der Temperaturverlauf im Mai in Kärnten, in Osttirol und in Teilen Nordtirols sowie in den tieferen Lagen Vorarlbergs. Überdurchschnittliche Maitemperaturen gab es in den hochalpinen Lagen Vorarlbergs und des Tiroler Oberlandes. Hier erreichten die Temperaturanomalien +0,5 bis +0,9 °C.

Die höchsten Temperaturen wurden um den 9. und 23. Mai gemessen. Am 9. Mai wurden hauptsächlich im Norden und Osten des Landes die Monatshöchstwerte erreicht, im Westen und Süden am 23. Mai.

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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