Neue Methode gegen Engerlinge auf den Almen

Schädlinge verursachen nach wie vor große Schäden / Förderungen werden evaluiert und angepasst

Salzburger Landeskorrespondenz, 18. Mai 2020

(LK)  Die Larven von Mai- und Junikäfern fressen den Bauern in Salzburg nach wie vor buchstäblich die Existenz weg. Im Vorjahr vernichteten die Engerlinge rund 295 Hektar Anbaufläche von 70 Betrieben. Besonders im Almgebiet mit sehr steilen Hängen, wo die Bauern ihre Flächen nur mit speziellen Maschinen bewirtschaften können, ist die Bekämpfung dieser Käferlarven extrem schwierig. An der Universität Innsbruck wird derzeit eine neue Methode erforscht, die auf steilen Almflächen zum Einsatz kommen könnte.

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Salzburger Landeskorrespondenz
Angelika Herbst (Bäuerin), Klaus Vitzthum (Bezirksbauernkammer Zell am See), LR Josef Schwaiger und Alois Herbst (Bauer) diskutieren über eine neue Methode gegen Engerlinge auf den Almen.

„Die bisher möglichen Bekämpfungsmethoden sind vor allem im Flachland besonders gut einsetzbar. Dort werden mit schweren Maschinen die Schädlinge bekämpft, die Wiesen auch umgepflügt und neu angelegt“, erläutert Landesrat Josef Schwaiger. Das ist auf steilen Almwiesen nicht möglich. „Die Uni Innsbruck erforscht deshalb derzeit die Ausbringung eines flüssigen Mittels auf Steilhängen. Wenn das funktioniert, werden wir dafür ein Beratungs- und Förderungskonzept für Salzburg ausarbeiten“, kündigt Schwaiger an.

Beratung und Förderung wird geprüft und angepasst

Vom Land Salzburg wurden im Vorjahr rund 48.000 Euro für die Bekämpfung und rund 79.000 Euro für Ertragsausfälle bezahlt. Die Experten des Landes und der Landwirtschaftskammer evaluieren heuer auf Basis der Erfahrungen der vergangenen Jahre, die mit Ende 2020 auslaufenden Förderungen und werden sie an die aktuellen Anforderungen anpassen. Auch die neue Bekämpfungsmethode für Almen könnten dann Teil davon sein. „Es ist jedenfalls notwendig, die Landwirte noch intensiver zu beraten. Der Engerling kam schleichend über viele Jahre in unsere Böden, deshalb muss uns bewusst werden, dass nur Bekämpfungsmaßnahmen über mehrere Jahre Sinn haben. Sonst frisst uns die Larve ab einer bestimmten Anzahl das Gras unter den Füßen weg“, so der Landesrat.

Existenzbedrohende Schäden

Die Schadensflächen in Salzburg sind im Vergleich zu anderen Bundesländern klein. Regional sind einzelne Betriebe aber in ihrer Existenz bedroht. Im Vorjahr wurden auf 30 Hektar Fläche zwischen 90 und 100 Prozent der Ernte von den Engerlingen vernichtet. „Diese Bauern, die seit Generationen mit Herzblut und voller Kraft die schwierigsten Lagen bewirtschaften, brauchen die Unterstützung ganz besonders, und diese werde ich auch sicherstellen“, betont Schwaiger. Die Landwirtschaftskammer Salzburg und die Bezirksbauernkammern bieten die entsprechenden Beratungen an. 

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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