Trockenheit lässt Grundwasserstände in Rekordtiefen fallen – wirtschaftlicher Wiederaufbau muss krisensicher und klimafit sein

Vom zu warmen Winter geht Oberösterreich trotz eines relativ niederschlagsfreundlichen Februars nahtlos ins nächste Extrem über: Rekordtrockenheit seit Anfang März. Das Niederschlagsdefizit bisher liegt zwischen 50 und 80 Prozent. Die Wetterexpert/innen gehen davon aus, dass auch danach die Niederschläge nicht viel häufiger werden. Außerdem wird die prognostizierte Niederschlagsmenge den im März entstandenen Rückstand nicht aufholen können. 

Die Grundwasserstände in OÖ sind alarmierend niedrig bis sehr niedrig. An vier Messstellen werden sogar seit Monaten Negativrekorde aufgezeichnet. Die Folgen davon spüren vor allem Hausbrunnen-Besitzer – viele der Brunnen sind trocken. Kritisch könnte die Situation aber vor allem für kleine Wasserversorger werden, wenn durch fehlende Niederschläge keine Grundwassererneuerung stattfinden kann. Durch die aktuellen Ausgangsbeschränkungen steigt auch der Wasserverbrauch in den Haushalten. Vorige Woche musste von der Wassergenossenschaft in Neuhofen an der Krems die Trinkwasserversorgung abgeschaltet werden, da die Hochbehälter leer waren.

Das Grundwassersystem hat ein langes Gedächtnis und hinkt lange hinterher. Auch wenn jetzt eine längere Niederschlagsphase einsetzt, dauert es in manchen Regionen sechs bis neun Monate, bis der Grundwasserspiegel davon profitiert. Sollten auch die nächsten Monate niederschlagsarm ausfallen, könnte das gravierende Auswirkungen auf die Landwirtschaft haben, da die Böden nicht mehr ausreichend durch das Grundwasser gespeist werden. Der Grundwasserkörper kann sich nur regenerieren, wenn es länger und gleichmäßig regnet.

„Die Bedrohung durch den stetig voranschreitenden Klimawandel wird immer sichtbarer und die Folgen werden am Beispiel der Wasserversorgung für alle direkt spürbar. Einem der wasserreichsten Länder dieser Erde geht das Trinkwasser aus. Früher undenkbar, aber heute gibt es Familien, die am Morgen den Wasserhahn aufdrehen und es kommt kein Wasser aus dem Hahn. Daher müssen wir alle wirtschaftlichen Anstrengungen beim Wiederaufbau unseres Landes vor allem unter den Aspekt des Klimaschutzes stellen. Die Klimakrise macht vor Corona nicht halt. Die Politik darf sich der realen Bedrohung der Klimakrise trotz Corona nicht verwehren – deshalb müssen wir schon jetzt in den Kampf gegen den Klimawandel massiv investieren. Alle unsere Maßnahmen müssen krisensicher und klimafit sein“, ist sich Klima-Landesrat Kaineder sicher.

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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