Bei vier Tieren Hasenpest nachgewiesen

Auf Menschen übertragbar / Schutzmaßnahmen für Jäger oder Metzger

Salzburger Landeskorrespondenz, 09. April 2020

(LK) In den letzten Tagen sind in Salzburg insgesamt vier Feldhasen nachweislich an der Hasenpest verendet, es gibt außerdem Verdachtsfälle. Bei zwei Tieren in Werfen, einem in Werfenweng und einem im Süden der Stadt Salzburg wurde die Infektionskrankheit nachgewiesen. „Das ist für Salzburg eine relativ hohe Anzahl. Die Erkrankung ist erst 2018 zum ersten Mal bei uns aufgetreten und wurde nun erstmals auch in den Gebirgsgauen bestätigt“, sagt Landesveterinärdirektor Josef Schöchl.

Die Hasenpest wurde in Salzburg erstmals auch in den Gebirgsgauen nachgewiesen. Sie ist auch auf den Menschen übertragbar. 

Warum es derzeit zu gehäuften Fällen kommt, ist noch unklar. Die Hasenpest ist auch auf den Menschen übertragbar. „Bei Menschen kann diese Infektionskrankheit sehr gravierende Auswirkungen haben. Deshalb ist größte Vorsicht beim Umgang mit Feldhasen geboten“, betont Schöchl.

Atemschutzmaske und Handschuhe

Die Übertragung auf den Menschen erfolge durch kleine Hautwunden, bestätigt Landesveterinärdirektor Schöchl: „Wenn man das Tier berührt oder ein Jäger es ausnimmt, dann können die Bakterien über kleine Schnittwunden auf den menschlichen Körper übergehen.“ Man könne sich allerdings auch über die Atemwege anstecken. Eine Übertragung über die Augenschleimhaut kann erfolgen, wenn man sich nach Tierkontakt mit den Fingern beispielsweise die Augen reibt. Gründliches Händewaschen sollte man daher nicht vergessen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist bisher nicht bekannt. Daher der Rat von Landesveterinärdirektor Schöchl: Handschuhe und Atemschutzmaske tragen, Hände waschen!

Übertragung von Hase zu Hase

Übertragen werden die Bakterien durch Schmierinfektion vor allem unter Hasen selbst. „Infizierte Tiere verlieren das Fluchtverhalten und werden apathisch, sie verenden innerhalb von sieben bis zehn Tagen“, so Schöchl. Eine Impfung oder Bekämpfung gebe es nicht, die Seuche verebbe, wenn mehr Tiere verenden und es dadurch zur Ausdünnung der Population und nicht mehr zur Übertragung kommt.

© 2018 Pixabay

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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