Corona-Virus: Fünf Wochen, die das Land verändert haben: Was bisher geschah – eine Zusammenfassung

Salzburger Landeskorrespondenz, 05. April 2020

(LK)  Am 29. Februar tritt der erste Coronavirus-Fall im Land Salzburg auf. Danach treten Ereignisse ein und werden Entscheidungen getroffen, die auf das bisher für unmöglich Gehaltene vorbereiten. Eine Zusammenfassung über fünf Wochen, die das Land verändert haben.

Ende Februar besprach LH Wilfried Haslauer mit allen involvierten Partnern im Land Salzburg die weitere Vorgehensweise in Sachen Corona-Virus. Damals galten noch nicht die strengen Regeln zum Abstand halten.

„Eine solch flächendeckende Krise sind wir nicht gewöhnt. Jetzt heißt es, damit zu leben und mit großen Anstrengungen die Auswirkungen einzudämmen. Das wird in den nächsten Wochen das Ziel sein. Mit vereinten Kräften schaffen wir das“, brachte es Landeshauptmann Wilfried Haslauer unlängst auf den Punkt.

Vom ersten Verdacht zum ersten Fall

Die ersten beiden – negativ getesteten – Verdachtsfälle im Bundesland Salzburg gab es am 30. Jänner. Einige österreichweite Verdachtsfälle später und noch vor dem ersten bestätigten Fall in Salzburg, am 23. Februar, informiert Bundeskanzler Sebastian Kurz die Bundesländer über die allgemeine Einschätzung aller Staatschefs, dass kein Land vom Corona-Virus verschont bleiben wird. Am 26. Februar stellt die Landesverwaltung auf Krisenmodus um. Zunächst wird der verkleinerte Einsatzstab des Landes aktiviert, in den Tagen darauf schrittweise der große Landeseinsatzstab hochgefahren. Ab 28. Februar sind die mobilen Testteams vom Roten Kreuz unterwegs. Dadurch wird verhindert, dass die Menschen zum Testen zu den Ärzten und zu den Krankenhäusern gehen. Im Folgenden eine Zusammenfassung über fünf Wochen, die das Land verändert haben.

29. Februar

Erster Coronavirus-Fall in Salzburg: Es handelt sich um eine 36-jährige Frau, die in Fusch an der Großglocknerstraße zu Besuch war. Erst zwischen 4. und 6. März gibt es die nächsten drei positiven Fälle im Bundesland.

​11. März

Die Bundesregierung kündigt die etappenweise Einstellung des Schulunterrichts beginnend mit 16. März an.

12. März

Die Osterfestspiele werden abgesagt.

13. März

Die Bundesregierung setzt das Paznauntal und St. Anton am Arlberg unter Quarantäne, wenige Tage später ganz Tirol.

15. März

Mit zwei positiv getesteten Personen im Uniklinikum Salzburg treten die ersten Fälle in einem Salzburger Krankenhaus auf.

Alle Beherbergungsbetriebe und Seilbahnanlagen im Bundesland schließen.

16. März

Der Tag, der das Leben veränderte: Ab heute gilt für ganz Österreich die Ausgangsbeschränkung mit nur wenigen Ausnahmen. Damit ist die Regelung weniger Tage zuvor (Verbot von Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen in geschlossenen Räumen und von Veranstaltungen mit mehr als 500 Personen im Freien) überholt. Ab sofort gilt: Hinausgehen darf man nur mehr beruflich, für dringend notwendige Besorgungen, zum Helfen und – mit starken Einschränkungen – zur Bewegung im Freien.

Das Rote Kreuz Salzburg richtet den ersten Coronatest-Drive-in auf dem Parkplatz der Red Bull Arena in Kleßheim ein. Es folgen Zell am See, Schwarzach im Pongau, der Park-and-Ride-Platz in Salzburg Süd sowie ein privates Labor.

17. März

Mit der Einbeziehung der privaten Spitäler gibt es nun einen Schulterschluss aller Spitäler und einen einheitlichen medizinischen Versorgungsplan für Salzburg.

18. März

​Das Gasteinertal (Gemeinden Dorfgastein, Bad Hofgastein und Bad Gastein), das Großarltal (Großarl und Hüttschlag) und Flachau werden unter Quarantäne gestellt. Die Regelung soll zu diesem Zeitpunkt bis 31. März gelten.

Der Bund beschließt ein Hilfspaket in Höhe von 38 Milliarden Euro zur Bewältigung der Coronavirus-Folgen. Das Paket kommt nur wenige Tage nach den Sofortmaßnahmen in Höhe von vier Milliarden Euro.

Auf Beschluss des Ministerrats kommt es zur ersten Mobilmachung der Miliz in der Geschichte der Republik. Auch der Dienst von 2.000 Grundwehrdienern um zwei Monate und der Zivildiener wird verlängert. Ehemalige Zivildiener werden aufgerufen, sich freiwillig zu melden.

19. März

Seit Mitternacht wird bundesweit bei der Einreise nach Österreich ein Check auf das Corona-Virus durchgeführt. Wer nach Österreich einreisen will, muss ein ärztliches Zeugnis über einen negativen Test vorweisen. Österreicher sowie Personen mit Wohnsitz in Österreich können ohne Attest einreisen, wenn sie sich in eine 14-tägige Heim-Quarantäne begeben.

Die ersten beiden nachgewiesen an Covid-19 erkrankten Personen im Bundesland sind wieder gesund.

20. März

​Bundeskanzler Sebastian Kurz verkündet, dass die Ausgangsbeschränkungen um drei Wochen bis 13. April verlängert werden.

Nach mehreren Tagen der Ungewissheit und unterschiedlichen Vorgehensweisen im Grenzverkehr gibt es eine Einigung mit den deutschen Behörden und eine Ausnahmeregelung für notwendige Berufsgruppen wie Einsatzorganisationen. Die Ausnahme gilt für das kleine deutsche Eck.

Mit einer Lehrperson in einem Gymnasium in der Landeshauptstadt und einer pädagogischen Betreuungsperson in einem Kindergarten in Salzburg-Lehen werden erstmals Personen in Schulen oder Kindergärten im Bundesland positiv getestet.

21. März

Der landesweite Krisenstab Medizin Covid-19 des Uniklinikum Salzburg erarbeitet ein Gesamtkonzept zur optimalen Betreuung aller Patienten.

22. März

Ab heute sind mobile Visite-Teams für Corona-Patienten unterwegs.

23. März

In der Landesklinik wird das Covid-Haus vorbereitet.

Das Land richtet die Hotline 0662 8042 4450 für allgemeine Fragen den Alltag rund um Corona betreffend ein.

24. März

Erster positiver Covid-19-Fall in einem Seniorenwohnheim des Landes: Betroffen ist eine Mitarbeiterin des Hauses in Uttendorf.

26. März

Nur drei Tage nach der Entscheidung ist das Covid-19-Zusatzspital im Messezentrum mit 720 Betten betriebsbereit. Weitere Zusatzspitäler werden in den südlichen Landesteilen vorbereitet.

30. März

Die Gesundheitsämter in den Bezirkshauptmannschaften erhalten massive personelle Verstärkung.

Die Osterfeuer und weitere öffentliche Osterveranstaltungen werden abgesagt.

31. März

Die Quarantäne für die Gemeinden im Gasteinertal und im Großarltal werden bis 13. April verlängert, die Maßnahmen in Flachau verschärft. Zusätzlich werden Zell am See, Saalbach-Hinterglemm und Altenmarkt ab Mitternacht unter Quarantäne gestellt.

1. April

In der Landtagssitzung wird das Corona-Maßnahmenpaket mit 13 Gesetzesänderungen beschlossen: Quer durch die Ressorts hat die Landesregierung Unterstützung zugesagt.

Die Bundesregierung beschließt die Maskenpflicht in allen Supermärkten und Drogerien mit mehr als 400 Quadratmetern Verkaufsfläche ab dem 6. April.

Der medizinische Versorgungsplan für Salzburg steht und fasst die Zahlen zusammen: Es stehen 399 stationäre Krankenhausbetten, 141 Betten für die intensivmedizinische Versorgung und 1.074 Betten in zusätzlichen Einrichtungen (Messezentrum, St. Veit und Einrichtungen in den südlichen Bezirken) sowie 265 Beatmungsgeräte zur Verfügung. Die Einrichtung im Messezentrum kann auf bis zu 1.200 Betten erweitert werden.

Das Arbeitsmarktservice Salzburg gibt die Zahlen bekannt: Trotz des großen Zustroms zur Kurzarbeit hat sich die Zahl der Arbeitslosen um 16.905 auf 29.107 Personen mehr als verdoppelt.

Salzburg setzt einen Akt der Solidarität und nimmt drei Intensiv-Patienten aus Frankreich auf.

4. April

Die Zahl der Spitalsmitarbeiter in Quarantäne ist deutlich gesunken.

Die Zufahrt auf den Gaisberg für den motorisierten Individualverkehr wird gesperrt.

5. April

Die Palmweihe im Salzburger Dom wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit live im Internet übertragen. Die Palmzweige werden dabei via Bildschirm gesegnet.

Foto:
Salzburger Landeskorrespondenz
Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

error: (c) by salzTV