Was brauchen Wildbienen zum Nisten?

Wildbienen-Fact: Bienen Boden bereiten

Drei Viertel aller Wildbienen nisten im Boden. Was sie dazu brauchen sind unbewachsene, offene Stellen, Steilwände oder Abbruchkanten an Flussufern. Jede Bienenart hat ihre bevorzugten Bodentypen. So lieben Erdbienen vor allem Sandflächen. Die finden sie beispielsweise an unbefestigten Wegen, Trampelpfaden und manchmal nutzen sie sogar die Sandflächen von Sportanlagen.

Andere Wildbienenarten, wie Pelzbienen, bauen ihre Niströhren bevorzugt in Lehm. Da natürliche Lehmwände immer seltener werden, nutzen die Tiere auch mit Lehm verfugte Mauern u.ä. Aber auch Steinbrüche, Sandgruben oder Hohlwege werden von den verschiedensten Wildbienenarten zum Nisten genutzt.

Gerade jetzt, wenn die Gartensaison beginnt, kann man im eigenen Garten einen idealen „Wildbienen-Boden“ entstehen lassen, empfiehlt der Naturschutzbund.

Textfeld:  Naturschutzbund-Tipp: Wie man den Boden für Wildbienen aufbereiten kann

  1. Ein offener, nicht bewachsener Fleck Boden in sonniger Lage ist die ideale Ausgangsbasis, um für Wildbienen einen Nistplatz entstehen zu lassen. Dabei ist es völlig egal, ob die Fläche eben oder an einer Böschung ist.
  2. Da Sand ein wichtiger Bestandteil eines guten „Wildbienen-Bodens“ ist, muss zuerst der Mutterboden ca. 50 cm tief abgetragen werden. In das Loch gibt man zunächst eine ca. 15 cm hohe Schicht Kies, sodass Wasser schnell abrinnen kann. Bei sandigen Böden genügt es, die oberste Humusschicht zu entfernen. Dann füllt man mit ungewaschenem Sand auf, ideal ist Natursand mit etwas Lehmanteil, und stampft ihn fest.
  3. Um zu verhindern, dass der Sand vom Wind verblasen oder bei Regen weggewaschen wird, empfiehlt es sich, die Fläche am Rand zu befestigen. Ideal sind dafür natürliche Materialien wie Totholz oder Natursteine, die auch weiteren Tieren Unterschlupf bieten.
  4. Und ganz wichtig: Wildbienen brauchen in der Nähe auch Nahrungspflanzen, sonst nützt der schönste Nistplatz nichts! Denn sie haben nur eine geringe Flugdistanz von ca. 200 – 300 m, manche sogar noch weniger. Ungefüllte, bodenständige Pflanzen bieten alles, was sie brauchen. Ideal sind z.B. Königskerze, Natternkopf, Wegwarten, Thymian, Nachtkerze oder Disteln.

Bildinfo: Sandbiene (Andrena vaga) © Wolfgang Schruf

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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