Mitteilungen der KatholischenPfarre Bad Ischl

Liebe Mitchristen!

Die Botschaft des heutigen Sonntags ist eine Botschaft, die all unseren Erfahrungen zuwiderläuft. Ein Toter spaziert lebendig aus dem Grab. Vermoderte Knochen überziehen sich mit Fleisch und werden wieder lebendig. Sie stehen auf: ein großes gewaltiges Heer! Es lohnt sich diese Vision des Propheten Ezechiel zur Gänze zu lesen (Kap. 37)

Die erste Lesung handelt vom Tod eines ganzen Volkes. Die siegreichen Babylonier haben Jerusalem zerstört. Auch den Tempel. Ein großer Teil des Volkes, unter ihnen auch der Prophet Ezechiel, wurde ins Exil nach Babylon (heutiger Irak) verschleppt. Es folgten 50 lange Jahre fern der Heimat. Ohne Sinn und ohne Zukunftsperspektive erfährt sich ein ganzes Volk wie im Grab: Verlassen von Gott und der Welt ist es im fernen Babylon längst den Tod der Hoffnungslosigkeit gestorben.

Die andere Begegnung mit dem Tod erzählt uns das Johannesevangelium. Ein Mann, Lazarus, stirbt nach schwerer Krankheit unter Anteilnahme von Angehörigen, Freunden und Nachbarn.

Die Bibel lässt es nicht bei diesen Todeserfahrungen. Bildgewaltig erzählt sie davon, wie Gott in die Trostlosigkeit der babylonischen Gefangenschaft hinein seinen Propheten Ezechiel sendet, der dem Volk Israel die Hoffnungsbotschaft bringt: Er selbst werde dem Volk, das wie tot ist, die Gräber öffnen und es wieder zurück in die Heimat führen. Auf diese Hoffnung hin gilt es zu leben und wachsam zu bleiben für die Stunde, in der sie sich zu erfüllen beginnt.

Und die Auferweckung des Lazarus sagt uns, dass die Überwindung des Todes nicht in einer fernen Zukunft beginnt, sondern – hören wir auf den genauen Wortsinn – am jüngsten Tag, und der ist hier und jetzt.

Im Altertum bekam ein Erwachsener zu seiner Taufe einen Trinkbecher für den ersten Empfang der Eucharistie. Solche Becher sind gefunden worden. Häufig ist auf dem Becherboden das Bild des Lazarus zu sehen, den Jesus aus dem Grab holt.

Wenn also der Neugetaufte den Becher des Hl. Abendmahles ausgetrunken hatte, sah er den auferweckten Lazarus und erkannte: Ich selbst bin dieser Lazarus. Mich hat Christus schon jetzt zu neuem Leben auferweckt. Zu mir sagt er: „Komm heraus!“ So wie er es immer wieder zu einzelnen Menschen, Völkern, Kirchen gesagt hat und auch heute noch sagt: „Ich öffne eure Gräber und hole euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf!“

Ihr/euer

Pfarrer (christian.oehler@dioezese-linz.at)

Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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