Massiver Kaltlufteinbruch und Gefahr von Frostschäden

Ein Kaltlufteinbruch bringt ab Sonntag im Großteil Österreichs Nachtfrost. Viele Obstkulturen sind wegen der milden Witterung der letzten Wochen bereits sehr weit entwickelt, daher sind Schäden möglich. 

Das frühlingshafte Wetter mit Temperaturen um 20 Grad geht zu Ende. Am Wochenende bringt ein Kaltlufteinbruch einen Temperatursturz um 10 bis 15 Grad. Dazu kann es zeitweise schneien, in tiefen Lagen auch regnen. Am Sonntag liegen die Höchsttemperaturen in Österreich nur noch zwischen 0 und 7 Grad. Die kalte Luft hält sich bis weit in die nächste Woche hinein. In den Nächten muss man im Großteil Österreichs mit Frost rechnen.

Frost und frühe Blüte

„Temperaturen unter 0 Grad sind in der zweiten Märzhälfte durchaus normal und kommen alle ein bis zwei Jahre vor“, sagt Axl Podesser von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), „aber heuer ist die Lage heikel, weil die Pflanzen durch das warme Wetter bereits sehr früh ausgetrieben haben. Das kann Schäden an bestimmten Obstkulturen verursachen.“

Marillenblüte heuer zwei bis drei Wochen früher

Am stärksten davon betroffenen ist die Marille, deren Blüte laut Beobachtungen der ZAMG dem langjährigen Durchschnitt derzeit um zwei bis drei Wochen voraus ist. In tieferen Lagen sind die Bäume teilweise schon wieder am Verblühen. Zudem beginnen bei Apfel-, Birnen- und Kirschkulturen die Blütenknospen auszutreiben.

„Das Ausmaß möglicher Schäden an Obstkulturen hängt neben der Stärke und Dauer des Frostes auch von der Obstart und der jeweiligen Sorte ab, daher ist hier keine generelle Aussage möglich“, sagt Axl Podesser, Leiter der ZAMG Steiermark, „der Kaltlufteinbruch der nächsten Tage sieht auf jeden Fall sehr markant aus. Sollte der Kern der Kaltluft Österreich voll erwischen, sind selbst im Flach- und Hügelland Tiefstwerte unter -5 Grad möglich. In Alpentälern, vor allem wenn Schnee liegt, können es sogar deutlich unter -10 Grad sein.“

Obst- und Weinbauwetter startet

Die ZAMG Steiermark hat aufgrund der Wetterlage bereits das Obst- und Weinbauwetterservice aktiviert. Damit werden Landwirtschaftsbetriebe mit detaillierten, regionalen Wetterprognosen über das zu erwartende Frostereignis informiert.

App „ZAMG Naturkalender“

Die Wissenschaft der Phänologie untersucht, wie Pflanzen und Tiere auf Änderungen des Klimas reagieren. Dafür sind regelmäßige Beobachtungen der unterschiedlichen Entwicklungsstadien wichtig. Die ZAMG startete vor zwei Jahren die App „ZAMG Naturkalender“, die kostenlos für Android und iOS in den App Stores zur Verfügung steht. Mit der App können alle Interessierten ihre Natur-Beobachtungen einfach und schnell festhalten und melden. Damit unterstützt man die Wissenschaft und lernt selbst etwas über den Lauf der Jahreszeiten, ihre Besonderheiten und ihre Änderungen. Seit dem Start der App wurden über 45.000 Beobachtungen eingegeben. Weitere Informationen finden Sie unter www.naturkalender.at.

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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