Das Rote Kreuz stellt sich der Krise entgegen: „Wir arbeiten auf Hochtouren, um das Gesundheitssystem zu unterstützen.“

Bereits in ruhigen Tagen arbeitet das Rote Kreuz eng verzahnt mit den Ärzten, Krankenhäusern, Feuerwehren, der Polizei und der Behörde zusammen. In Krisensituationen gilt das noch viel mehr.

In dieser durch SARS-COVID19 ausgelösten Krise kommt ein Einsatzstab bestehend aus Spezialisten und Fachkräften zusammen, der die Lage bewertet und Maßnahmen erarbeitet, die der Bekämpfung der Krise dienen. Im aktuellen Einsatz hat das Rote Kreuz die technische Einsatzleitung inne und koordiniert gemeinsam mit der Behörde jegliche organisationsübergreifenden Maßnahmen der Einsatzkräfte des Rotes Kreuz, Feuerwehr und Polizei. Um den erhöhten Anforderungen an das Gesundheitssystem gerecht zu werden und der Bevölkerung die notwendige Sicherheit zu geben, hat das Rote Kreuz seine Kapazitäten erhöht. An diesen Tagen arbeiten aktiv über 100 berufliche sowie an die 1.000 freiwillige Rotkreuz-Mitarbeiterinnen und –Mitarbeiter alleine im Bezirk Vöcklabruck rund um die Uhr. Die Freiwilligen haben bereits bei ihren Arbeitgebern um Freistellung angesucht, um in dieser Krise zu 100% für den Schutz der Bevölkerung einsatzfähig zu sein. 

Die konkreten Leistungen des Roten Kreuzes helfen, das Gesundheitssystem für die Bevölkerung zu sichern

Gerald Schuster, Bezirksrettungskommandant in Vöcklabruck und als technischer Einsatzleiter zur Zeit im Dauereinsatz, weiß, dass das Rote Kreuz zur Bewältigung der Krise einen langen Atem braucht: „Insbesondere unsere Hygiene- und Hochinfektionsteams leisten derzeit Enormes. Da die Krise noch nicht bewältigt ist, können wir noch nicht von einer Entspannung der Situation sprechen. Um weiterhin diesen intensiven Einsatz leisten zu können, benötigt es das Engagement jeder und jedes einzelnen Rotkreuz-Mitarbeiters. Natürlich ist auch die Unterstützung der Bevölkerung maßgeblich. Jetzt ist es für alle wichtig, Ruhe zu bewahren und sich an die Vorgaben der Bundesregierung zu halten. Diese Krise testet uns als Gesellschaft. Handeln wir vereint als Solidargemeinschaft, werden wir sie ehestmöglich überwinden.“ 

Die Leistungen des Roten Kreuzes im Überblick: 

  • Aufrechterhaltung der alltäglichen Aufgaben des Roten Kreuzes (über 100 Rettungs- und Krankentransporte am Tag, Betreuung von älteren und auf Hilfe angewiesenen Personen durch die Hauskrankenpflege, mobile Hilfe und Betreuung und Heimhilfe soweit im Moment notwendig).
  • Ständige Verbindung zur behördlichen Einsatzleitung der Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck.
  • Unterstützung der operativen und behördlichen Einsatzleitungen durch das Bezirksrettungskommando.
  • Zügige Probenabnahme bei Corona-Verdachtsfällen durch mobile Probenabnahmeteams. 
  • Schneller Transport der Proben zu den Testlabors.
  • Aufbau eines Schleusen-Zeltes beim Salzkammergutklinikum Vöcklabruck inkl. Material für die Eingangskontrolle.
  • Corona-Transporte für sitzende und liegende Patienten mit unserem Hochinfektionstransport-Team.
  • Corona-Transporte für stabile Patienten mit unserem eigens hierfür ausgestattetem „COVID-Transportfahrzeug“. Diese federführende Maßnahme wird mittlerweile in ganz Oberösterreich umgesetzt.
  • Verteilung und Zuordnung der Atemmasken für die oberösterreichische Ärztekammer.
  • Ab sofort gibt es auch psychosoziale Unterstützung für Menschen in Quarantäne durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kriseninterventionsteams an der Bezirkshauptmannschaft. Vöcklabruck ist in OÖ derzeit der einzige Bezirk, der dies macht.
  • Installation von Hygieneschleusen, um Rettungsdienstpersonal dekontaminieren zu können.
  • Evaluation von Notquartieren, um etwaige Quarantänefälle unterbringen zu können.
  • Anpassung diverser interner Abläufe an diese Krisensituation um weiterhin einen qualifizierten Dienst zur Unterstützung des Gesundheitssystems sicherzustellen. 

Drei Fragen an das Rote Kreuz

Was ist ein Bezirksrettungskommando?
Zur Durchführung rettungstechnischer Führungsaufgaben werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit weitreichender Ausbildung organisatorisch zu einem „Kommando“ zusammengefasst. Das Kommando besteht im Wesentlichen aus dem Einsatzleiter/Kommandant und seinen Stabsoffizieren, das sind Experten im Bereich Personal, Führung und Taktik, Logistik, Medienarbeit, Technik und Psychologie – dem Stab. Diese Expertinnen und Experten stehen dem Einsatzleiter mit ihrem Wissen beratend zur Seite und erarbeiten Handlungsstrategien.  

Wann kommt ein Bezirksrettungskommando zum Einsatz? 
Im Fall einer Krise oder einem großen Schadensereignis wie bei einem großen Hochwasser, bei einer umfangreichen Flüchtlingswelle, einem Großunfall mit vielen Verletzten oder einer gesundheitlichen Sonderlage wird das Bezirksrettungskommando alarmiert und hochgefahren, damit die Maßnahmen rasch und zielgerichtet und koordiniert ablaufen.

Wie schätzt das Rote Kreuz die Lage ein?
Es ist absolut wichtig, den Anordnungen der Regierung Folge zu leisten. Jetzt kommt es darauf an, dass die breite Bevölkerung die Aufrufe zur sozialen Einschränkung ernst nimmt. Wenn wir alle miteinander diese Auflagen erfüllen, müsste sich die bisher ungebremste Ansteckung mit Corona in Österreich deutlich reduzieren. Damit gewinnen wir die notwendige Zeit, um unser Gesundheitssystem leistungsfähig zu erhalten. 

Fotos:

Credit: OÖRK

Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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