Mitteilungen der Katholischen Pfarre Bad Ischl

Liebe Mitchristen!

Jesus war kein „Fasching“. Er stammte bekanntlich weder aus Villach noch aus Pfandl und er war auch kein Rheinländer (glücklicher Weise! – zumindest für meinen Begriff von Humor). Es gibt auch keine Anhaltspunkte für ein entsprechendes Brauchtum im antiken Palästina. Das entwickelt sich erst im Mittelalter und hat die Einführung der Fastenzeit zur Voraussetzung. Als 40-tägige Vorbereitungszeit auf das Osterfest wurde sie von Papst Gregor dem Großen um 600 festgelegt, um an die Zeit zu erinnern, die Jesus in der Wüste verbracht hat. Entsprechend streng waren die Auflagen für die Fastenzeit. Kein Alkohol, kein Fleischgenuss. Das spiegelt sich in den Worten „Fasching“ und „Karneval“ wieder. „Fasching“ wird von „Vaschang“ hergeleitet, bedeutet „Fastenschank“ und verweist auf den letzten Ausschank alkoholischer Getränke. „Karneval“ – „carne levare“=“Fleisch wegnehmen“ – oder scherzhaft „carne vale“ = “Fleisch lebe wohl!“

Auch wenn´s im antiken Palästina keinen Fasching gegeben hat, so gab´s doch fröhlich gefeierte Feste. Das Purim ist ebenso ein fröhlich gefeiertes Fest wie „Simchat Tora“, das alljährlich zur Beendigung des Lesezyklus der Tora begangen wird. Der Talmud empfiehlt, der Rabbiner solle einen ernsten Talmud-Vortrag „immer mit einem kleinen Witz beginnen, dann werden die Leute aufpassen“.

Ihr/euer

Pfarrer

WARNUNG (auf ausdrücklichen Wunsch von J.M.)!

Kommenden Sonntag, 23.2. „Faschingssonntag“, wird wie vor 8 Jahren die Faschingsansprache von Pfarrer i.R., Johann Maislinger gehalten – um 09:30 Uhr fällt die Predigt aus. Wer keinen Humor nicht hat und in der Kirche nicht lachen will weiche bitte an einen anderen Gottesdienst aus.

Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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