VKI: Nährwertqualität von Kinderlebensmitteln lässt oft zu wünschen übrig

Kinderlebensmittel werden gerne als kleine, gesunde Zwischenmalzeiten beworben oder zumindest mit einer solchen Anmutung versehen: „mit viel gutem Mais, Vitaminen und Calcium“ oder „für die kleine Pause … mit frischer Vollmilch und ohne Farb- und Konservierungsstoffe“ oder auch „punktet durch Calcium und Vitamine und verzichtet gänzlich auf Konservierungsstoffe.“ Wie es um die Nährstoffqualität von Kinderlebensmitteln tatsächlich bestellt ist, hat der Verein für Konsumenteninformation (VKI) anhand der Nutri-Score-Skala bewertet. Dafür wurden insgesamt 18 Kinderprodukte aus drei typischen Lebensmittelgruppen – Getränke, Cerealien und Milcherzeugnisse – ausgewählt und für jedes Produkt der Nutri-Score berechnet. Dabei ergab sich, dass nur 4 Produkte mit einer Nähstoffzusammensetzung im grünen Bereich aufwarten konnten (zweimal „A“ = Dunkelgrün und zweimal „B“ = Hellgrün). Dagegen hatten 8 von 18 Produkten eine schlechte Nähstoffzusammensetzung (fünfmal „D“ = Orange, dreimal „E“ = Rot). Den vollständigen Bericht gibt es ab 30. Jänner in der Testzeitschrift KONSUMENT und auf www.konsument.at.

„Unsere Stichprobe bestätigt, dass leider auch viele als besonders kindgerecht ausgelobte Produkte entschieden zu viel Fett und Zucker enthalten“, sagt Birgit Beck, Ernährungswissenschafterin im VKI. „Um das deutlich zu machen, haben wir uns bei der Darstellung der Nährstoffzusammensetzung für die Nutri-Score-Skala entschieden. Durch die Darstellung im Ampelsystem wird auf den ersten Blick klar, welche Erzeugnisse im Hinblick auf eine gesunde Ernährung empfehlenswert sind und welche nicht“, so Birgit Beck weiter. „Unsere Stichprobe macht daher auch deutlich, wie Konsumentinnen und Konsumenten von einer verbindlichen Kennzeichnung mit dem Nutri-Score profitieren könnten. Die übersichtliche Farbskala gibt schnelle Orientierung beim Griff ins Lebensmittelregal und erspart das langwierige Studieren und Interpretieren von Nährwert-Deklarationen.

Die Nutri-Score-Kennzeichnung wurde ursprünglich in Frankreich einwickelt, um Verbrauchern eine bessere Orientierung bei der Auswahl von Lebensmitteln für eine gesunde Ernährung zu bieten. Die fünfstufige Kennzeichnungsskala reicht von „A“ bis „E“ bzw. von Dunkelgrün (beste Nährstoffzusammensetzung) über Hellgrün, Gelb und Orange bis Rot (schlechteste Nährstoffzusammensetzung). Errechnet wird der Nutri?Score?Wert über ein Punktesystem, bei dem die für eine gesunde Ernährung günstigen Inhaltsstoffe (Ballaststoffe, Protein etc.) sowie die ungünstigen (Zucker, gesättigte Fettsäuren etc.) miteinander verrechnet werden.

Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

error: (c) by salzTV