SERVUS TV – Terra Mater: Bärenstark!

Jeder kennt sie und als Teddy schmücken sie nahezu jedes Kinderzimmer: die Bären. Doch was wissen wir Menschen tatsächlich über das Leben dieser felligen Raubtiere? Vom Eis- bis zum Malaienbär nutzen sie verschiedenste Strategien, um in der rauen Wildnis zu überleben. Dabei müssen sie vor allem eines sein: bärenstark.
Terra Mater: Bärenstark!Mi., 22.01., ab 20:15 Uhr
Acht Bären-Arten bewohnen unsere Erde. Wovon ernährt sich der wahre Dschungelbuch-Bär Balu, der tatsächlich ein Lippenbär ist und früher sogar für ein Faultier gehalten wurde? Wie schaffen es Pandas, mit Bambus auszukommen – obwohl sie als echte Bären einen Fleischfresser-Magen besitzen? Und wie können Grizzlybären sieben Monate im Jahr ohne Fressen und Trinken überstehen? Trotz ihrer extremen Anpassungsfähigkeit und Cleverness wird es für Bären in der heutigen Welt immer schwieriger, zu überleben. 

Bärenruhe im Winter
Die Bären-Spezies haben ganz unterschiedliche Herausforderungen zu meistern. Grundsätzlich sind Bären große Raubtiere. In der nördlichen Hemisphäre stellt sie das vor ein fundamentales Problem: Im Winter werden viele Nahrungsressourcen knapp, den massigen Tieren würde der Hungertod drohen – wäre da nicht ihre Winterruhe: Bis zu sieben Monate lang verbringen viele Bären ruhend, ohne zu fressen und zu trinken, im Schutz eines Baus oder einer Höhle. Eine extreme Umstellung für den gesamten Organismus, zumal vor der Zeit der Ruhe eine Zeit des großen Fressens stattfinden muss, um die Fettreserven aufzustocken. Bären nutzen dazu ganz unterschiedliche Strategien – je nachdem, wo genau sie leben und welche Ressourcen sie nutzen können. Gemeinsam ist ihnen vor der Winterruhe jedoch eins: Satt scheint ein Bär im Herbst nicht zu werden – er frisst so viel wie nur irgend möglich. 

Eine Winterruhe halten Lippenbären nicht. Die „wahren Dschungelbuch-Bären“ leben in Indien und Sri Lanka, wo sie zu bestimmten Jahreszeiten vorwiegend Früchte fressen. Größere Beutetiere sind in ihrer Heimat schwierig zu erjagen, so haben sich Lippenbären zu geborenen Termiten-Saugern entwickelt. Mit ihren starken Krallen graben sie Termitenhügel auf, blasen den Staub beiseite und saugen mit der langen Schnauze die Insekten aus ihren Gängen. Die lange Zunge hilft zusätzlich, möglichst viele Termiten in kurzer Zeit zu erwischen.

Vom Fleischfresser zum Vegetarier
Ganz andere Methoden, um ihren Magen zu füllen, haben Pandas entwickelt: Sie wurden nahezu reine Vegetarier. In ihrem Leben dreht sich alles um den Bambus und darum, möglichst wenig Energie zu verbrauchen. Auch der kleinste Bär, der Malaienbär hat in den Wipfeln tropischer Regenwälder seine eigene Methode entwickelt, um effizient Früchte zu ernten.

Die meisten Bären auf der Erde haben jedoch eines gemeinsam: Die Wildnis um sie herum schrumpft bedrohlich schnell. In der Arktis schmilzt das Eis, auf dem Polarbären wandern, um nach Robben zu jagen. Längst haben Grizzly- und Schwarzbären in Nordamerika gelernt, dass es einfacher ist, Mistkübel zu plündern anstatt Nahrung im Wald zu finden. Ihre enorme Anpassungsfähigkeit und Cleverness machen Bären zwar bärenstark – doch langfristig können sie nur dann existieren, wenn auch die Menschen lernen, Bären ihren Lebensraum zu lassen.
Brown bear/grizzly playing in the snow. In colder climes grizzlies avoid the worst of the weather by entering a state of hibernation for up to seven months.
Fotorechte: © Shutterstock / Wolfgang Simlinger
Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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