Ein Jahr Strompreiszonentrennung: Teurer Strom belastet den Industriestandort


 Mit einer Zusatzbelastung ist der heimische Industriestandort weiter unter Druck geraten. „Die Teilung der deutsch-österreichischen Strompreiszone hat eine massive Benachteiligung der Unternehmen und insbesondere der stromintensiven Industrie mit sich gebracht“, beklagt Günter Rübig, Obmann der Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Oberösterreich.

Die Industrie hat sich immer gegen die Trennung der deutsch-österreichischen Strompreiszone ausgesprochen. Die gesamten Mehrkosten für die österreichischen Stromkunden haben sich seit 1. Oktober 2018 bis Ende September 2019 auf 140 Mio. Euro aufsummiert. Die durchschnittlichen Mehrkosten über diese Zeitspanne liegen bei 4,40 Euro/MWh (Mehrkosten beziehen sich auf das EPEX Handelsvolumen).

Eine kurzfristige Entwarnung für den Strompreis, war im Sommer zu verzeichnen. Im Herbst sind die Preise wieder deutlich gestiegen. Zusätzliche Preissprünge sind ebenfalls durch den bevorstehenden Atom- und Kohleausstieg in Deutschland zu erwarten. „Ein rasches und entschlossenes Gegensteuern der Politik muss die entstehenden negativen Preiseffekte abfedern. Es gilt jetzt, den regulatorischen Handlungsspielraum auf nationaler Ebene zu nutzen und durch entsprechende Entlastungen mit Deutschland gleichzuziehen“, so Rübig.

„Grundsätzlich widerspricht die Trennung des Strombinnenmarkts an der Staatsgrenze dem Ziel der Energieunion diametral. Innerdeutsche Leitungsengpässe werden nur künstlich an die deutsch-österreichische Grenze verschoben. Hier ist Unionsrecht gefordert, um das verlorene Terrain wieder zurückzugewinnen“, fordert Rübig.


Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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