ZAMG bilanziert „ungewöhnlich warmen“ Oktober

Vorläufige Monatsbilanz der ZAMG: Einer der 20 wärmsten Oktober-Monate der Messgeschichte. Im Süden und Osten Österreichs größtenteils sehr trocken.

Info: Die vorläufige Klimabilanz zum Monatsende basiert auf der ersten Auswertung der rund 270 Wetterstationen der ZAMG sowie auf der räumlichen Klimaanalyse an 84.000 Datenpunkten in Österreich mittels SPARTACUS . Die Daten der Wetterstationen reichen zum Teil bis ins 18. Jahrhundert zurück. Die SPARTACUS-Daten sind flächendeckend bis ins Jahr 1961 verfügbar.

Der Oktober 2019 im Überblick
Der Oktober 2019 brachte viele Tage mit ungewöhnlich warmem Wetter. „In der vorläufigen Monatsbilanz liegt dieser Oktober im Tiefland 1,7 °C über dem vieljährigen Mittel und damit unter den 20 wärmsten Oktober-Monaten seit dem Messbeginn im Jahr 1767. Auf den Bergen war dieser Oktober um 2,4 °C wärmer als das Mittel“, sagt Alexander Orlik von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).

So späte Sommertage im Oktober zuletzt 1989
Beachtlich war auch, dass noch im letzten Oktoberdrittel Sommertage (Höchstwert mindestens 25 °C) gemessen wurden. „Eine derartige Häufung von Sommertagen so spät im Oktober gab es zuletzt im Jahr 1989. Insgesamt gab es in diesem Oktober an 80 Wetterstationen zumindest einen Sommertag“, sagt ZAMG-Klimatologe Orlik.

Selbst in relativ hoch gelegenen Regionen brachte dieser Oktober Sommertage. So wurden in Ehrwald in Tirol in knapp 1000 Meter Seehöhe (982m) am 14. Oktober 25,3 °C gemessen.

Einzelne Rekorde
An einigen Orten wurden neue Oktoberrekorde registriert, darunter Messstationen mit einer sehr langen Messgeschichte. So verzeichnete die ZAMG-Wetterstation Graz Universität am 21. Oktober 2019 mit 27,2 °C einen neuen Oktoberrekord. Die Messreihe der täglichen Höchsttemperatur reicht hier bis ins Jahr 1894 zurück.

Teils sehr nass, teils sehr trocken
Beim Niederschlag brachte der Oktober 2019 große Unterschiede. 25 bis 100 Prozent mehr Niederschlag als in einem durchschnittlichen Oktober gab es in Vorarlberg, Teilen Nordtirols und Salzburgs sowie im nördlichen Weinviertel. Deutlich zu trocken war es dagegen von Kärnten über weite Teile der Steiermark bis zum Burgenland und bis zum Wiener Becken. Hier regnete es um 25 bis 75 Prozent weniger als im Mittel.

Jahres-Niederschlag: in der Osthälfte Österreichs sehr trocken
Somit setzte sich im Oktober 2019 in einigen Regionen die Trockenheit der Vormonate fort, vor allem in der Osthälfte Österreichs. Der Süden der Steiermark ist derzeit sogar auf Rekordkurs. In Graz und am Schöckl fiel von Jänner bis Oktober ähnlich wenig Niederschlag wie in den bisher trockensten Jahren der Messgeschichte. Hier fehlt heuer rund ein Drittel der durchschnittlichen Niederschlagsmenge.

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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